Rebo-Verkauf befindet sich in der kartellrechtlichen Prüfung
Jahresrückblick: Seit mehreren Monaten verhandeln die Visbeker Rebo-Landmaschinen und B+S Landtechnik mit der rumänischen Ipso SRL.
Roland Kühn | 27.12.2025
Jahresrückblick: Seit mehreren Monaten verhandeln die Visbeker Rebo-Landmaschinen und B+S Landtechnik mit der rumänischen Ipso SRL.
Roland Kühn | 27.12.2025

Mit Rebo Landmaschinen/B+S mit Hauptsitz in Visbek-Rechterfeld steht einer der größten John-Deere-Händler in Deutschland vor dem Verkauf. Foto: Rebo
Eines der größten Unternehmen in der Region im Bereich des Handels mit Landmaschinen steht vor dem Verkauf. Rebo Landmaschinen und B+S Landtechnik befinden sich seit einigen Monaten in Verkaufsverhandlungen mit Ipso SRL mit Hauptsitz im rumänischen Mogosoaia in der Nähe der Hauptstadt Bukarest. Alexander Bruns, Geschäftsführer der Visbeker Rebo-Gruppe, bekannt vor allem als eine der größten John-Deere-Vertretungen in Deutschland, hat kurz vor Jahresschluss den OM-Medien bestätigt, dass die im November bekannt gewordenen Gespräche mit dem Investor weiterlaufen. Seit der Erstmeldung „hat sich nichts getan“, das Geschäft stehe unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Bedingungen. Derzeit würden diese geprüft. Die zu den Rebo-Motorgeräten gehörenden Betriebe in der Region sind übrigens nicht Gegenstand der Verhandlungen. Für den 50-jährigen Bruns ist der angestrebte Verkauf ein „strategisches Geschäft“. Rebo Landmaschinen und die angehörende B+S Landtechnik haben seinen Angaben zu Folge über 400 Mitarbeiter an 17 Standorten. Der gemeinsame Umsatz lag zuletzt bei 170 Millionen Euro im Jahr. Der Geschäftsführer sieht die seit 4 Jahrzehnten am Markt bestehende Gruppe „gut aufgestellt“. Kaufinteressent Ipso ist der einzige autorisierte Importeur des weltweit größten Agrarmaschinenherstellers John Deere in Rumänien. Der Landmaschinenhändler bildet mit heute 22 Standorten in mehreren Ländern und über 600 Mitarbeitern als Ipso Agriculture einen Geschäftsbereich der französischen Group Monnoyeur. Diese wiederum beschäftigt 9200 Mitarbeiter und generierte in 2024 einen Gesamtumsatz von rund 3,4 Milliarden Euro. Das Zusammengehen der beiden großen John-Deere-Händler ist auch für den potenziellen Käufer ein „wichtiger Meilenstein in unserer Wachstumsstrategie“ und sei eine Möglichkeit, neue Synergien zu schaffen, so Arnaud Van Strien, Vorstandschef von Ipso. Ein Zusammengehen mit Ipso würde laut Bruns helfen, „unsere Fähigkeit zu stärken, langfristigen Mehrwert für unsere Kunden, Partner und Mitarbeiter zu schaffen“. Auch für den weltgrößten Landmaschinenhersteller Deere & Company dürfte ein Zusammengehen seiner beiden Händler von Vorteil sein. Zuletzt hatte man mit steigenden Kosten am Heimatmarkt USA und den anhaltenden Zollkapriolen von US-Präsident Trump zu kämpfen. Schwächelnder Absatz und sinkende Profitabilität kamen auch bei den Aktionären nicht gut an. Deere versucht seit Jahren über sein Programm „Dealer of tomorrow“ durch Fusionen von Händlern die Struktur seines Vertriebs zu straffen. Im April 2025 hatten etwa die beiden bayerischen John-Deere-Händler D.O.B. Landtechnik AG und die Hans Völk GmbH unter dem Dach der Robert Aebi AG fusioniert. Damit entstand Deutschlands größter Vertriebspartner von John Deere.
Eine Fusion wäre auch im Sinne des Handelspartners, des weltgrößten Landmaschinenherstellers John Deere
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