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OM-Zukunftsmacherin 2026: Gute Ideen und innerer Antrieb sind Charlotte Arkenbergs Motor

Am 4. Juni wird in Emstek die neue OM-Zukunftsmacherin gekürt. Zu den starken Frauen auf der Gästeliste gehört Charlotte Arkenberg. Sie hat mit 28 eine Führungsposition bei airpool übernommen.

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Charlotte und ihr Bruder Niklas arbeiten eng als Geschäftsführer des Familienunternehmens zusammen. Foto: Feinrot

Charlotte und ihr Bruder Niklas arbeiten eng als Geschäftsführer des Familienunternehmens zusammen. Foto: Feinrot

Die OM-Medien küren am 4. Juni zum fünften Mal eine Zukunftsmacherin. Im Vorfeld stellen wir starke Frauen aus der Region vor. Dazu gehört auch Charlotte Arkenberg (31) von der Dammer Firma Airpool.

„Für mich fühlte es sich an, wie nach Hause zu kommen“, sagt Charlotte Arkenberg, die vor zweieinhalb Jahren mit 28 Jahren die Nachfolge im elterlichen Unternehmen angetreten hat und heute Teil der Geschäftsleitung der airpool Lüftungs- und Wärmesysteme GmbH ist. „Ich wollte immer in den Mittelstand“, sagt sie. „In einem mittelständischen Familienunternehmen tätig zu sein bedeutet, dass man gesellschaftlich mitwirken kann“, ist sie überzeugt, auch mehr Gestaltungsspielraum zu haben. Genau das macht die Dammerin seither mit viel Freude, Elan und Überzeugung.


Alle Informationen zur Zukunftsmacherin finden Sie auf unserer Themenseite


Charlotte Arkenberg war seit ihrer Kindheit immer mit dem Betrieb verbunden, den ihre Eltern vor 27 Jahren gegründet haben. „Schon als Kind habe ich hier viel Zeit verbracht. Meine Mutter hat immer gearbeitet, somit habe ich in den Sommerferien oft an der Rezeption gesessen, Bilder und Willkommensschilder gemalt oder kleine Präsente für die Mitarbeiter gebastelt“, erinnert sie sich. „Ich wusste schon sehr früh, dass ich in der freien Wirtschaft arbeiten möchte“, sagt sie. Vielleicht auch, weil die Firma immer auch ein Teil im Privatleben der Familie Arkenberg war. „Ein bisschen Unternehmergen haben wir alle mit auf den Weg bekommen“, erklärt die Jüngste von drei Geschwistern ihre Vorliebe für Wirtschaftsthemen.

Diesen Weg hat sie nach dem Abitur schließlich mit einem Bachelor-Studium – Business Management Studies – im Sauerland eingeschlagen. Für ihren Master, International Management mit dem Fokus auf Finanzen, hat es sie dann erst nach Oestrich-Winkel in der Nähe von Wiesbaden und abschließend für ein Auslandsjahr nach Lissabon verschlagen. „Obwohl das Studium auch anstrengend war, hatte ich immer viel Spaß daran“, sagt sie. „Ich war bereits in meiner Kindheit zahlenaffin.“ Daher war sie umso glücklicher, dass sie ihre ersten Berufserfahrungen im Frankfurter Bankenleben im Bereich der Unternehmenstransaktionen und Mittelstandsfinanzierung sammeln durfte. Das war herausfordernd, aber die junge Frau war dankbar, viel sehen und lernen zu können.

„Für mich war das keine Herausforderung, sondern Freude darüber, wieder nach Hause zu kommen.“


Die Entscheidung, nicht sofort nach dem Studium ins Familienunternehmen zurückzukehren, hat die 31-Jährige bewusst gefällt. „Wenn ich etwas verändern möchte, muss ich in der Praxis erst einmal etwas lernen“, sagt sie. Nach 5 Jahren ist sie dann schließlich doch mit ihrem jetzigen Verlobten in die Heimat zurückgekehrt. „Für mich war das keine Herausforderung, sondern Freude darüber, wieder nach Hause zu kommen“, sagt sie. Auch die familiäre Arbeitskultur in dem Dammer Unternehmen hat dazu beigetragen. Unter den Mitarbeitenden war und ist sie „Charlotte“, nur jetzt in einer Führungsposition.

Auch wenn es bei ihr nicht der Fall ist, glaubt sie, dass es Frauen in Führungspositionen oftmals schwerer haben könnten. „Ich bin aber der Überzeugung, dass es sehr gut möglich ist.“ Und dafür ist sie ein gutes Beispiel. „Wenn man einen eigenen inneren Antrieb und gute Ideen mitbringt, diese mit Herzblut trägt und dabei überzeugend und authentisch ist, dann existiert der Unterschied zwischen Mann und Frau nicht“, ist sie überzeugt. „Es ist natürlich nicht immer einfach, aber die positive Einstellung trägt viel dazu bei, Herausforderungen nicht immer zwangsläufig als solche zu sehen“, sagt die 31-Jährige.

„Ich möchte meine Position für diese Region dafür nutzen, Arbeit für Frauen attraktiver zu gestalten. Sie müssen kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie trotz Familie ihre Arbeit und ihre Karriere forcieren.“

Im Familienunternehmen kümmert sich Charlotte Arkenberg um die Finanzen und das Marketing. „Wenn ich den ganzen Tag von Zahlen umgeben bin, ist das meine Welt“, sagt die junge Unternehmerin, die einen guten Ausgleich von dieser verantwortungsvollen Position im Sport und in der Bewegung findet. „Darin gewinne ich meine mentale Stärke.“

Foto: FeinrotFoto: Feinrot

Gemeinsam mit ihrem Bruder Niklas, der schon einige Jahre länger in der Geschäftsleitung tätig ist, hat sie in den vergangenen Jahren Stück für Stück Strukturen verändert und neue Prozesse geschaffen. „Dabei ist es wichtig, alle Beteiligten mitzunehmen und sie davon zu überzeugen“, sagt sie. „Wenn man so viele Dinge verändert, wie wir es in den vergangenen Jahren gemacht haben, muss man diese Wege immer ein erstes Mal gehen. Das fordert auch mich regelmäßig heraus.“

„Mach das, was dich erfüllt, und verwirkliche dich selbst. Man muss die Wege und Lösungen, die es gibt, einfordern – denn wer nicht sucht, kann auch nicht finden.“

„Eine Führungsposition als Frau einzunehmen, diesen Weg muss man gehen wollen. Dabei ist es wichtig, ein Umfeld zu haben, das einen unterstützt. Das ist als Frau noch wichtiger als bei Männern“, sagt sie und richtet damit den Blick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie den damit verbundenen Wunsch, die Karriere nicht zwangsläufig unterzuordnen.

Charlotte Arkenberg hat das große Glück, das mit ihrem Partner gefunden zu haben. „Das besteht aus einem gesunden Gleichgewicht von Geben und Nehmen, Verständnis füreinander sowie dem Bewusstsein, im richtigen Moment Kompromisse einzugehen. Familie und Beruf sind für viele Frauen ein täglicher Spagat“, sagt sie und möchte Kolleginnen dies in ihrem Unternehmen gerne etwas leichter machen. Ein Projekt, das sie sich für die Zukunft auf die Fahne geschrieben hat.

„Ich möchte meine Position für diese Region dafür nutzen, Arbeit für Frauen attraktiver zu gestalten. Sie müssen kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie trotz Familie ihre Arbeit und ihre Karriere forcieren.“ Sie findet es schade, wenn Frauen aufgrund fehlender Infrastruktur ihre Berufswünsche, ihre Rente und ihr Gehalt für die Familie in den Hintergrund stellen. „Da gibt es mittlerweile tolle Möglichkeiten und die möchte ich für unser Unternehmen in Zukunft umsetzen.“ Daher würde sie Frauen immer raten: „Mach das, was dich erfüllt, und verwirkliche dich selbst. Man muss die Wege und Lösungen, die es gibt, einfordern – denn wer nicht sucht, kann auch nicht finden.“


Hintergrund:

  • Die OM-Medien zeichnen 2026 zum fünften Mal eine Entscheiderin aus dem Oldenburger Münsterland, die in besonderer Weise die gesellschaftliche Entwicklung vorantreibt, mit dem Award „OM-Zukunftsmacherin“ aus.
  • Unterstützt wird das Projekt OM-Zukunftsmacherin von den Firmen Südbeck, Grimme, Bergmann, Wernsing, Zerhusen und airpool sowie von Öffentliche Versicherungen Oldenburg und der LzO.
  • Gekürt wird die Preisträgerin von einer Jury. Ihr gehören Silvia Breher (Parlamentarische Staatssekretärin und CDU-Bundestagsabgeordnete, Lindern), Christine Grimme (Grimme Gruppe, Damme), Gudrun Arkenberg (airpool), Linda Stärk (Zerhusen Kartonagen), Dr. Jutta Middendorf-Bergmann (Ludwig Bergmann GmbH, Goldenstedt) und Annette Vetter (Leiterin Bereich Personal, Landessparkasse zu Oldenburg) an. Für OM-Medien ist die stellvertretende Chefredakteurin Anke Hibbeler dabei.
  • Die Auszeichnung findet am 4. Juni (Donnerstag) im OM-Medienhaus in Emstek statt. 2022 vergab die Jury den Award an Sarah Dhem aus Lastrup; 2023 an Marion Schouten aus Cloppenburg; 2024 an Stephanie Barlage aus Dinklage. 20025 wurde Marie-Luise Bertels aus Kroge ausgezeichnet.
  • Alles zur Vorgeschichte, zur Jury und zu Vernetzungsmöglichkeiten finden Sie hier.

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