Bösels Bürgermeister Hermann Block blickte in einem Pressegespräch auf ein "herausforderndes Jahr" der Kommune zurück. Der Verwaltungschef sagte, er sei angesichts des Ukraine-Krieges und der Flüchtlingsproblematik froh und dankbar, dass es in der Gemeinde "eine unglaublich große Einsatz- und Hilfsbereitschaft gab und gibt". Die Böseler Ukraine-Hilfe fuhr bislang vier Hilfstransporte; mit weit über 100.000 Euro war das Spendenaufkommen sehr groß.
"Wir werden die Herausforderungen Energiekrise, Ukraine-Krieg und Pandemie meistern, wenn wir weiter zusammenhalten", war sich Block sicher, sah jedoch auch die wackelige Finanzentwicklung der Gemeinde. Die erwarteten Einnahmen, unter anderem aus Grundstücksverkäufen, konnten nämlich nicht wie geplant umgesetzt werden, weil viele potentielle Käufer wegen der aktuellen Marktlage vom Kauf von Wohn- und Gewerbegrundstücken Abstand genommen haben.
Dennoch: Die Gemeinde hat 3,65 Millionen Euro als liquide Mittel, die allerdings für begonnene und geplante Maßnahmen aus den Vorjahren gebunden sind, aber auch 5,643 Millionen Euro Schulden (einschließlich rentierliche in der EWE-Beteiligung). Weitere Kredite wurden nicht aufgenommen, informierte Block.
"Kita für Alle" versteht Bürgermeister Hermann Block als Meilenstein
Als Erfolg konnte im vergangenen Jahr das Richtfest der "Kita für Alle" in Bösel-Neuland verbucht werden, "ein wichtiges und vorbildliches Projekt", so der Bürgermeister. Die Trägerschaft für die neue 5-gruppige Kindertagesstätte liegt beim Caritas-Verein Altenoythe. Dort entstehen drei Kindergartengruppen à 25 Kinder, zwei Krippengruppen à 15 Kinder, zwei Gruppen für Förderbedarf, darunter eine Gruppe für Heilpädagogik, und eine Gruppe für Sprachheilpädagogik.
Außerdem entwickelt sich ein Kompetenzzentrum für ambulante Förderungen und Therapien in der Früherkennung und -förderung. Die Investitionskosten betragen rund 7 Millionen Euro, an denen sich die Gemeinde mit 3,5 Millionen Euro beteiligt. Im August soll es losgehen. Um das Platzdefizit in der Übergangszeit auszugleichen, waren kurzfristig eine Kindergartengruppe in der "Alten Kaplanei" für ein Jahr und in der Messingstraße für 3 Jahre entstanden. Mit der Aufstellung eines Bebauungsplanes an der Flethstraße könnte der Weg freigemacht worden sein für den Standort einer weiteren Kita.
Kreisverkehr und Ortsdurchfahrt in Petersdorf sind wieder freigegeben
Für die Entwicklung der Böseler Grundschule sieht der Bürgermeister kurzfristig keine Probleme: "Wir haben die Entwicklung der Zahlen im Blick". Sollte gehandelt werden müssen, hätte man Möglichkeiten der Erweiterung.
Auf dem Plus-Konto der Gemeinde steht auch der Kreisverkehrsplatz auf der Kreuzung bei der Kirche, der inzwischen eröffnet ist (Kosten 1,5 Millionen Euro). Die Parkplätze auf dem ehemaligen Kriegerdenkmalplatz und der Post sollen nun fertiggestellt werden. Wieder frei ist auch die komplett neue Ortsdurchfahrt in Petersdorf. Block: "Wir sind froh: Der Verkehr fließt wieder in der Gemeinde".