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Linderner Sitzmöbelhersteller wird mit VR-Mittelstandspreis ausgezeichnet

Die Firma Gehlenborg erhält für ihre innovative Auftrags- und Angebotsabwicklung die Ehrung der Arbeitsgemeinschaft der Volks- und Raiffeisenbanken in Weser-Ems.

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Der VR-Mittelstandspreis 2022 geht an Ute und Sohn Niclas Gehlenborg aus Lindern. Foto: Hibbeler

Der VR-Mittelstandspreis 2022 geht an Ute und Sohn Niclas Gehlenborg aus Lindern. Foto: Hibbeler

Die Jury hatte die Qual der Wahl, so der Tenor einer Mitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Volksbanken und Raiffeisenbanken Weser-Ems (AGVR). Zu guter Letzt konnten dann aber am Dienstag (30. August) in Bad Zwischenahn doch drei Mittelstandspreise überreicht werden. Eine der diesjährigen Auszeichnungen, die jeweils für eine Geschäftsregion vergeben werden, konnten Ute und Sohn Niclas Gehlenborg als Geschäftsführer des Linderner Sitzmöbelherstellers Hans Gehlenborg entgegennehmen. Weitere Preise gingen an den Maschinenbauer hs-tumbler GmbH (Quakenbrück) und „Tiny House wohnträume“ (Leer). Die prämierten Firmen erhieltenUrkunden und 5000 Euro Preisgeld.

Bei der Preisverleihung im Hotel „Haus am Meer“ lobte der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft, Thomas Ahaus den „Ideenreichtum, die Innovationskraft, Nachhaltigkeit und die unternehmerische Schaffenskraft der mittelständischen Wirtschaft“. Das hätten die zahlreichen und hoch qualifizierten Bewerbungen auf die Preise gezeigt. Den mit 15.000 Euro dotierten Preis schreibt die genossenschaftliche Bankengruppe zusammen mit den Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie den Handwerkskammern (HWK) in Weser-Ems alle zwei Jahre aus.

Gehlenborg entwickelt einen 3D-Konfigurator für Sitzmöbel

Eindrucksvoll, so Ahaus weiter, hätten die drei Preisträger gezeigt, dass die Region über ein großes unternehmerisches Potenzial verfüge. Dass auch der Bereich der Sitzmöbel noch „revolutionär“ verändert werden könne, habe die Hans Gehlenborg GmbH eindrucksvoll bewiesen. Das seit 1972 im Markt agierende Unternehmen fertigt mit 35 Mitarbeitern hochwertige und an individuelle Bedürfnisse angepasste Sofas, Sessel und Stühle. Gehlenborg hat mit dem 3D-Möbel-Konfigurator ein neuartiges digitales Verkaufstool entwickelt. Dieses, so Ahaus, verbessere den ortsunabhängigen Beratungsprozess, ermögliche die direkte Erstellung und den automatischen Versand des Angebots. Planer und Architekten hätten die Möglichkeit der Einbettung als 3D-Datei in ihre Visualisierungen. Im Sitzmöbelbereich sei die Komplexität einzigartig.

Die Herstellung von Sitzmöbeln konnte erheblich beschleunigt werden, der Aufwand bei der Angebots- und Auftragserstellung fiel um rund 15 Prozent geringer aus. Der Umsatz habe in Teilbereichen um 50 Prozent gesteigert werden können, so Ute und Niclas Gehlenborg.

Dank der neuen Methoden habe die Wettbewerbsfähigkeit gesichert werden können, es seien sogar zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden.

Auch das Nachhaltigkeitshandeln von Gehlenborg überzeugte die Jury

Auch der Nachhaltigkeitsaspekt wurde bei der Innovation nicht vernachlässigt. Regionale Partnerschaft und kurze Transportwege, regenerative Energieversorgung in den Hallen durch Photovoltaik-Anlagen, waren für die Jury ein ebenso wichtiger Punkt für die Auszeichnung von Gehlenborg.

Eine ursprünglich aus den USA stammende Idee von kleinen und transportablen Häusern habe die „Tiny House wohnträume GbR" in beeindruckender Weise weiterentwickelt“, führte Ahaus bei der Preisübergaben an den Betrieb aus Leer aus. Die Ostfriesen seien auf einem guten Weg, mit ihren Tiny Houses für den gehobenen individuellen Anspruch eine erweiterte Zielgruppe für dieses Produkt zu erschließen.

Mit „pfiffigen und innovativen Entwicklungen“ unter anderem bei der Dachkonstruktion sowie der Integration regenerativer Energieträger höben sich die Ostfriesen vom Wettbewerb ab.

Die hs-tumbler GmbH aus Quakenbrück habe eine innovative Mischtechnik entwickelt, die patentiert und seit 2021 aktiv in der Vermarktung sei, so Ahaus. Die Geräte könnten in Industrie und Handwerk von der Chemie- und Lebensmittelproduktion bis hin zur Großbäckerei vielfältig zum Einsatz kommen. Die Neuerung aus Quakenbrück macht motorgetriebene Rührorgane überflüssig. Das hs-tumbler-System kommt ohne Rührorgane aus. Das Mischen erfolgt durch die Bewegung des Behälters selbst. Das spare Zeit, Energie und Rohstoffe und sorge zudem für eine schonende Verarbeitung.

Mittlerweile mit Patent: hs-tumbler macht die traditionellen Rührwerke überflüssig

„Das Wachstumspotenzial der noch jungen Firma ist enorm“, sagte Ahaus bei der Preisübergabe an das Unternehmen, das inzwischen zehn eigene Mitarbeiter beschäftigt, bei regionalen Partnern fertigen lässt und mit verschiedenen Hochschulen im Forschungsbereich zusammenarbeitet.

„In Handwerk, Industrie, Handel und Dienstleistung in Deutschland arbeiten rund 60 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Menschen und 80 Prozent der Auszubildenden in Deutschland“, betonte Ahaus die wichtige Rolle des Mittelstandes.

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