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Cloppenburger Kreisverwaltung will Corona-Gipfel abwarten

Gibt es Verschärfungen bei den Corona-Regeln im Landkreis Cloppenburg? Die sind aktuell in der Prüfungsphase. Die Kreisverwaltung will aber noch die Bund-Länder-Beschlüsse abwarten.

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Montage: Bänsch

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Die Cloppenburger Kreisverwaltung selbst spricht am Montagnachmittag von einem drohenden "Regelchaos" zwischen Allgemeinverfügungen und Corona-Verordnung: Deshalb ist am Montag auch noch unklar, ob es Verschärfungen bei den Corona-Regeln geben wird. Landrat Johann Wimberg hatte zumindest am vergangenen Freitag eine Überprüfung des Maßnahmen-Katalogs übers Wochenende angekündigt.

Wie die Kreisverwaltung nun wiederum mitteilte, wolle man zunächst die Ergebnisse des Bund-Länder-Gipfel abwarten. Gleiches gilt dann für die wahrscheinlichen Änderungen und Anpassungen in der Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen. Erst dann werde "entschieden, ob und welche weiteren Schritte seitens der Kreisverwaltung nötig sind, um die aktuell hohen Infektionszahlen wirksam zu bekämpfen", erklärt Kreissprecher Sascha Sebastian Rühl am Montag.

Wie bereits berichtet liegt die 7-Tagesinzidenz im Landkreis Cloppenburg aktuell den 4. Tag in Folge oberhalb der 200er-Marke - am Montag steht sie bei 237,7. Das bedeutet nach derzeitiger Definition: Der Landkreis Cloppenburg ist ein Infektions-Hotspot, in dem noch härtere Maßnahmen als im bestehenden Lockdown-Status ergriffen werden können. Wohlgemerkt: können. Denn die Entscheidung wird letztendlich in den Kreishäusern getroffen. Zumindest sieht das die derzeitige Regelung der Corona-Verordnung so vor. Als empfohlene Maßnahmen stehen unter anderem eine Begrenzung der Bewegungsfreiheit und ein Ausgangsbeschränkung im Raum. Allerdings hat die Kreisverwaltung bislang beide Möglichkeiten nicht nur abgelehnt, sondern auch prinzipiell deren Effizienz bei der Eindämmung von Neuinfektionen infrage gestellt.

Derweil hat sich die Zahl der Todesfälle, die in Verbindung mit einer Infektion mit dem Coronavirus stehen, im Landkreis Cloppenburg auf 137 erhöht. Eine weitere Person ist laut Angaben des Cloppenburger Gesundheitsamtes verstorben. "Es handelt sich dabei um eine 87-jährige Frau aus Cloppenburg", berichtet Kreissprecher Rühl.

Die Zahl der aktiven und nachgewiesen Infektionen im Landkreis ist indes auf 785 gesunken. Demnach liegen dem Gesundheitsamt am Montag 9 positive Testergebnissen aus Emstek (1), Cloppenburg (5), Friesoythe (1) und Löningen (2) vor. Mit Blick auf die Meldungen der letzten Tage ist das eine erstaunlich niedrige Zahl. Erfahrungsgemäß werden an Wochenenden allerdings verhältnismäßig wenige Laborergebnisse gemeldet und es wird auch deutlich weniger getestet.

Den 9 neuen Coronafällen stehen gleichzeitig 47 Personen gegenüber, die seit Montag als genesen gelten. Außerdem hat es laut Angaben der Kreisverwaltung statistische Korrekturen für Cloppenburg, Löningen und Garrel gegeben.

Die meisten aktiven und nachgewiesenen Infektionen gibt es aktuell in der Kreisstadt (204 Coronafälle), in der Gemeinde Garrel (124) und in der Stadt Friesoythe (101). Kreisweit ist laut Angaben des Gesundheitsamtes bei rund 42% aller aktiven Coronafälle mittlerweile die britische Mutation B 1.1.7 nachgewiesen worden.

Die Lage in den 3 Krankenhäusern im Kreisgebiet: Zurzeit müssen laut Angaben der Kreisverwaltung 25 infizierte Patienten stationär behandelt werden - das sind 3 mehr als am Vortag. 6 von ihnen liegen auf der Intensivstation. Laut Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (kurz: DIVI) müssen 2 dieser 6 Patienten beatmet werden. Nach derzeitigem Stand (22. März, 12.15 Uhr) sind 23 von 27 Intensivbetten belegt.

Aktuell stehen 1468 Einwohner des Landkreises Cloppenburg unter amtlich angeordneter Quarantäne - allein in der Stadt Cloppenburg sind es 401 Bürger.

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