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Im alten Umspannwerk wird jetzt kreative Energie gebündelt

Viele Jahre stand das Gebäude in Cloppenburg leer. Jetzt sind wieder alle Räumlichkeiten belegt. Statt Strom finden sich hier nun verschiedenste Geschäftsmodelle.

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Die drei vom Umspannwerk: (von links) Alexandra Hauke, Jasmin Pohlmann und Michaela Höne setzen auf gegenseitige Inspiration. Foto: Dickerhoff

Die drei vom Umspannwerk: (von links) Alexandra Hauke, Jasmin Pohlmann und Michaela Höne setzen auf gegenseitige Inspiration. Foto: Dickerhoff

Es gibt Ecken in Cloppenburg, die sind auch vielen alteingesessenen Bewohnern der Stadt nicht bekannt. Das ehemalige Umspannwerk in der Bürgerparkstraße ist so ein Ort. Lange Zeit gab es auch eigentlich keinen Grund, dem alten Backsteingebäude besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Hier kamen Stromleitungen zusammen, und die Energie wurde an die Verbraucher weitergeleitet. Dann stand der Bau viele Jahre leer. Doch mittlerweile strotzt es hier wieder vor Energie, wenn auch anders als früher.

Denn statt Stromleitungen kommen in der Bürgerparkstraße 18-20 jetzt verschiedene Energieströme zusammen. Und zwar in Form von Geschäftsfrauen. Angefangen hat diese Entwicklung mit Jasmin Pohlmann. Als Modefotografin war sie weltweit unterwegs, doch nach der Geburt ihrer Tochter suchte sie nach einem Ort als Ausgangspunkt für ihre Arbeit. Zufällig stieß sie bei ihren Internetrecherchen auf das alte Cloppenburger Umspannwerk. "Es war eine komplette Ruine, aber ich habe mich trotzdem sofort verliebt", erinnert sich Pohlmann. 

Von ihrer Entdeckung berichtete sie dann Michaela Höne, die Bautechnikerin und Feng-Shui-Beraterin ist. "Zuerst haben wir nur rumgesponnen", gibt Höne zu. Aber dann holten sie auch Alexandra Hauke mit ins Boot, die sich mit selbst genähter Kleidung selbstständig gemacht hatte. Und so kamen immer mehr Interessenten zusammen, was die Vermieterin des Gebäudes dazu veranlasste, das Umspannwerk zu sanieren. Im April zogen die ersten ein, mittlerweile sind die Räumlichkeiten im "Werk Cloppenburg" alle belegt.

Gemeinsam als "Teamwerk Cloppenburg"

Das Angebot ist dabei denkbar weit. Neben dem Fotostudio "hers&yours" von Jasmin Pohlmann, dem Architektur- und Feng-Shui-Büro von Michaela Höne und „The Mood“, dem Studio und Concept-Store von Alexandra Hauke, finden sich hier auch ein Bekleidungsgeschäft, ein Fußpflegestudio und ein Friseur- und Beautysalon. Trotz der doch sehr unterschiedlichen Geschäftsbereiche, arbeiten die Inhaberinnen viel zusammen. In den Sozialen Medien präsentieren sie sich auch gemeinsam als "Teamwerk Cloppenburg".

"Jeder arbeitet für sich, wir sind aber keine Einzelkämpferinnen. Für uns alle ist das eine Herzenssache", erklärt Alexandra Hauke. Das Miteinander sei sehr familiär, man teile sich auch die Gemeinschaftsküche und die Sanitäranlagen. Auch die zahlreichen Hunde vor Ort wandeln zwischen den einzelnen Geschäften, um sich ihre Leckerlies abzuholen. "Wir unterstützen uns gegenseitig, das ist für uns selbstverständlich", beschreibt Michaela Höne die Zusammenarbeit. Streitigkeiten untereinander habe es noch nicht gegeben. Und das, obwohl viel miteinander gesprochen wir. "Jede bringt die eigenen Ideen mit ein", so Jasmin Pohlmann.

In dem ehemaligen Cloppenburger Umspannwerk ist jetzt ein Platz für Kreative und Selbstständige. Foto: HöneIn dem ehemaligen Cloppenburger Umspannwerk ist jetzt ein Platz für Kreative und Selbstständige. Foto: Höne

Mit Events soll Bekanntheit gesteigert werden

Eine dieser Ideen war, dass es auch gemeinsame Events geben soll. So soll das alte Umspannwerk an Bekanntheit gewinnen. An diesem Samstag (19. November) zum Beispiel wird in den Räumen des Fotostudios von 11 bis 16 Uhr ein "Vintage Pop-up Market" veranstaltet, bei dem Second-Hand-Kleidung und Accessoires angeboten werden. Dafür hat man nicht nur sich selbst mobilisiert. Insgesamt werden etwa 20 Aussteller vor Ort sein, also auch viele externe. Das Ziel des Aufwands ist klar: "Das 'Werk Cloppenburg' soll zukünftig allen in der Stadt ein Begriff sein", gibt Alexandra Hauke die ehrgeizige Devise vor.

Das alles möchten die Geschäftsfrauen gemeinsam erreichen. "Wir sehen uns nicht als Konkurrenz. Wir haben ja alle ein unterschiedliches Angebot", hebt Jasmin Pohlmann hervor. Auf die klassische Laufkundschaft sind die wenigsten angewiesen, viele haben ihre Stammkunden mitgebracht. Trotzdem finden immer mehr Menschen den Weg ins ehemalige Umspannwerk und sehen so, wie viele verschiedene Angebote es hier gibt. Einige sind davon überrascht, mutet das ganze Konzept doch teils etwas großstädtisch an und scheint auf den ersten Blick nicht unbedingt nach Cloppenburg zu passen. "Uns ist es egal, ob es passend ist, denn wir sind von der Idee vollkommen überzeugt", stellt Jasmin Pohlmann klar.

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