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Stromtrassen im Südkreis: Amprion stellt sich in Lastrup den Fragen der Bürger

Amprion hat im Oktober den Antrag auf Bundesfachplanung für den Verlauf von "Korridor B" eingereicht. Auf der Ausschusssitzung stellte sich das Unternehmen dazu den Fragen der Lastruper Bürger.

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Strom-Autobahn im Landkreis Cloppenburg: Für die Projekte "Korridor B" sowie "LanWin 1 und LanWin3" sind die Anträge eingereicht worden. Foto: dpa/Amprion

Strom-Autobahn im Landkreis Cloppenburg: Für die Projekte "Korridor B" sowie "LanWin 1 und LanWin3" sind die Anträge eingereicht worden. Foto: dpa/Amprion

Der Landkreis Cloppenburg soll von Stromtrassen durchzogen werden – auch die Gemeinde Lastrup wird davon betroffen sein. Konkret plant die zuständige Amprion Offshore GmbH 2 Projekte, den "Korridor B" sowie "LanWin 1 und LanWin3". Das Unternehmen hat die Bürger dafür während einer Sitzung des Planungsausschusses über den aktuellen Stand der Projekte informiert.

"Im Oktober haben wir den Antrag auf Bundesfachplanung für den Abschnitt im Landkreis Cloppenburg eingereicht. Nun wird geprüft, welche unserer ermittelten Trassenkorridore genehmigungsfähig sind", berichtete Florian Zettel, Projektsprecher bei Amprion. Wenn eine Entscheidung getroffen wurde, wird Amprion die Planfeststellung beantragen. In diesem zweiten Genehmigungsverfahren legt die Bundesnetzagentur den exakten Verlauf der Erdkabeltrasse innerhalb des 1000 Meter breiten Korridors B fest. Nach etwa 3 bis 4 Jahren Bauzeit sei die Inbetriebnahme dann für Anfang der 2030er Jahre geplant, so Zettel.

Korridor B ist eine Höchstspannungs-Gleichstrom-Verbindung, die voraussichtlich ab Anfang der 2030er Jahre Windstrom von den Küstenregionen in Schleswig-Holstein und dem Norden Niedersachsens nach Nordrhein-Westfalen transportieren soll. Er besteht aus dem Vorhaben 48, einem rund 440 Kilometer langen Abschnitt von Heide/West (Schleswig-Holstein) nach Polsum (NRW) und dem rund 270 Kilometer langen Abschnitt von Wilhelmshaven nach Hamm (NRW), dem Vorhaben 49.

Idealvorstellung: Amprion bevorzugt für sein Projekt Korridor B den Vorschlagkorridor, der sich nördlich über das Gemeindegebiet erstreckt. Grafik: AmprionIdealvorstellung: Amprion bevorzugt für sein Projekt "Korridor B" den Vorschlagkorridor, der sich nördlich über das Gemeindegebiet erstreckt. Grafik: Amprion

Bei LanWin1 und LanWin3 handelt es sich um Offshore-Anbindungen bei Amprion. Sie transportieren erneuerbare Energien aus Windparks in der Nordsee nach Wehrendorf in Niedersachsen und Westerkappeln in Nordrhein-Westfalen. Die Anbindungssysteme sollen 2031 (LanWin1) und 2033 (LanWin3) in Betrieb gehen. LanWin1 ist rund 390 Kilometer lang. Davon verlaufen etwa 170 Kilometer auf See. LanWin3 ist ebenfalls rund 390 Kilometer lang, wobei etwa 160 Kilometer davon auf See verlaufen. Auf dem Landweg sind beide als Erdkabel in Gleichstromtechnik geplant. Auch ihr Verlauf wird gerade geprüft und wird das Gemeindegebiet durchziehen.

"Es gibt keine gesetzlichen Mindestabstände, was den Verlauf der Trassen betrifft. Für den Bau müssen allerdings Ausgleichsflächen geschaffen werden", erklärte Stefan Sennekamp, Projektsprecher für LanWin 1 und LanWin3. Sowohl Sennekamp als auch Florian Zettel betonten, dass sich das Unternehmen lediglich um die Planung des Projektes kümmere, die Bundesnetzagentur lege letztlich die Korridore fest.

Schutzstreifen von 60 Metern muss um Erdkabel geschaffen werden

Die anwesenden Bürger, insbesondere aus der Bauerschaft Groß-Roscharden, bewegte vor allem das Thema Entschädigung. "Bis zu 35 Prozent des aktuellen Verkehrsweges können entschädigt werden. In den Rahmenregelungen werden die Anliegen der Eigentümer entsprechend abgegolten", erklärte Florian Zettel.

Auch, was die anschließende Nutzung der Flächen betraf, gab es einige Rückfragen. So sei es nach der Verlegung der Erdkabel möglich, weiterhin Ackerbau zu betreiben. Allerdings sei Forstwirtschaft in der näheren Umgebung nicht möglich. "Es muss ein Schutzstreifen von 60 Metern geschaffen werden. Dort darf es keine Bebauung oder Tiefwurzelgehölze geben. Bei der Planung wurden die Waldgebiete aber selbstverständlich berücksichtigt", so Stefan Sennekamp.

Nun würden beide Projekte im Gebiet des Landkreises Cloppenburg auf Herz und Nieren geprüft. Florian Zettel und Stefan Sennekamp hoffen auf die Genehmigung zur Umsetzung ihres Vorschlagkorridors, auch für die Gemeinde Lastrup. Dieser sei am ehesten zu vertreten, da andere Trassenverläufe das Gebiet stärker treffen würden. Die Karten lägen nun also bei den Behörden.

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