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OM-Unternehmerpreise: Stephan Kallage ist "Existenzgründer des Jahres 2021"

Kallage ist Gründer und Geschäftsführer der Firma "eska" in Vechta-Calveslage. Der Hydraulikspezialist genießt dank seiner Qualitätsarbeit inzwischen weltweit einen guten Ruf.

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Erfolgreicher Existenzgründer: Hydraulikspezialist Stephan Kallage ist mit seinem Betrieb „eska“ inzwischen weltweit gefragt. Foto: Hölzen / Gerald Lampe

Erfolgreicher Existenzgründer: Hydraulikspezialist Stephan Kallage ist mit seinem Betrieb „eska“ inzwischen weltweit gefragt. Foto: Hölzen / Gerald Lampe

Stephan Kallage blickt auf 2021 als ein „insgesamt kurioses Jahr“ zurück. Der positive Höhepunkt: die Nachricht, dass er den Preis des Oldenburger Münsterlandes als „Existenzgründer des Jahres“ erhalten sollte: „Das hat mich schon überrascht. Das ist ja quasi eine kleine Oscarverleihung“, sagt er. Und dann ist da natürlich der persönliche Rückschlag, der „mich als Unternehmer dazu gezwungen hat, nichts mehr zu unternehmen“: Ein schwerer Arbeitsunfall auf einer Baustelle, der ihn fast das Leben kostete.

„Im Krankenbett kamen da schon die Gedanken auf, alles hinzuwerfen. Der Lebensplan war von einem Tag auf den anderen verändert“, erinnert sich Kallage. Aber als durch den Unfall des Vaters „Not am Mann“ war, half schließlich eine junge Frau: Die 26 Jahre alte Tochter Paula ist gelernte Bankkauffrau und erhielt die nötigen Vollmachten, um den Betrieb auch während der Abwesenheit des Vaters weiterführen zu können.

Kallage hat sein Metier "von der Pike auf" gelernt

Kallage betont dabei auch die Rolle der Mitarbeiter „Wie wichtig es ist, gute Leute zu haben, das haben wir wirklich gemerkt. Dass alle auch zur Stange gehalten haben, als ich nicht dabei war, das macht mich nicht nur dankbar, sondern auch ein klein wenig stolz.“ Paula wird im Betrieb bleiben, dort gemeinsam mit ihrem Vater arbeiten.

Sein Metier hat Kallage, „von der Pike auf“ gelernt. Sein beruflicher Werdegang führte den Landmaschinenschlosser und Fahrzeugbauermeister zunächst zu größeren regionalen Unternehmen, in denen er an verantwortlicher Stelle tätig war. Fast 16 Jahre war er vor der Selbstständigkeit bei einem Vechtaer Unternehmen beschäftigt, das auf Hydraulikaufgaben spezialisiert war. Inzwischen zum Prokuristen, aufgestiegen wurde der „schon immer vorhandene Wunsch, mich selbstständig zu machen, aber immer größer. Schließlich brachte ich alle Voraussetzungen mit, um ein eigenes Unternehmen zu führen“, sagt Kallage in der Rückschau.

Die Gründung von „Eska Hydraulik“ am 1. Januar 2013 „schlug ein. Wir hatten gleich gut zu tun“, erinnert sich Kallage. Von Anfang an setzte er auf „die neuesten Tools am Markt, wie die 3D-Konstruktion oder auf ein zukunftsfähiges Auftragsbearbeitungsprogramm.“ Auch die Möglichkeiten des Internets wurden konsequent ausgeschöpft. Über die digitalen Wege kommen immer wieder Aufträge herein. 2014 kam ein Teilhaber hinzu, der bis 2019 im Unternehmen blieb.

Im Jahr 2015 wurde es Zeit, sich nach einem Neubaustandort für das schnell gewachsene Unternehmen umzusehen. „Erst wollten wir in Lohne bauen, sind dann aber als einer der ersten Betriebe in das Vechtaer Gewerbegebiet Stukenborg gezogen.“ Dort arbeiten heute 16 Mitarbeiter gemeinsam mit dem Chef, der immer noch „jede Baustelle selbst in Augenschein nimmt“, lacht Kallage. Das ist Ausfluss der Einstellung, dass man die vom Kunden gestellten Aufgaben in der technischen Welt der Hydraulik nicht ausschließlich am Computer lösen kann. Der Chef ist längst „Weltreisender in Sachen Hydraulik“ und jettet für Wartungen um die Welt, landet etwa in China, Mexiko oder in arabischen Ländern – und sammelt dabei ganz nebenbei die Kontakte für die nächsten Aufträge.

Die Kundenanfragen kommen mittlerweile aus aller Welt zu eska

Kundenanfragen kommen deshalb mittlerweile (fast) aus aller Welt, auch weil „viele unserer Lösungen im alltäglichen Betrieb gut funktionieren, so dass wir einen guten Namen haben“. „Die Auftragserledigung bei läuft dabei eigentlich immer gleich ab. Der Kunde kommt mit einer Aufgabe und wir konstruieren und projektieren.“ Mittlerweile arbeiten hydraulische Lösungen aus Calveslage bei unzähligen namhaften Kunden. Überall dort, „wo etwas mithilfe von Hydraulik bewegt werden soll und kann, kommen wir ins Spiel“, erklärt Kallage. Eine besondere Fachkenntnis weisen die 16 eska-Mitarbeiter im Wasserbau nach. Die Vechtaer Firma gilt als Spezialist für die Kon-struktion und Bewegung hydraulischer Schleusentore.

Die Umsätze des Unternehmens sind seit der Gründung kontinuierlich gestiegen, auf zuletzt 3 Millionen Euro. „Auch Corona hat uns nicht richtig getroffen.“ Die Marktpräsenz und das ausgesprochene Know-how, das eska mitbringt, schlägt sich gut gegenüber asiatischer Konkurrenz: „Das, was wir können, das können auch die Chinesen nicht. Die sind erst in 10 oder 20 Jahren so weit, dass sie Anlagen so technisch ausgereift wie wir bauen“, ist er seines technologischen Vorsprungs recht sicher.

Fakten

  • 2013: Gründung der eska Hydraulik GmbH in Lohne als „Ein-Mann-Betrieb“
  • 2015: Neubau eines modernen Betriebssitzes in Vechta-Calveslage; Aufstockung des Personals.
  • 2018: Erweiterung der Produktionshallen und neuerliche Aufstockung des Personals.
  • 2021: Mehrere größere Aufträge werden abgewickelt (unter anderen Hydraulikanlage des Krans des Forschungsschiffes „Polarstern“; Schleuse Iffezheim am Rhein); weitere Aufstockung des Personals.
  • Info: www.eska-hydraulik.de

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