Wie geht es weiter, wenn die staatliche Förderung für Solar- und Biogasanlagen nach 20 Jahren endet? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Perspektiven nach dem EEG“, zu der der Kreislandvolkverband Vechta mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und dem Verein Landwirtschaftlicher Fachbildung im Kreis Vechta eingeladen hatte. Fachliche Unterstützung erhielten die Teilnehmenden von Helmut Wahl (Photovoltaik), Tammo Thoben (Biogas) und Gerold Tammen (Wärmeerzeugung) – allesamt Vertreter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.
Viele Photovoltaik- und Biogasanlagen auf landwirtschaftlichen Betrieben laufen in den kommenden Jahren aus der festen Einspeisevergütung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Künftig gelten Marktbedingungen statt garantierter Preise. Helmut Wahl erläuterte, dass für „Ü20“-Photovoltaik-Anlagen verschiedene Optionen bestehen. Der Eigenverbrauch von Solarstrom, etwa für Stalltechnik oder E-Fahrzeuge, werde zunehmend wichtig, um Stromkosten zu senken und die Abhängigkeit vom Markt zu verringern. Gleichzeitig sorgten negative Strompreise und geplante Gesetzesänderungen für Unsicherheit, so Wahl.
Warum betrifft das die Verbraucher?
Tammo Thoben stellte die neuen Regelungen des „Biomassepakets“ vor, das seit Herbst 2025 die Förderung von Biogasanlagen über Ausschreibungen regelt. Die Teilnahme ist möglich, jedoch mit strengeren Vorgaben verbunden, erklärte Thoben. Die sinkenden Fördermengen werfen die Frage auf, ob der Weiterbetrieb für einige Betriebe wirtschaftlich sinnvoll bleibe.
Gerold Tammen thematisierte die Bedeutung erneuerbarer Wärmelösungen, wie Wärmepumpen und Biomasseheizungen, insbesondere angesichts steigender CO₂-Preise. Die Diskussion verdeutlichte, dass landwirtschaftliche Energieanlagen nicht nur für die Betriebe, sondern auch für die öffentliche Energieversorgung von Bedeutung sind.
Ein zentrales Anliegen der Teilnehmenden war die politische Planungssicherheit. „Unsere Betriebe sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und in erneuerbare Energien zu investieren. Aber dafür brauchen wir endlich klare und dauerhafte Leitplanken. An Verlässlichkeit hat es in den vergangenen Jahren in allen Bereichen der erneuerbaren Energien immer wieder gemangelt“, sagte Dr. Friedrich Wilhelm, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes Vechta.