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Eine Hommage an Andreas Romberg: Neues Werksverzeichnis vorgestellt

Beim Konzert zum 200. Todestag des Komponisten stellte Musikwissenschaftler Klaus G. Werner das Werkverzeichnis Andreas Rombergs vor. Es umfasst 272 gedruckte, ungedruckte und verschollene Werke.

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Sie halten es in den Händen: Stolz präsentieren Dr. Klaus G. Werner (links) und Prof. Wolfgang Mechnser das Andreas Romberg Werkverzeichnis. Foto: Heinzel

Sie halten es in den Händen: Stolz präsentieren Dr. Klaus G. Werner (links) und Prof. Wolfgang Mechnser das Andreas Romberg Werkverzeichnis. Foto: Heinzel

Am 10. November jährt sich sein Todestag zum 200. Mal. Die Rede ist von Andreas Romberg (1767 bis 1821). Der "Sohn der Stadt Vechta" wurde "zu Lebzeiten in einem Atemzug mit Haydn, Beethoven und Mozart genannt", schreibt der Verbund Oldenburger Münsterland in einer Mitteilung. Aus diesem Anlass war eigentlich ein großes Gedenkkonzert geplant, welches aber pandemiebedingt nicht stattfinden konnte. Um Andreas Romberg trotzdem zu würdigen, fand nun im Vechtaer Rathaus ein Konzert mit Buchvorstellung statt. Klaus G. Werner präsentierte das zusammen mit Prof. Wolfgang Mechsner erarbeitete Andreas Romberg Werkverzeichnis (ARWV).

Musikalisch umrahmt wurde der Vortrag des Musikwissenschaftlers durch Wolfgang Mechsner am Klavier und Franziska Hahn an der Violine. Die beiden spielten zwei Sonaten von Andreas Romberg – die Sonaten für Klavier und Violine B-Dur op. 9 Nr. 2 und C-Moll op. 9 Nr. 3. "Es gibt kein Werk von Andreas Romberg für das Klavier, was ich sehr bedauere", meinte Mechsner. Die Sonaten entstanden in der Erfolgszeit Rombergs für seine Schwester Therese, die sehr gut Geige gespielt haben muss.

"Musik und musikalische Erziehung haben in Vechta eine lange Tradition" Sam Schaffhausen, Vechtas stellvertretender Bürgermeister

„Musik und musikalische Erziehung haben in Vechta eine lange Tradition“, sagte Vechtas stellvertretender Bürgermeister Sam Schaffhausen. Stadt und Landkreis Vechta hatten die Publikation mit jeweils 5.000 Euro gefördert. 3.000 Euro steuerte die Bürgerstiftung Vechta bei. Damit waren die drei die Hauptgeldgeber in der Sponsorenriege.

Klaus G. Werner stieg in seinem Vortrag mit den Todesanzeigen von Romberg ein. Darin wird festgestellt, dass er "10 größtenteils unerzogene Kinder hinterlasse, aber kein Vermögen". Um die Folgen des Todes für die Familie abzumildern, wurden "öffentliche Konzerte zugunsten der Hinterbliebenen" veranstaltet. Beispielsweise in Gotha, Hamburg, Münster, Frankfurt, Köln und Berlin.

Wunderschönes Duett: Mitautor und Pianist Prof. Wolfgang Mechsner spielte zusammen mit Franziska Hahn zwei von Andreas Romberg komponierte Sonaten. Sie umrahmten damit den Vortrag von Klaus G. Werner. Foto: Heinzel Wunderschönes Duett: Mitautor und Pianist Prof. Wolfgang Mechsner spielte zusammen mit Franziska Hahn zwei von Andreas Romberg komponierte Sonaten. Sie umrahmten damit den Vortrag von Klaus G. Werner. Foto: Heinzel

Rombergs Arbeitspensum führte wahrscheinlich zu einem Schlaganfall

Anschließend skizzierte der Musikwissenschaftler kurz den Werdegang von Andreas Romberg, der 1809 in Hamburg für Furore sorgte, als seine Vertonung von Schillers "Das Lied von der Glocke" uraufgeführt wurde. "Diesen Triumph konnte er nicht wiederholen", sagte Werner, der dafür die napoleonischen Kriege und ihre Folgen verantwortlich macht. "Wenn kein Geld mehr da ist, wird die Kultur als Erstes gekürzt", meinte der Wissenschaftler. Ein verarmter Romberg begann 1815 als Hofkapellmeister beim Herzog von Gotha-Altenburg zu arbeiten. Sein Arbeitspensum führte wahrscheinlich zu einem Schlaganfall, an dem Romberg im Alter von 57 Jahren verstarb.

Im nächsten Abschnitt seiner Rede ging Klaus G. Werner auf die Forschung und Forschungsarbeit zu Romberg ein. Seit 2012 arbeiteten Werner und Mechsner an dem jetzt erschienen Werkverzeichnis. Drei Vorläufer, von denen Romberg zwei selbst verfasste, habe das Werk. Romberg habe 1809 und 1821 den aktuellen Stand seiner Kompositionen aufgelistet. Durch die Schrift von 1821 "ist es möglich, Kenntnisse über verschollene Werke zu erlangen". Bislang fungierte Kurt Stephensons Bibliographie von 1938 als Standardwerk. Allerdings habe "Stephenson äußerst gründliche Arbeit dennoch einige Lücken", so Werner. Für ihn sei Romberg ein "handwerklich perfekter Komponist mit guten musikalischen Ideen, die aber nicht revolutionär waren". Vermutlich einer der Gründe, warum Andreas Romberg heute eher unbekannt ist. "Mit dieser Publikation wird ein Höhepunkt der Romberg-Forschung vor Ort erreicht", schreibt die Stadt Vechta in einer Mitteilung.

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