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OLB verabschiedet sich von Ramsloh

Die Bank „bündelt ihre Beratungskompetenz an größeren zentralen Standorten“, wie sie es formuliert. Ramsloh gehört nicht dazu. 1500 Kunden sind davon betroffen.

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Gehört der Geschichte an: Die OLB-Filiale in Ramsloh ist geschlossen.  Foto: Fertig

Gehört der Geschichte an: Die OLB-Filiale in Ramsloh ist geschlossen. Foto: Fertig

Am Dienstag hat Mia Teipen ihr Sparbuch bei der Oldenburgischen Landesbank (OLB) in Ramsloh abgeräumt. Die Filiale an der Veilchenstraße ist seit dieser Woche geschlossen. Die Bank strukturiert ihr Standortsystem um, wie Timo Cyriacks mitteilt, der dort für Unternehmenskommunikation zuständig ist. Die Bank schließt Filialen, oder, wie Cyriacks es gegenüber dem General-Anzeiger ausdrückt, sie "bündelt ihre Beratungskompetenz an größeren, zentralen Standorten".

Dazu gehört Ramsloh nicht. Dort wurde die Niederlassung seit 1989 betrieben. 1500 Kunden sind von der Schließung betroffen. Mia Teipen ist eine von ihnen. Die Scharrelerin hat nun ihr letztes Geld vom Sparbuch abgehoben, weil sie, wie sie sagt, nicht deswegen bis nach Friesoythe fahren wolle, wo sich für sie die nächstgelegene Filiale befindet.

Dort wird der Ramsloher Senior-Kundenbetreuer Manfred Schröder künftig tätig sein, teilt Cyriacks mit, und seine Saterländer Kunden gegebenenfalls an diesem Standort weiter beraten.Kundenbetreuerin Petra Janssen wechselt von Ramsloh zur Filiale nach Rhauderfehn.

"Wir machen uns  Entscheidungen wie diese nicht leicht."Timo Cyriacks aus der Unternehmenkommunikation der Bank

Eine weitere Kundin, die an diesem Vormittag eine der letzten Gelegenheiten nutzt, Geld am Standort in Ramsloh abzuheben, wird künftig deswegen weder nach Friesoythe noch nach Rhauderfehn fahren. Sie habe die Bank wegen der Schließung gewechselt, sagt die Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Sie wohnt ebenfalls in Scharrel und habe keine Lust, sagt sie, wegen jeder Bankangelegenheit drei Dörfer weiter zu fahren.

Die Bank zu wechseln, überlegt auch eine dritte Kundin, die ebenfalls anonym bleiben möchte. Sie lebt in Ostrhauderfehn und sei "schon ewig" Kundin bei der Bank. Zur Filiale nach Rhauderfehn zu fahren, sei für sie "schwierig", sagt die Frau. Von dort käme sie mit dem Auto immer so schlecht weg. In Ramsloh sei sie einfach dort vorbeigekommen, wenn sie in den Supermärkten gegenüber einkaufe oder zur Wassergymnastik ins Hallenbad fahre.

Die OLB ist bemüht, ihre Kunden zu halten. Unternehmenssprecher Cyriacks weist auf die Möglichkeit hin, dass die Kunden mit ihrer Girocard in vielen Supermärkten, Discountern und an Tankstellen gebührenfrei Geld abheben können. "Das Kundenverhalten hat sich auch in dieser Hinsicht geändert, dass viele Kunden die Bargeldversorgung in das Erledigen ihrer Einkäufe integrieren", weiß Cyriacks.

Nächste Filiale mit persönlicher Beratung in Augustfehn

Im Vorraum der Bankfiliale an der Veilchenstraße wird die Kundschaft zudem per Schild darauf hingewiesen, dass sie mit der Debit Mastercard an allen Geldautomaten mit Mastercard-Symbol innerhalb des Euroraumes gebührenfrei Geld abheben können, unabhängig davon, um welche Bank es sich handelt.

Cyriacks weist zudem auf die Möglichkeit hin, mit der Banking-App Ein- und Auszahlungen an einer der deutschlandweit mehr als 12.000 Akzeptanzstellen des Barzahlen-Partnernetzwerks vorzunehmen.

Ende März hatte die Oldenburgische Landesbank bereits ihre Filiale in Barßel umstrukturiert. Im Selbstbedienungsbereich finden die Kunden weiterhin Bankautomaten und Kontoauszugdrucker vor. Die nächste Filiale mit persönlicher Beratung befindet sich für die Barßeler in Augustfehn. Am Standort Ihrhove an der Ihrener Straße werden die Mitarbeiter zum 12. August abgezogen und es wird nur noch einen Selbstbedienungsbereich angeboten. In Westoverledingen hat die OLB nach eigenen Angaben 1700 Kunden. In Ramsloh sind es nur 200 weniger.

"Infolge dieser Frequenz haben wir uns dazu entschieden, in Ihr­hove künftig eine SB-Filiale anzubieten und in Ramsloh nicht."So erläutert Cyriacks die Situation

Warum wird der Standort im Saterland komplett geschlossen? "Wir machen uns Entscheidungen wie diese nie leicht", versichert Sprecher Cyriacks. Ausschlaggebend für das unterschiedliche Vorgehen seines Hauses sei, dass die Nutzung des Geldautomaten in Westoverledingen um 50 Prozent höher liege als in Ramsloh.

"Infolge dieser Frequenz haben wir uns dazu entschieden, in Ihr­hove künftig eine SB-Filiale anzubieten und in Ramsloh nicht", erläutert Cyriacks die Situation.

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