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Offizialat saniert das Haus Meeresstern auf Wangerooge und holt einen Vechtaer als neuen Leiter

Über Jahre war die Ferien- und Tagungsstätte eine Anlaufstelle für viele Südoldenburger. Dann drohte die Schließung. Aber das ist Geschichte. Jetzt steht der Zeitplan für die Wiedereröffnung.

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Das Offizialat lässt das Haus Meerestern sanieren und umbauen. Die Kirche investiert Millionen in das Projekt. Foto: Offizialat/Hörnemann

Das Offizialat lässt das Haus Meerestern sanieren und umbauen. Die Kirche investiert Millionen in das Projekt. Foto: Offizialat/Hörnemann

Das lange Hin und Her um das katholische Haus Meeresstern auf Wangerooge hat ein Ende. Das Bischöflich Münstersche Offizialat in Vechta hat den Zeitplan für die Wiedereröffnung des krisengeschüttelten Ferien- und Tagungsdomizils bekannt gegeben.

Das Haus auf der Nordseite der ostfriesischen Insel gehörte ursprünglich dem Orden Unserer Lieben Frau in Vechta und stand wegen massiver Finanzierungslücken und Brandschutzmängeln zwischenzeitlich vor der endgültigen Schließung. Die Vechtaer Kirchenverwaltung hatte die Immobilie schließlich übernommen. Seit 2020 ist das Haus geschlossen. Die Kirche lässt das historische Gebäude nun umfassend sanieren und umbauen.

Anfang 2026 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann soll das Haus in zwei Stufen für Gäste öffnen; zunächst im Testbetrieb, dann zu Ostern im ganzjährigen Regelbetrieb. Neuer Leiter des Hauses soll der Vechtaer Pastoralreferent Peter Havers werden. Der 52-Jährige ist aktuell für die katholische Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt als Hochschulseelsorger an der Uni Vechta und im Mentorat an der Katholischen Hochschulgemeinde im Einsatz.

Vechtaer übernimmt die Gesamtleitung

Havers hat sich in der Kreisstadt auch über seine Arbeit hinaus einen Namen gemacht. Er organisiert unter anderem mit seinem Mitstreiter Benedikt Feldhaus in der Initiative „Bleib laut“ Poetry Slams. Auch auf dem Stoppelmarkt war das Format zuletzt ein Publikumsmagnet.

Künftig der Chef im Haus Meeresstern: Peter Havers. Foto: HörnemannKünftig der Chef im Haus Meeresstern: Peter Havers. Foto: Hörnemann

Havers ist in Essen im Ruhrgebiet aufgewachsen. Er ist ausgebildeter Tischler, studierter Theologe, war Lehrer an einem Duisburger Gymnasium und kam 2013 schließlich als Pastoralreferent nach Vechta. 2021 schloss er seine zusätzliche Ausbildung in Supervision, Coaching und Organisationsentwicklung ab. Beruflich bedeutet die neue Stelle für Peter Havers mit der Eröffnung auch den Abschied aus Vechta. Er übernimmt für das Haus die Gesamtleitung und soll auch für die inhaltliche Ausrichtung und Konzeption zuständig sein. Dazu kommt außerdem die Geschäftsführung.

Die Personalie hatte Vechtas Offizial, Weihbischof Wilfried Theising, bei der Legung eines neuen Grundsteins für den historischen Bau auf der Insel selbst bekannt gegeben. Bei dem Festakt hatte der Leiter der Kirchenverwaltung gemeinsam mit dem Architekten Torsten Zoeke auch eine Zeitkapsel im Fundament des Baus versenkt.

Eigenständiger Betreiber

Das Offizialat ging als Eigentümer und Bauherr bereits zum Baustart von Investitionen in Höhe von mehr als 10 Millionen Euro aus; zwischenzeitlich gab es aber deutliche Verzögerungen. Einen öffentlichen Stand zu den Baukosten gibt es aktuell nicht.

Klar ist aber bereits: Für den Betrieb wird die kirchliche Verwaltung das Haus an die Vechtaer St.-Willehad gGmbH verpachten. Dort ist auch Havers Stelle angesiedelt. Das gemeinnützige Unternehmen soll das Haus nach Angaben aus dem Offizialat wirtschaftlich führen. Das Unternehmen plane das Haus und die Angebote deshalb nach der Maßgabe, dass für Betrieb und Erhaltung dauerhaft keine kirchlichen Zuschüsse notwendig sind.

Neuer Grundstein: Weihbischof Wilfried Theising und Architekt Torsten Zoeke bei dem Festakt auf Wangerooge. Foto: ChowanietzNeuer Grundstein: Weihbischof Wilfried Theising und Architekt Torsten Zoeke bei dem Festakt auf Wangerooge. Foto: Chowanietz

Bei der Entscheidung für die St.-Willehad gGmbH schließt sich der Kreis: Gegründet hat die eng mit der Kirche verflochtene gemeinnützige Gesellschaft nämlich der ursprüngliche Betreiber des Gästehauses, die kirchliche Ludgerus-Stiftung. Den Namen des Unternehmens übernimmt die Initiative von der Kirche direkt neben dem Gästehaus.

Eng mit der Kirche verflochten

Vorsitzender der gemeinnützigen Gesellschaft ist aktuell Dr. Markus Wonka, beim Offizialat Leiter der Abteilung Seelsorge und Seelsorge-Personal. Er sagt: Die Leitung des Hauses übernehme bewusst ein Mitarbeitender aus dem Pastoralen Dienst. Mit der Einrichtung verbinden das Bischöflich Münstersche Offizialat und die St.-Willehad gGmbH eine pastorale Idee. „Haus Meeresstern ist ein kirchlicher Ort – egal, ob dort im Sommer Familien Urlaub machen oder im Herbst und Winter Einrichtungen tagen“, erklärte er.

Durch die Umbauarbeiten soll aus dem früheren Bildungs- und Exerzitienhauses ein modernes Gästehaus werden. Gleichzeitig soll der ganzjährige Betrieb das Haus als Arbeitgeber attraktiver machen und zusätzlich eine höhere Auslastung erreichen. Vorgesehen sind auf rund 3300 Quadratmetern 74 Zimmer, darunter acht Familienzimmer, Rollstuhlzimmer und barrierefreie Schlafräume mit insgesamt 120 Betten. Zum Angebot gehören außerdem vier Seminarräume und eine Kapelle.

Vor dem Umbau: Das Alter war dem Haus 2015 deutlich anzusehen. Foto: Archiv OM-MedienOffizialatVor dem Umbau: Das Alter war dem Haus 2015 deutlich anzusehen. Foto: Archiv OM-Medien/Offizialat

Das Projekt beschreiben Kirche und Architekt als Herausforderung: Die Dimension sei für die kleine Insel enorm. 300 Container Schutt hätten an das Festland transportiert werden müssen. 2500 Tonnen Dünensand seien gesiebt, begutachtet und zum Strand gebracht worden. Die Logistik und die zwingende Baupause im Sommer verlängern das Projekt zusätzlich.

Das Haus wurde ursprünglich 1908 erbaut, dann immer wieder erweitert und umgebaut. Es war zwischenzeitlich ein Erholungsheim für Kinder und ein Inselkrankenhaus. Ende der 1970er-Jahre ließ der Vechtaer St. Willehad-Verein zusätzlich ein Erholungsheim für Mutter-Kind-Kuren bauen.

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