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Tanzschule schickt Schuh ans Kanzleramt

Die Cloppenburger Tanzschule Schwantje will auf die Situation der gesamten Branche aufmerksam machen. Denn die werde in keiner Verordnung von der Politik auch nur mit einem Wort erwähnt.

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Paket ins Kanzleramt: Ein Tanzschuh ist auf dem Weg nach Berlin, der andere hängt symbolisch in Cloppenburg. © Tanzschule Schwantje

Paket ins Kanzleramt: Ein Tanzschuh ist auf dem Weg nach Berlin, der andere hängt symbolisch in Cloppenburg. © Tanzschule Schwantje

Aufmerksam machen auf die Situation ihrer Branche möchte die Tanzschule Schwantje. Die Cloppenburger Einrichtung beteiligt sich an einer bundesweiten Aktion des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverbandes und hat am Wochenende ein Paket ans Bundeskanzleramt nach Berlin geschickt.

Inhalt sind ein benutzter Tanzschuh, ein Nagel und ein Brief. „Mit diesem Paket schicken wir ein Symbol unseres Schaffens und hoffentlich eine Erinnerung für zukünftiges Handeln des Kanzleramtes“, teilt die Tanzschule auf ihrer Facebookseite mit.

Wie Inhaber Frerk Schwantje und Schwiegersohn Aleksander Sikora  im Gespräch mit OM online am Montag dazu erklärten, seien Tanzschulen keine Einrichtungen, die einfach übergangen werden können. Beide kritisieren, dass ihr Berufszweig in keiner Verordnung der Politik Erwähnung findet.

„Wir leisten schließlich auch einen kulturellen Beitrag und fördern die geistige und körperliche Fitness“, sagt Sikora. Studien würden unter anderem die positiven Auswirkungen der Bewegung zur Musik auf den menschlichen Körper und das eigene Immunsystem zeigen.

So kämen zurzeit immer wieder Rückmeldungen von Senioren, die ihre Tanzkurse vermissen. Zudem habe die Tanzschule eine hohe Bedeutung für Jugendliche. „Sie wollen auch einfach mal wieder etwas Unbeschwertes erleben“, so Sikora weiter.

Schon in der Historie des Landes habe der Tanz immer einen besonderen Stellenwert in der Gesellschaft eingenommen. Diese Tradition sei nun in großer Gefahr.

Selbstverständlich sei ihnen bewusst, dass man zurzeit nicht auf Biegen und Brechen öffnen könne. „Konkrete Forderungen sind schwierig und man muss auch Vernunft walten lassen“, sagt Schwantje. Man dürfe dabei aber nicht komplett in Vergessenheit geraten.

Die Branche habe bereits im Frühjahr 2020 bewiesen, dass Tanzen und Unterricht hygienekonform möglich seien, entsprechende Konzepte wurden erarbeitet. Tanzschulen seien keine Pandemietreiber, sondern eher hilfreich, da sie Menschen bewegen und so vor Langzeitschäden schützen können.

„Wir geben auf keinen Fall auf“, sagen Schwantje und Sikora ganz deutlich. Sie seien durch Voraussicht in der Vergangenheit so aufgestellt, dass sie nach dem Lockdown wieder durchstarten wollen.

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