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Landkreis Vechta und Agentur für Arbeit stellen neuen Jobcenter-Chef vor

Der neue Geschäftsführer war der Wunschkandidat. Der Landkreis setzt für die Zukunft auf eine bessere Verzahnung.

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Posten besetzt: (von links) Der Erste Kreisrat Hartmut Heinen, die Vorsitzende der Vechtaer Agentur für Arbeit, Tina Heliosch, der neue Jobcenter-Geschäftsführer Markus Ripke und Landrat Tobias Gerdesmeyer. Foto: Chowanietz

Posten besetzt: (von links) Der Erste Kreisrat Hartmut Heinen, die Vorsitzende der Vechtaer Agentur für Arbeit, Tina Heliosch, der neue Jobcenter-Geschäftsführer Markus Ripke und Landrat Tobias Gerdesmeyer. Foto: Chowanietz

Markus Ripke ist der neue Leiter des Jobcenters in Vechta. Als Geschäftsführer ist er ab sofort verantwortlich für 103 Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit und des Landkreises. Der 42-Jährige übernimmt die Nachfolge von Frank kl. Kruthaup. Der frühere Jobcenter-Chef war im August als Erster Samtgemeinderat nach Harpstedt gewechselt. Landkreis und Arbeitsagentur hatten die Stelle deshalb neu ausschreiben müssen.

Vechtas Landrat Tobias Gerdesmeyer sagt: "Wir haben unseren Wunschkandidaten bekommen." Markus Ripke sei die ideale Besetzung. Er sei der beste Bewerber gewesen – nicht nur auf dem Papier.

Der Wahl-Goldenstedter war zuvor unter anderem 15 Jahre in verschiedenen Funktionen beim Jobcenter Delmenhorst. Er kehre jetzt nach Vechta zurück, sagt er. Aufgewachsen in Visbek, startete er 2002 nach seinem Abitur am Vechtaer Kolleg St. Thomas und seinem Zivildienst bei den Vechtaer Maltesern mit dem dualen Studium beim früheren Arbeitsamt. Für seine praktische Ausbildung blieb er in Vechta – damals noch am Standort im heutigen Haus der Caritas am Bahnhof. Es folgten Stationen in Hildesheim und Delmenhorst.

Individuelle Lösungen lohne sich

Anfang dieses Jahres übernahm Ripke dann eine Stabsstelle der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Cloppenburg. Dann sah er die Ausschreibung für den Posten in Vechta. Die Aufgabe habe ihn gereizt, verrät Ripke. Die Bewerbung folgte. Die Zusage auch.

Das Jobcenter ist eine gemeinsame Einrichtung von Bundesagentur und Kommune. Es fasst seit 2004 Aufgaben des früheren Arbeitsamts und des Sozialamts zusammen, unter anderem die Qualifizierung von Arbeitslosen, berufliche Weiterbildung, aber auch die Gewährung von Grundsicherung und Bürgergeld. Aktuell betrifft das 6469 Personen – Arbeitslose und deren Familien. Das Jobcenter ist auch zuständig für viele Geflüchtete – etwa aus der Ukraine.

Ripke sagt: "Wir haben es vor allem mit Menschen in sehr schwierigen Lebenslagen zu tun." Für fast alle Betroffenen brauche es individuelle Lösungen, damit sie wieder eigenständig leben und für ihren Lebensunterhalt sorgen können. Das brauche manchmal viel Zeit und fordere Geduld und Engagement bei allen Beteiligten. Das gelte auch für die Firmen in der Region, die dringend nach Personal und Facharbeitern suchen. Wer nach Möglichkeiten suche, der finde auch Mitarbeiter. "Die Arbeit lohnt sich einfach", sagt Ripke.

"Wir müssen immer wieder Chancen eröffnen", sagt Ripke. "Auch mehrfach." Denn: Er habe bisher sehr selten Menschen erlebt, die kein eigenes Geld verdienen wollen. Natürlich gebe es Totalverweigerer. Aber die seien "prozentual nur ein verschwindend kleiner Teil".

Landkreis will Kontinuität

Die Perspektive ist im Sinne des Landkreises. Der Erste Kreisrat Hartmut Heinen sagt: Fachkräftemangel sei in der Region weiter ein großes Thema. Für die Zukunft gehe es auch um die bessere Verzahnung der verschiedenen Behörden, damit etwa Zuwanderer schneller in Arbeit kommen oder die Kinderbetreuung geregelt werde, um Alleinerziehenden die Chance zu geben, selbst Geld verdienen zu können. 

Für den 42-Jährige ändert sich mit dem neuen Posten auch der Dienstherr. Er wechselt als Beamter vom Bund zum Landkreis. Formal ist der Jobwechsel eine Versetzung.

Gerdesmeyer sagt: Er sei froh, dass sich Ripke für die Kommune entschieden habe – der neue Geschäftsführer hätte auch bei der Bundesagentur bleiben können. Als Bediensteter des Landkreises sei er jetzt auch Teil der wöchentlichen Behördenleiter-Besprechungen. Der regelmäßige Kontakt erleichtere die Zusammenarbeit.

Gemeinsames Ziel

Kreisrat Heinen sagt: Auch das Thema Kontinuität spiele eine Rolle.  Dem Landkreis sei es wichtig gewesen, den neuen Jobcenter-Chef an die Region zu binden. Die Geschäftsführer-Stelle sei eine zentrale Position, die Vernetzung im und mit dem Landkreis sei wichtig.

Tina Heliosch, Vorsitzende der Agentur für Vechta, sagt: Sie habe Ripke in der Entscheidung für den Landkreis bestärkt. Die Zusammenarbeit sei gut, die Ziele seien dieselben. Die Verbindung zur Bundesagentur für Arbeit bleibt ohnehin; die Einrichtungen teilen sich in Vechta an der Rombergstraße ein Gebäude. 

Schließlich arbeiten Agentur und Jobcenter Hand in Hand. "Wir haben dasselbe Ziel", sagt Heliosch. Dabei habe das Jobcenter eine wichtige Aufgabe. 

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