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Unternehmerpreis 2022: Alfred Grothaus erhält den Preis für sein Lebenswerk – den Tier- und Freizeitpark Thüle

Grothaus entwickelt aus einem Hobbygehege mit Wildtieren eine heute 17 Hektar große Erlebniswelt. Der Publikumsmagnet verzeichnet rund 300.000 Besucher jährlich.

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Die Flamingos waren die ersten erfolgreichen Nachzuchten: Alfred Grothaus, Seniorchef des Tier- und Freizeitparks Thüle, kann auf viele Zuchterfolge zurückblicken. Foto: Hölzen / Gerald Lampe

Die Flamingos waren die ersten erfolgreichen Nachzuchten: Alfred Grothaus, Seniorchef des Tier- und Freizeitparks Thüle, kann auf viele Zuchterfolge zurückblicken. Foto: Hölzen / Gerald Lampe

Der Verbund Oldenburger Münsterland hat Alfred Grothaus mit dem „Preis für das unternehmerische Lebenswerk“ geehrt. „Ein Ticket – drei Welten“ – dieser Werbespruch des Tier- und Freizeitparks Thüle beschreibt das sehr genau, wofür Grothaus, der Gründer des Tier- und Freizeitparks Thüle, sein Leben lang gearbeitet hat. Dass man „allein mit großer Tierliebe ausgestattet auf Dauer kein Geld würde verdienen können“, das war dem gelernten Kaufmann schon früh klar. „Die Tiere werden bei uns in Thüle immer im Mittelpunkt stehen, aber in unserer Größe, zumal in einer völlig ländlichen, vor einigen Jahrzehnten noch durchaus abgeschiedenen Gegend, allein von der Präsentation exotischer Tiere zu leben, ihn hier vor Ort kostendeckend zu betreiben,  – und damit eine Familie ernähren zu können, das war und ist illusorisch.“ Es galt also „alle Generationen anzusprechen. Deshalb entwickelte sich unser Angebot fast zwangsläufig in Richtung Erlebniswelt“, erinnert sich der 73-Jährige.

Wenn Grothaus heute auf den im Jahr 2013 nach einer Erweiterung 17 Hektar großen Tier- und Freizeitpark im Erholungsgebiet Thülsfelder Talsperre blickt, dann sieht er, dass die frühen Richtungsentscheidungen richtig waren. Mit rund 300.000 Besuchern jährlich ist die Einrichtung in Mittelsten Thüle neben dem Museumsdorf in Cloppenburg der größte Besuchermagnet, für die Kinder ganz sicher die größte Freizeitattraktion, in der Region.

Der Tierpark in Thüle startete mit der Hobbyhaltung von einheimischen Wildtieren

Beim Aufbau des von März bis Oktober geöffneten Tier- und Freizeitparks habe man sicherlich von der zunehmenden Bekanntheit der Talsperre profitiert, dennoch hätten alle in der Familie erfahren, dass man „für Erfolg auch hart arbeiten muss – 24/7“, sagt Alfred Grothaus.

Die Keimzelle des heutigen Parks bildete der elterliche Bauernhof in der Thüler Dorfmitte. Mitte der 60er-Jahre hatten Theodor und Elisabeth Grothaus hobbymäßig mit der Haltung einheimischer Wildtiere begonnen. Das sprach sich herum. Um Rehe, Wildschweine oder die ersten „Exoten“ – Pfauen – zu sehen, reisten die Besucher auch aus der Ferne an.

Mit der steigenden Zahl der Wildtiere wuchs der Platzbedarf. Die Entscheidung, einen Nachbarhof und damit 5 Hektar Fläche an der Straße „Über den Worberg“ zu erwerben, war im Jahr 1965 der Start für den heutigen Tier- und Freizeitpark. Pinkfarbene Flamingos gehörten zu den ersten Attraktionen.

Die Arbeit mit den Tieren war immer eine persönliche Stärke des Preisträgers

„Die Arbeit mit den Tieren“ war immer „eine persönliche Stärke“ von Grothaus und folgend auch eine des Tierparks. Seit 1975 ist man Mitglied in diversen Zuchtgemeinschaften, Grothaus war im Jahr 1976 Mitgründer der Deutschen Tierparkgesellschaft. Im Jahr 1980 übernahm er schließlich das Unternehmen von seinen Eltern.

Hat Grothaus Lieblingstiere? „Von Anfang an die Krallenaffen.“ Schon früh gab es dank der Fürsorge des Tierparkchefs Erfolge in der Aufzucht der „schwer nachzüchtbaren Affen“.

Für die neue CoasterKart-Bahn erhielt der Tier- und Freizeitpark Thüle einen Innovationspreis. Foto: Hölzen  Gerald LampeFür die neue "CoasterKart"-Bahn erhielt der Tier- und Freizeitpark Thüle einen Innovationspreis. Foto: Hölzen / Gerald Lampe

Eine Erlebniswelt schafft man nicht allein durch die Präsentation von Tieren, erzählt Grothaus weiter. Gemeinsam setzte er mit Ehefrau Monika, die stets verantwortlich an seiner Seite arbeitete, die Gastronomie betreute und weiter ausbaute sowie die wichtige Büroarbeit übernahm, auf Expansion. Die Zukunftsstrategien für das Unternehmen entwickelten die Eheleute gemeinsam,

Gewachsen ist der Freizeitbereich aus dem Kalkül der Kaufleute Grothaus heraus, „die Aufenthaltsdauer im Park zu verlängern“. Zuletzt „im Jahresrhythmus“ wurden den Gästen deshalb neue Fahrgeschäfte und Spielmöglichkeiten präsentiert.

Der Park in Thüle gehört zu den 25 führenden Einrichtungen seiner Art in Deutschland

Insgesamt 33 Freizeitattraktionen befinden sich auf dem Gelände des Parks, unter anderen Wikingerschiff, Seilbahn, Kettenflieger oder Wasserrutschen, ergänzt um viele Spielplätze.

Der Tier- und Freizeitpark. Thüle ist vielfach ausgezeichnet, wurde unter die 25 führenden Freizeitparks in Deutschland gewählt. Mehrfach gab es Innovationspreise im Freizeitbereich, zuletzt für die neueste – und mit rund 2 Millionen Euro die bislang teuerste – Fahrattraktion.

Der Tier- und Freizeitpark Thüle ist immer Familienbetrieb gewesen und wird es auch bleiben. Mit der heutigen Geschäftsführerin Tochter Alexandra Grothaus und ihrem Ehemann Christoph ist schon seit 2013 die Nachfolgegeneration „am Ruder“. Das sei (s)ein Glück, sagt Alfred Grothaus, Vater zweier Töchter.


Fakten:

  • 1965: Der „Tierpark Worberg“ von Theodor und Elisabeth Grothaus öffnet.
  • 1980: Übergabe der Parkleitung an Alfred Grothaus mit Ehefrau Monika.
  • 1982: Neuer Name „Tierpark Thüle“.
  • 1985: Premiere des „Nautic Jet“, erstes Freizeitpark-Fahrgeschäft. 
  • 1976: Mitgründung der Deutschen Tierparkgesellschaft
  • 1998: Umbenennung in „Tier- und Freizeitpark Thüle“.
  • 2018: Erweiterung um das Wikingerland „Njordland“.
  • Info: www.tier-freizeitpark.de

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