Ausstellung zu „Mut zum Kreuz“ eröffnet
Hans Eveslage bedankt sich bei allen Porträtierten. Vielzahl der Einsendungen zwingt Kuratorium zu Auswahl.
Simon Vonstein | 18.09.2016
Hans Eveslage bedankt sich bei allen Porträtierten. Vielzahl der Einsendungen zwingt Kuratorium zu Auswahl.
Simon Vonstein | 18.09.2016

Zur Eröffnung der Fotoausstellung zur Serie „Mut zum Kreuz“ sind gestern Nachmittag weit über 500 Interessierte zur Burg Dinklage gekommen. Die 36 Bilder der in der OV und der Münsterländischen Tageszeitung porträtierten Menschen aus dem Oldenburger Münsterland sind auf dem Gelände der Burg aufgestellt. Musikalisch begleitet von der Big Band Horntime eröffnete Schwester Franziska Lukas, die Äbtissin des Benediktinerklosters, die Ausstellung bei gutem Wetter und angenehmen Temperaturen mit einer kurzen Ansprache. Bereits seit 2013 gibt es auf dem Gelände regelmäßig Ausstellungen, die sich dem Thema „Mut“ widmen. In den vergangenen Jahren standen dabei die künstlerische Darstellung von Mut und Lebenszeugnisse Mutiger im Vordergrund. Lukas erklärte, dass das diesjährige Thema „Mut zum Kreuz“ gewählt wurde, weil es Menschen, die einen Beitrag zu der Serie leisteten, den Mut abverlangte, sich den Blicken anderer auszusetzen. Es gehe dabei gar nicht vorrangig um das Kreuz, sondern um den Menschen und dessen Beziehung zum Glauben an Gott. Die Ausstellung sei eine Einladung zu einem Gang der Muße und einer Verlangsamung, die die Möglichkeit biete, innezuhalten. Hans Eveslage, ehemaliger Cloppenburger Landrat und seit 2015 Vorsitzender der Kardinalvon-Galen-Stiftung, betonte die Bedeutung mutigen Eintretens für christliche Grundsätze in Gesellschaft, Politik und Arbeitswelt. „Wer mutig ist, zeigt Eigenständigkeit und Charakterstärke“, sagte der 69-Jährige. Dies hätten für die aktuelle Serie insgesamt 68 Menschen getan, „deren Geschichten es allesamt verdient gehabt hätten, veröffentlicht zu werden“, so Eveslage. So war das Kuratorium gezwungen, eine Auswahl zu treffen. Dabei wurde besonders darauf geachtet, eine thematische und regionale Ausgewogenheit herzustellen. Alle, die mutig Bekenntnis abgelegt hätten, bezeichnete Eveslage als „Mutmacher“, weil sie in einer Zeit, in der „sich die Gesellschaft gefühlt immer weiter von Christus entfernt“, Mut bewiesen hätten. Dies und die hohe Zahl an Teilnehmern mache vielen anderen Menschen Mut und zeige, dass sie im Glauben nicht allein dastünden. Ulrich Suffner, Redaktionsleiter der OV, setzte die Serie in einen politischen Kontext. Viele Menschen sähen das christliche Abendland in Gefahr. Auslöser dessen seien nicht Flüchtlinge, sondern eine wachsende Orientierungslosigkeit durch Globalisierung, Digitalisierung und den Zerfall familiärer Strukturen. Gerade hier sei Mut gefragt, eigene Überzeugungen – nicht nur als Christ, sondern auch als Demokrat – zu äußern und in den Dialog mit anderen zu treten. Die Ausstellung fand bereits bei ihrer gestrigen Eröffnung großen Anklang. Es gab Kaffee und Kuchen und ein paar Schüler der Kardinal-von-GalenSchule backten zusammen mit ihren Lehrerinnen Waffeln. Viele der Besucher vertieften sich in einen der leihweise ausgelegten Flyer mit den Geschichten der Porträtierten und verweilten vor den dazugehörigen Bildern. Andere gingen einfach umher und suchten auf den großformatigen Drucken nach bekannten Gesichtern. Marion Hartmann, die aus Lüdinghausen bei Münster angereist war und gar nichts von der Ausstellung gewusst hatte, war begeistert. „Wenn ich von der Aktion erfahren hätte, hätte ich selber einen Beitrag eingesendet“, sagte sie. Hartmann kommt regelmäßig zur Burg Dinklage. Vor vielen Jahren stand sie kurz davor, in das dortige Kloster zu gehen. „Vielleicht fehlte mir damals der Mut zu diesem Schritt“. Fakten
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