Container und Neubau: Saterland will Platz-Probleme in Kitas schnell lösen
Nachdem sich Eltern beschwert hatten, weil sie vor allem in Scharrel keine Betreuung fanden, reagiert die Politik nun. Auf Basis einer außerplanmäßigen Finanzierung sollen Container gebucht werden.
Im Saterland werden kurzfristig neue Kita-Plätze geschaffen, um nach dem Sommer alle Kinder betreuen zu können. Symbolfoto: dpa/Reinhardt
In der Gemeinde Saterland fehlen Kindergarten- und Krippenplätze. Insbesondere im Ortsteil Scharrel war das Problem mit Blick auf das neue Kindergartenjahr ab 1. August groß. Doch nun gibt es einen kurzfristigen Lösungsansatz. Auch mit Blick auf den vermutlich weiter steigenden Bedarf sollen zunächst Container gebucht werden. Aber auch langfristig soll etwas passieren.
Temporäre Dienstleister können beim Personalmangel in Kitas helfen
Stand Anfang Juni hatten Eltern, die sich um einen Kita-Platz in Scharrel bemüht hatten, 30 Absagen erhalten. Bei Elternversammlungen wurden schnelle Lösungen gefordert. Nun hatte Bürgermeister Thomas Otto (parteilos) ein „großes Paket“ angekündigt, um weitere Betreuungsplätze zu schaffen.
„Allerdings lassen sich einige bauliche Vorhaben nicht zeitnah umsetzen. Ein Problem bleibt, wie bundesweit, das Personal. Der Markt ist leergefegt. Helfen könnten in dem Fall eventuell temporär Personal-Dienstleister“, sagte Otto.
Das Platzproblem wird in mehreren Etappen gelöst. Für über 3-Jährige gebe es noch einige freie Plätze in Sedelsberg. Zudem werde in Ramsloh im Kindergarten „Seelterfoakse“ (Bäidenstuun) eine Kleingruppe eingerichtet. Dort steht noch ein Raum zur Verfügung, sodass „wir nicht bauen müssen“, so Otto. Damit könnten Scharreler Eltern Plätze in unmittelbarer Nachbarschaft angeboten werden.
In Scharrel werden in „Pastors Garten“ Container gestellt
In Scharrel wird zunächst auf eine Container-Lösung gesetzt. „Für Beschaffung, Aufbau und Einrichtung von Mobilcontainern werden außerplanmäßige Auszahlungen in Höhe von 400.000 Euro bereitgestellt“, erläuterte Kämmerer und Erster Gemeinderat Jens Gralheer. Der Verwaltungsausschuss hatte die Mittel bereits bewilligt, am Montag folgte der einstimmige Ratsbeschluss. Die Deckung erfolge durch die in diesem Jahr nicht benötigten Mittel für den Ausbau der Straße Möhlenschleede.
Die Container sollen auf einer Grünfläche in „Pastors Garten“ aufgestellt werden. Zudem plant die katholische Kirchengemeinde als Trägerin die räumliche Erweiterung des Kindergartens „Unterm Regenbogen“ in Scharrel. Von den Kosten übernimmt die politische Gemeinde 90 Prozent, maximal rund 84.000 Euro.
In der Zukunft soll eine neue Kita gebaut werden
Zudem ist mit Blick in die Zukunft der Neubau einer weiteren Kindertagesstätte geplant. Das sei dann Thema im November/Dezember in den Haushaltsberatungen für 2024, so der Bürgermeister. Rat und Verwaltung zogen bei dem Thema an einem Strang, im Rat herrschte Einstimmigkeit.
Mehr Platz: Nun plant auch die katholische Kirchengemeinde als Trägerin die Erweiterung des schon voll belegten Kindergartens „Unterm Regenbogen“ in Scharrel. Archivfoto: C. Passmann
Indes wollte Andre Benkens wissen, ob solche Platzprobleme auch später in den Grundschulen im Saterland drohen könnten. Thomas Otto erklärte, dass er im Schulbereich keine Probleme sehe. „Wir sind für die Gebäude zuständig, da sind wir für die nächsten Jahre gut aufgestellt.“ Auch in Schulen gebe es zunehmenden Fachkräftemangel, doch das falle nicht in die Zuständigkeit der Gemeinde.