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Immobilien in Kreisen Cloppenburg und Vechta werden immer teurer

Die Corona-Pandemie kann die Preissteigerung für gebrauchte Eigenheime im Oldenburger Münsterland offenbar kaum bremsen. Das zeigt eine aktuelle Datenerhebung.

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Hohe Preise lassen sich in Südoldenburg weiterhin mit dem Verkauf von gebrauchten Eigenheimen erzielen. Foto: dpa/Burgi

Hohe Preise lassen sich in Südoldenburg weiterhin mit dem Verkauf von gebrauchten Eigenheimen erzielen. Foto: dpa/Burgi

In fast allen Regionen Niedersachsens müssen potenzielle Immobilien-Käufer aktuell tiefer in die Tasche greifen als noch vor 3 Jahren. Das gilt im Raum Weser-Ems vorneweg für die Stadt Emden (+ 13 Prozent pro Jahr) und den Landkreis Wesermarsch (+ 17 Prozent). Es folgen benachbarte Landkreise wie Diepholz und Emsland (jeweils + 11 Prozent). Auch die Kreise Cloppenburg und Vechta liegen mit jährlichen Preissteigerungen in Höhe von jeweils 10 Prozent noch knapp über dem Landesdurchschnitt (9,8 Prozent).

Das geht aus dem aktuellen Kaufpreisspiegel der Norddeutschen Landesbausparkasse (LBS Nord) in Hannover hervor. Dafür wurden die Verkaufsangebote des zweiten Quartals 2020 in den niedersächsischen Tageszeitungen sowie auf Online-Portalen ausgewertet. 

Demnach haben die niedersächsischen Hauspreise infolge der Corona-Krise allerdings nicht mehr ganz so stark zulegt wie noch in der jüngeren Vergangenheit, als noch jährliche Wachstumsraten bis zu 20 Prozent registriert wurden. Dieser Effekt der Verlangsamung war in Südoldenburg jedoch schon vor der Pandemie eingetreten, ausgehend von einem sehr hohen Gesamtniveau.

Beleg: Der Durchschnittspreis für ein gebrauchtes Einfamilienhaus liegt den Angaben zufolge im Kreis Vechta nunmehr bereits bei fast 388.000 Euro. Teurer ist Wohnen in den eigenen 4 Wänden im Raum Weser-Ems nur noch in den kreisfreien Städten Oldenburg und Osnabrück. Im Kreis Cloppenburg müssen Käuferinnen und Käufer jetzt im Schnitt 289.000 bezahlen. Das ist der achthöchste Wert unter den 18 Landkreisen und kreisfreien Städten in Weser-Ems.

Pandemie bremst Preissteigerung aus - vorübergehend

Das hohe Preisniveau zeigt sich auch auf Ebene der Städte und Gemeinden (siehe Karte). Am höchsten in Südoldenburg sind die Standardpreise für Häuser in den Städten Vechta (419.500 Euro) und Cloppenburg (380.000 Euro). Auch Lohne (370.000 Euro) und Löningen (355.000 Euro) liegen nur unweit dahinter. Deutlich weniger, aber immer noch viel Geld wird derweil in den Gemeinden Saterland (239.000 Euro) und Molbergen (262.000 Euro) verlangt.

In der Nachbarschaft sieht es kaum anders aus. Neben teuren Flecken wie Edewecht, Wildeshausen und Bramsche gibt es auch preiswertere Landstriche wie Twistringen, Apen und Rhauderfehn. Aber nirgendwo in der Region ist noch ein Standardpreis unter 200.000 Euro zu entdecken.  Zum Vergleich: Am günstigsten fahren niedersächsische Eigenheimkäufer aktuell im Landkreis Holzminden. Der Standardpreis für ein gebrauchtes Einfamilienhaus beträgt dort nur 135.000 Euro.

"Im Augenblick beobachten wir eine kleine Atempause bei den Immobilienpreisen", erklärt Dr. Rüdiger Kamp, Vorstandsvorsitzender der LBS Nord, mit Blick auf die Corona-Auswirkungen. Jedoch: "Das kann sich schnell ändern. Nach wie vor ist das Angebot auf dem Immobilienmarkt knapp."

Notverkäufe bleiben aus, Mietmarkt in Bewegung

Im Oldenburger Münsterland hatten sich die sehr hohen Steigerungsraten - wie bereits erwähnt - schon zuvor leicht abgeschwächt. "Die Preise sind aber immer noch sehr stabil mit weiterhin steigender Tendenz", sagt der Leiter Immobilienservice der Volksbank Vechta, Michael Willenberg. Denn auch er weiß: "Noch immer ist das Angebot an Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen vergleichsweise gering und übersichtlich."

Daran habe auch die Corona-Pandemie nicht merklich etwas geändert. Eher im Gegenteil: "Man kann sogar sagen, dass die Nachfrage nach einem Einfamilienhaus mit Garten noch gestiegen ist", fügt Willenberg an. Zustimmung kommt vom Mitbewerber: "Die Nachfrage nach Eigenheimen wird weiter steigen", prognostiziert LBS-Chef Kamp. Denn gerade durch die Erfahrungen der letzten Monate sei vielen Menschen bewusst geworden, "welch großen Wert ausreichend Platz in den eigenen 4 Wänden und ein eigener Garten haben können."

Sieht sehr stabile Preise mit steigender Tendenz: Immobilienexperte Michael Willenberg. Foto: Volksbank VechtaSieht sehr stabile Preise mit steigender Tendenz: Immobilienexperte Michael Willenberg. Foto: Volksbank Vechta

Willenberg nennt derweil noch einen weiteren Grund für die beständige Entwicklung: "Sicherlich wird die Nachfrage nach Immobilien auch durch die anhaltend niedrigen Zinsen weiter befeuert." Und ein Ende der Niedrigzinspolitik sei derzeit nicht in Sicht.

"Gott sei Dank", so Willenberg weiter, seien aber die von einigen Kaufinteressenten herbeigesehnten Notverkäufe aufgrund der Pandemie bis dato ausgeblieben. Dafür gebe es aktuell auch keine Anzeichen.  Klar erkennbar sei allerdings ein Anstieg bei den Mietangeboten, insbesondere ganz aktuell im vierten Quartal des laufenden Jahres.  Hintergrund ist offenbar, dass viele Studiengänge seit dem Frühjahr als Online-Semester geführt werden. Willenberg: "Demzufolge wurden viele freie WG-Zimmer nicht neu besetzt und vermietete Zimmer aufgrund der Umstellung sogar gekündigt."

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