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Erzeugergroßmarkt investiert Millionen

Der Gemüse- und Obstvermarkter ELO in Langförden verbessert seine Logistikabläufe und baut eine neue Halle. Vor allem die Kommissionierung hat bald mehr Platz.

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Der Hallenneubau des ELO an der Straße Mittelwand in Langförden-Spreda geht im Dezember dieses Jahres in den Betrieb. Foto: Kühn

Der Hallenneubau des ELO an der Straße Mittelwand in Langförden-Spreda geht im Dezember dieses Jahres in den Betrieb. Foto: Kühn

Die Ausmaße der Hallenbauten des Erzeugergroßmarktes Langförden-Oldenburg eG (ELO) an der Straße Mittelwand in der Langfördener Bauerschaft Spreda sind beeindruckend. Allein der sich im Endausbau befindende Neubauabschnitt auf dem insgesamt 10 Hektar großen Grundstück misst in der Fläche 9680 Quadratmeter, gemeinsam mit dem Altbestand sind hier fast 21.000 Quadratmeter Fläche überbaut. Bei Hallenhöhen von 7 bis 11 Metern ergibt sich ein umbauter Raum von etwa 162.000 Kubikmetern.

Also hat man jetzt jede Menge Platz für die Lagerung von frischem Salat und anderem Gemüse? Christoph Hövelkamp, gemeinsam mit Werner Freese Geschäftsführer des ELO, schmunzelt ob der Wortwahl: "Eigentlich wird bei uns nicht gelagert. Wir sind im Frischebereich unterwegs - 7 Tage in der Woche, rund um die Uhr. Da bleibt nichts lange liegen, weil das einfach nicht sein darf."

Am ELO-Standort in Spreda wird seit 1998 das Gemüsegeschäft des Vermarkters abgewickelt, am einstigen Stammsitz im Kernort Langförden sitzt der Vertrieb der Beerenfrüchte. Unter anderen 12.000 Tonnen Erdbeeren jährlich vermarktet der ELO und ist damit genossenschaftlicher Marktführer in Deutschland.

Ganz so dominant ist der ELO, gegründet im Jahr 1950 und heute von insgesamt 50 Genossen getragen, im deutschlandweiten Gemüsehandel allerdings nicht: "In diesem Bereich sind wir einer der größeren Vermarkter", erklärt Hövelkamp. ELO verkauft seine frische Ware ausschließlich im großen Maßstab, einen Einzelhandel betreibt man nicht. Dafür steht man aber in Geschäftsbeziehung zu den 5 großen Playern im Lebensmitteleinzelhandel - von Aldi bis Edeka.

15 Prozent der frischen Ware geht ins Ausland

85 Prozent der Ware läuft in deutsche Läden, etwa 15 Prozent gehen ins Ausland, zum Beispiel nach Italien, Osteuropa und Skandinavien. Italien? Haben die nicht selbst genug Gemüse? "Insbesondere in den heißen Monaten geht unser Salat über den Brenner, weil die Witterungsbedingungen bei uns gut sind, das Angebot wegen der Hitze in Italien aber nicht ausreicht", erklärt Hövelkamp.

Frisches Freilandgemüse, wie etwa Salate aus dem Oldenburger Münsterland und den angrenzenden Landkreisen, werden in Spreda von 110 fest angestellten und etwa 40 Saisonarbeitskräften umgeschlagen. Täglich verlassen 2500 bis 3000 Europaletten den Standort. Ausgeliefert wird mit 20 eigenen Lkw und Fremdspediteuren.

Welche Mengen ausgeliefert werden, wird auch am Lkw-Parkplatz deutlich, der jetzt noch einmal um 55 weitere auf jetzt knapp 100 Stellplätze gewachsen ist. "Schon am Nachmittag steht der Platz komplett voll, am nächsten Morgen ist er leergefegt", erläutert Hövelkamp.

Der ELO investiert viel Geld: Geschäftsführer Christoph Hövelkamp nennt aber keine Summen. Foto: KühnDer ELO investiert viel Geld: Geschäftsführer Christoph Hövelkamp nennt aber keine Summen. Foto: Kühn

"Wir können insbesondere deshalb unsere frische Ware gut verkaufen, weil wir eine ausgefeilte Logistik haben, die Tagesanlieferung möglich macht. Heute bestellt, ist sie innerhalb von maximal 24 Stunden in jede Ecke Deutschlands ausgeliefert", sagt Hövelkamp.

"Wir sind immer organisch gewachsen, und das streben wir auch für die Zukunft an."Christoph Hövelkamp, Operativer Geschäftsführer des ELO

Um die kurzen Lieferzeiten halten zu können, wurde der Neubau nötig. "Wir wollen nicht die sprunghafte Expansion, sondern wir haben schlicht mehr Platz für unsere Kommissionierung benötigt", erläutert Hövelkamp den Grund für den Bau, der direkt an Altbauten angesetzt wurde. "Wir sind immer organisch gewachsen, und das streben wir auch für die Zukunft an. Wären wir in der Vergangenheit nicht größer geworden, dann würden wir mit bestimmten Kunden im Lebensmitteleinzelhandel keine Geschäfte mehr machen", ist sich der Geschäftsführer sicher.

Rund 100 Meter lang ist der größere Teil des neu gebauten Kommissionierbereiches. Foto: KühnRund 100 Meter lang ist der größere Teil des neu gebauten Kommissionierbereiches. Foto: Kühn

Der Neubau wird ab Dezember die Abläufe in der Kommissionierung verbessern helfen. In der Mitte der riesigen Halle befinden sich 5 Kühlhäuser. Diese werden hocheffizient, in einer Primärkühlung mit Ammoniak auf niedrige Temperaturen gebracht. In L-Form schmiegen sich um diese Kühlhäuser die Kommissionierplätze. Von diesen aus kann künftig über 26 Hallentore die Frischware auf die Lkw verladen werden. Mehr Aufträge können bald vorkommissioniert werden. Manchmal fehlte dafür der Platz. "Das hat unsere Abläufe sehr behindert, wir mussten manchmal sogar die Arbeit unterbrechen, weil es keine Stellfläche für die Aufträge mehr gab."

Hövelkamp verhehlt nicht, dass der ELO zuletzt kräftig investiert hat. 2018 wurde etwa das neue Verwaltungsgebäude in Spreda eingeweiht. Konkrete Summen nennt er aber nicht. Allerdings gab es im Jahr 2018 und 2019 zweckgebundene EU-Fördergelder für die Genossenschaft, die für die Automatisierung der Verpackung, für die Digitalisierung und weitere Maßnahmen verwendet wurden und werden. Rund 7,25 Millionen Euro gingen an den ELO.

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