Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Ein Song voller Melancholie und Experimente

Der Dinklager Christoph Hinxlage bringt mit seiner Indie-Band "MVNTIS" die nächste Single raus. Mit dem rockigeren "Judie" überraschten die Musiker auch ihre Fans.

Artikel teilen:
Stehen für ehrlich-authentischen Sound: Die Band MVNTIS mit (von links) Christoph Hinxlage, Samir Sakallah, Alexander Falke, Kilian Niemann und Patrick Albers. Foto: Bonnie Bartusch

Stehen für ehrlich-authentischen Sound: Die Band MVNTIS mit (von links) Christoph Hinxlage, Samir Sakallah, Alexander Falke, Kilian Niemann und Patrick Albers. Foto: Bonnie Bartusch

Christoph Hinxlage muss ein wenig schmunzeln.  "Wir haben schon einige Menschen überrascht." Man könne auch sagen: irritiert.  Am vergangenen Freitag hat der Dinklager mit seiner fünfköpfigen Indie-Band "MVNTIS" die nächste Single herausgebracht. "Judie" heißt sie. Es ist nach dem im April veröffentlichen Lied "Hugs" das zweite, das die Oldenburger Formation in einem Studio aufgenommen hat. Was einige Fans überraschte? Der 3 Minuten und 39 Sekunden lange Song ist rockiger als üblich. Und warum irritiert? Weil die Band in dem Lied einige Autotune-Effekte einsetzte.

Grundsätzlich sei das Feedback in den ersten Tagen aber "ziemlich positiv" gewesen, sagt Hinxlage.  Doch worum geht es überhaupt in dem Song? Es geht um oberflächliche Gespräche, um Persönlichkeitsstörungen und Stimmungsschwankungen. Hinter dem Namen "Judie" verbergen sich alle jene, "die manchmal nicht genau wissen, wohin mit sich und ihren Gefühlen". Das Thema ist also ein Gefühlschaos im Kopf, erzählt Samir Sakallah.

Bereit für ihre nächste Single: Die Band MVNTIS mit (von links) Christoph Hinxlage, Alexander Falke, Patrick Albers, Samir Sakallah und Kilian Niemann. Foto: Bonnie BartuschBereit für ihre nächste Single: Die Band MVNTIS mit (von links) Christoph Hinxlage, Alexander Falke, Patrick Albers, Samir Sakallah und Kilian Niemann. Foto: Bonnie Bartusch

Der Sänger schrieb den Song bereits Anfang 2017, "aus den Erfahrungen von platonischen Beziehungen heraus", wie er sagt. Das Lied entwickelte sich textlich und musikalisch im Laufe der vergangenen Jahre dann immer weiter. Die Symbiose aus Synthesizern, verzerrten Gitarren und Autotune sei dabei nicht ausschließlich aus ästhetischen Gründen gewählt worden. Es gehe auch darum, "Judie" lebendig werden zu lassen, um die Zerrissenheit der Person zu zeigen.  Der Song sei experimentell und melancholisch, sagt Christoph Hinxlage.

Experimentiell und melancholisch - das gilt speziell nicht nur für "Judie", sondern auch im Allgemeinen für MVNTIS (gesprochen: mæntis). Die Oldenburger Band lässt sich musikalisch grundsätzlich im Genre zwischen ehrlich-authentischem Indie-Pop und Rock verorten. Die Einflüsse von Hip-Hop und Metall sind indes auch unüberhörbar. Einige Bandmitglieder stehen auch auf Blues. Hinxlage, der Bass, Synthesizer, Keyboard und Klavier spielt, wiederum mag's auch durchaus elektronisch. Jeder bringt seine Einflüsse ein.

Sich nicht in eine Schublade stecken lassen. Keine Songs schreiben, die sich gleich anhören, ist die eine Sache. Trotzdem einen roten Faden verfolgen, trotzdem einen Wiedererkennungswert haben - es ist ein Spagat, dem sich viele Nachwuchsbands stellen müssen, wenn sie erfolgreich sein wollen. Sänger Samir Sakallah sagt: "Man soll schon hören, wo wir herkommen." Das gilt auch für die Lieder, die sich um die Liebe respektive Gefühle drehen. Wie eben "Judie".

Ihren neuen Song hätte die Band, zu der auch Kilian Niemann (Gesang/Keyboard), Patrick Albers (Gesang/E-Gitarre) und Alexander Falke (Drums) gehören, in diesem Sommer gerne in Clubs, auf Konzerten und Festivals gespielt. Doch Corona hat auch die Pläne von MVNTIS durcheinandergewirbelt, vor allem finanziell einen Strich durch die Kalkulationen gemacht. Es gibt fast gar keine Gigs, also auch keine Gagen. Sobald wieder etwas mehr Kohle in der Band-Kasse ist, soll auch ein Video zu "Judie" gedreht werden. 

Existenzgefährdend sei die Situation aber nicht, sagt Hinxlage. "Wir haben zum Glück ein gutes Ökosystem." Die Band ist sparsam mit ihren Einnahmen und kommt auch trotz laufender Kosten über die Runden. Ohnehin betreiben die Oldenburger ihre Musik nicht hauptberuflich. Hinxlage zum Beispiel ist angehender Lehrer.

Ihren Bekanntheitsgrad haben MVNTIS durch ihre Single "Hugs", die bei Spotify rund 25.000 Spotify gestreamt wurde, gesteigert. "Wir haben schon das Gefühl, dass die Menschen unsere Musik ernst nehmen", findet Sakallah. Der Sänger und Christoph Hinxlage freuen sich deshalb nach den vielen Absagen auf ihr nächstes Konzert. Am Samstag (25. Juli, 17 Uhr) spielen sie in Oldenburg im Bahnhofsviertel auf einem Doppelkonzert mit der befreundeten Lohner Band "Jacob Fortyhands". Und eine gewisse "Judie" wird sicherlich auch dabei sein.

  • Infos I: Tickets für das bestuhlte, fast ausverkaufte Konzert gibt es unter tickets2go.de.
  • Info II: „Judie“ ist bei Amazon, iTunes und auch Google Play zu kaufen. Die Single ist ebenfalls auf allen Streaming-Plattformen wie Spotify, Apple Music, Amazon Music, Google Music und Deezer zu finden.
  • Info III: Neuigkeiten zur Band gibt es auf der Homepage unter www.mvntis.com und auf allen Social-Media-Plattformen.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Ein Song voller Melancholie und Experimente - OM online