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Gutschein-Aktion in Visbek zeigt Erfolg

Die Aktion soll Gewerbetreibende nach den Corona-Lockdowns unterstützen. Nun berichten die Teilnehmer von ihren Erfahrungen.

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Berichten von durchschnittlich 4 Gutschein-Einkäufen pro Woche in ihrem Geschäft: Vivien (links) und Melanie Meyer. Foto: E.Wenzel

Berichten von durchschnittlich 4 Gutschein-Einkäufen pro Woche in ihrem Geschäft: Vivien (links) und Melanie Meyer. Foto: E.Wenzel

Visbek gönnt sich: Seit dem 1. Juni läuft die Gutschein-Aktion "Gönn' dir Visbek". Für 75 Euro können sich Visbeker Bürgerinnen und Bürger ein Gutscheinpaket im Wert von 100 Euro kaufen, das sie in den Geschäften der Gemeinde einlösen können. Über 500 der Gutscheinpakete sind mittlerweile verkauft. Positiv gestimmt waren die Beteiligten in die Aktion gestartet - jetzt ziehen sie die Bilanz.

Die Ladenbesitzer selbst sprechen positiv über das Angebot. „Die Aktion ist mega“, sagt Thomas Diekstall von Diekstall Optik. Die Idee entstand vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Viele Geschäfte mussten schließen, der Visbeker Einzelhandel war gezwungen, kreativ zu werden, um sich über Wasser zu halten. "Wir haben dann einen Online-Shop angeboten und auch Instagram genutzt. Aber das eigentliche Ziel ist es, das Ladengeschäft zu erhalten." Die Hilfe durch die Gutschein-Aktion kam den Läden offensichtlich gelegen: "Es ist zwar wichtig, dass man viel selber macht, aber es ist auch gut, Unterstützung von der anderen Seite zu bekommen", findet die Inhaberin des Frauenmode-Geschäfts KORK, Melanie Meyer.

Auch "alte Bekannte" stehen wieder am Verkaufstresen

Thomas Diekstall beschreibt, dass immer wieder Visbeker mit dem Gutschein bei ihm vorbeischauten – darunter seien auch Kunden, die man ewig nicht gesehen habe. Ihm sei aufgefallen, dass Interessierte nicht so stark zögerten, auch einmal etwas Teures zu kaufen. „Der Gutschein ist natürlich ein gutes Verkaufsargument“, scherzt der Geschäftsmann.

Positive Erfahrungen wurden auch andernorts gemacht. Im Restaurant am Bremer Tor hätten schon einige Gäste den Gutschein genutzt, berichtet Betreiberin Elisabeth Gelhaus. "Die Leute fanden das alle toll. Hier waren viele Familien mit ihren Kindern, die sonst nicht gekommen wären."

Der Deal für Kunden: Sie sparen beim Einkauf und unterstützen die lokalen Unternehmen.   Foto: E.Wenzel Der Deal für Kunden: Sie sparen beim Einkauf und unterstützen die lokalen Unternehmen.   Foto: E.Wenzel 

Trotzdem: Michaela Grave von der Gemeinde hätte mehr Ansturm erwartet. Es seien noch Gutscheine übrig. Man müsse manch Kunden "schon noch stoßen“, sagt Thomas Diekstall. Auch weitere Ladeninhaber berichten, dass sie die Besucher noch einmal auf das Gutschein-Angebot hinwiesen. Dieses läge schließlich im Interesse beider Seiten – die Kunden sparten, die Geschäfte verdienten.

Die Inhaberin des Frauenmode-Geschäfts KORK, Melanie Meyer, habe sich mittlerweile von der Aktion verabschiedet, weil sie nicht gewusst habe, ob überhaupt noch Gutscheine übrig seien. "Wir sind davon ausgegangen, dass die alle sofort weg sind", erklärt sie. Es fehle an Kommunikation. Ihre Tochter Vivien Meyer, die ebenfalls im Laden arbeitet, vermisse Materialien. Sie hätte Schilder nützlich gefunden, die den Kunden signalisieren, welches Geschäft an der Aktion beteiligt ist. 

Welche Obergrenze gilt bei Einkäufen?

Generelle Verwirrung sei zu Beginn der Aktion aufgekommen. So seien sich einige Inhaber nicht sicher gewesen, wie viel Gutschein-Geld sie insgesamt würden annehmen dürfen. Offiziell habe gegolten, dass eine Summe bis 150 Euro möglich sei. So sollte verhindert werden, dass alle erworbenen Gutscheine in einem Geschäft ausgegeben werden. Unter den Gewerbetreibenden kursierten dann aber schnell unterschiedliche Summen. Meyer habe von einer Geschäftspartnerin gehört, dass man nur 70 Euro würde annehmen dürfen. Gelhaus hingegen rechnete mit 100 Euro. Kompliziert sei das Prozedere zudem geworden, wenn Gruppen mit Gutscheinen hätten zahlen wollen.

Außerdem hätten einige Kunden erwartet, dass das jeweils aufgesuchte Geschäft die mögliche Restsumme eines Kaufs auszahle. Melanie Meyer meint, dass es auch an dieser Stelle an Kommunikation gemangelt habe. "Wir wussten erst nicht, wie wir damit umgehen sollen", erzählt sie. Die anfänglichen Probleme hätten sich schließlich aber gelegt.

  • Info: Es sind noch Gutscheine übrig, die interessierte Visbeker während der Öffnungszeiten im Rathaus erwerben können.

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