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Dinklager Sommermusik: Carion fasziniert mit seinem Programm "Kopenhagen 2022"

Das Quintett spielte Wolfgang Amadeus Mozart, Terry Riley, Renate Stivrina und Carl Nielsen. Mit Mimik und Körperbewegungen verdeutlichten sie das Zusammenspiel oder Gegeneinander ihrer Instrumente.

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Das Konzert im Dinklager Autohaus Ruhe war gut besucht. Foto: Heinzel

Das Konzert im Dinklager Autohaus Ruhe war gut besucht. Foto: Heinzel

Aufwühlend, faszinierend, schön und manchmal eben nicht angenehm. Mit diesen Worten lässt sich wohl der beeindruckende Auftritt des Bläserquintetts Carion in Dinklage beschreiben. Das preisgekrönte dänisch-lettische Ensemble präsentierte Musik, die die Besucher berührte und über die sie anschließend sprechen konnten. Eingeladen zu dem Auftritt im Autohaus Ruhe hatte der Bürger- und Kulturring Dinklage gemeinsam mit der Musikschule Romberg. Der begeistert aufgenommene Auftritt von Carion fand im Rahmen der Dinklager Sommermusik statt.

Carion sind Dóra Seres (Flöte), Egils Upatnieks (Oboe), Niels Anders Vedsten Larsen (Fagott), David M.A.P. Palmquist (Horn) und Egīls Šēfers (Klarinette). Ihr in Dinklage gespieltes Programm trägt den Namen der Stadt, in der sich Carion gründete: "Kopenhagen 2022". Das war 2002. Ihren ersten Auftritt hatten die Musiker im September vor 20 Jahren, wie die Fünf auf ihrer Facebookseite schreiben. Nun spielten sie zum 2. Mal "Kopenhagen". Einen Tag vor dem Event in Dinklage hatten sie es im Rahmen der Klosterkonzerte in Maulbronn gespielt.

Generell gab es keine Notenständer, da die Musiker die Stücke auswendig spielen konnten. Sie waren ständig in Bewegung. Damit verdeutlichten sie, welches Instrument gerade die Hauptrolle spielte beziehungsweise welche zusammenspielten oder gegeneinander agierten. So hatte zwar jeder seine Position, aber sie waren kontinuierlich in Bewegung und erweiterten den musikalischen Vortrag durch ein Theaterelement. Das Ergebnis war eine faszinierende Mischung, für die das Ensemble bekannt ist.

Ein Repertoire außergewöhnlicher Kompositionen 

Charmant, humorvoll und auf Deutsch moderierten Niels Anders Vedsten Larsen und David M.A.P. Palmquist die einzelnen Stücke an. Dem angenehm anzuhörenden Anfang mit Wolfgang Amadeus Mozarts Divertimento Nr. 1 Es-Dur (KV 113) folgte ein Zyklus von Miniaturen, die die lettische Komponistin Renāte Stivriņa für Carion schrieb. Sie basieren auf Kurt Vonneguts Aufsatzsammlung „A Man without a Country“. Der Autor beschäftigt sich in dem 2005 erschienenen Werk mit der amerikanischen Gesellschaft. Musikalisch betrachtet war es eine aufwühlende und wenig harmonische Zeit. Die Instrumente schienen teilweise eine Diskussion zu führen, bei der jedes um Aufmerksamkeit kämpfte und nicht auf den Gesamtklang achtete. Dies konnte teilweise sehr laut und schrill werden. Definitiv aber ein anregender und meisterhafter Vortrag.

Anschließend ging es mit Terry Rileys "In C" weiter. Das Werk ist im Stil des Minimalismus komponiert und hört sich bei jedem Vortrag anders an. Das sich stets wiederholende C wird umgeben von 53 kleinen Motiven. Riley gibt den Musikern aber kein starres Konzept vor, wie das Werk zu spielen ist, sondern überlässt es ihnen, wann sie von einem Motiv zum Anderen wechseln. Sie dürfen sich dabei nur nicht zu weit voneinander entfernen. Ein sehr interessantes und hörenswertes Musikerlebnis, das aber erheblich kürzer war als die von Riley empfohlenen Stunden. "Wir fanden es zu lang", sagte David M.A.P. Palmquist.

Nach einem Ausflug in die Wikingerzeit und dem Codex Runicus mit dem Lied „I dreamed a Dream at night“ schloss sich der Kreis mit dem „Bläserquintett op. 43“ von Carl Nielsen. Dieses Werk wiederum ist durch das Schaffen von Wolfgang Amadeus Mozart inspiriert worden. Die beiden Stücke führten den musikalischen Vortrag wieder in emotional ruhigere Gefilde. Musikschulleiter Konrad Hartong hatte zu Beginn der Veranstaltung seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass es ein unterhaltsamer Abend werden würde. Diese Hoffnung wurde definitiv erfüllt. 


Weitere Informationen: Das für den kommenden Samstag (24. September) geplante Abschlusskonzert der Dinklager Sommermusik mit der Bigband DiJaCo und Captain Soul musste auf den 18. März 2023 verschoben werden. Karten behalten ihre Gültigkeit.

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