Dieser Anker hilft keinem Seemann
Die Unternehmerpreise 2021 fallen aus. OM online und der Verbund OM präsentieren deshalb noch einmal ehemalige Preisträger. Heute geht es um den Innovationspreis.
Roland Kühn | 03.11.2020
Die Unternehmerpreise 2021 fallen aus. OM online und der Verbund OM präsentieren deshalb noch einmal ehemalige Preisträger. Heute geht es um den Innovationspreis.
Roland Kühn | 03.11.2020

Die Idee kam während der Arbeit: Franz Wessendorf mit seinem Gerüstanker „Isorocket“. Foto: Gerald Lampe / foto:hoelzen
Die Coronavirus-Pandemie hat auch die Region immer noch fest im Griff. Deshalb verzichtet in diesem Jahr der Verbund Oldenburger Münsterland (OM) auf die Verleihung seiner Unternehmerpreise. In Zusammenarbeit mit OM online erinnert der Verbund in einer kleinen Serie an erfolgreiche Preisträger. Heute geht es um den Innovationspreis, der seit dem Jahr 2014 an findige Köpfe aus den Landkreisen Vechta und Cloppenburg verliehen wird. Das OM ist für die Tüftlergene seiner Bewohner bekannt. Bezogen auf 100.000 Einwohner werden hier mehr Neuerungen zum Patent angemeldet als etwa in Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein oder Berlin. Auf den Innovationspreis bewerben können sich Firmen mit Sitz im Oldenburger Münsterland, die ihre Erfindung bereits zur Marktreife gebracht haben. "Manchmal", sagt Franz Wessendorf mit Blick auf das Thema Marktreife, "manchmal dauert es eben etwas länger". Der Emsteker Unternehmer, dessen Firma sich auf Fassaden- und Gerüstbau spezialisiert hat, ist ein Tüftler und ständig auf der Suche nach Verbesserungen. Sein größter Coup: "Isorocket", ein Gerüstanker. 2015 kam Wessendorf auf die Idee, vier Jahre später meldete sich endlich das Deutsche Bundesinstitut für Bautechnik mit der Zulassung. Wessendorf gewann den Innovationspreis im Jahr 2016. Wie so viele Erfindungen hatte auch seine ihren Ursprung in der alltäglichen Praxis. Mitarbeiter hatten beklagt, dass bei inzwischen oft außengedämmten Gebäuden Gerüste ohne Beschädigung der Außenhülle kaum noch Halt finden. „Wir haben dann gesucht, ob es bereits eine Lösung für das Problem gibt, aber nichts gefunden.“ "Isorocket" aber schafft Abhilfe. Der aus Stahl und Polyamid hergestellte Gerüstanker kann auch dauerhaft in der Wand verbleiben. 2018 gingen die Glückwünsche an Markus Kenter – und das bereits zum zweiten Mal. Zur Premiere vier Jahre zuvor war er gemeinsam mit Stephan Luker von Phoenix Fire Protect für ein revolutionäres Brandbekämpfungskonzept ausgezeichnet worden. "Von beiden wird man noch häufiger hören", prophezeite Laudator Jürgen Müllender seinerzeit. Und er sollte Recht behalten. 2018 reichte Markus Kenter erneut Bewerbungsunterlagen ein. Diesmal trat er mit einem hochmodernen und umweltfreundlichen Desinfektionsverfahren mittels Vernebelungstechnik an, das in seinem Unternehmen AKE Zentri-Jet entwickelt worden war. Und er gewann abermals. Sowohl Kenter als auch Wessendorf erklären, dass ihnen die Verleihung des Innovationspreises viel Rückenwind gegeben hat. Die Auszeichnung sei Anerkennung, Wertschätzung und Ansporn zugleich. Und gelegentlich sind die Gewinner des Innovationspreises ihrer Zeit sogar um einiges voraus – wie Kenter. Hygiene sei für seine Firma schon immer ein großes Thema gewesen, sagt dieser. "Dass es aber durch die Corona-Pandemie eine solche Aktualität gewinnt, hätten wir natürlich nicht gedacht." Der Innovationspreis wird von der Öffentlichen Oldenburg unterstützt. Für ihren Vorstandsvorsitzenden Jürgen Müllender steht außer Frage, "gerne auch ein Stück Verantwortung für die Menschen, die hier leben, zu übernehmen. Daher ist die Unterstützung des Innovationspreises für uns selbstverständlich."Idee für neuartigen Gerüstanker kommt in der täglichen Arbeit

Hygiene-Innovation gewinnt in Corona-Zeiten an Bedeutung
Alle Gewinner des Innovationspreises:
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