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Die Friseure drücken den Re-Start-Knopf

Am 4. Mai (Montag) öffnen wieder die Friseursalons. Die Hygiene- und Abstandsregeln sind hoch. Ein Mund-/Nasenschutz für Personal und Kunden ist Pflicht.

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Die Friseure öffnen wieder ihre Salons: Die Obermeisterin der Friseurinnung Vechta Monika Bregen und ihr Stellvertreter Dirk Rolfes haben sich auf die wegen der Corona-Pandemie verschärften Hygiene- und Abstandsregeln eingestellt. Foto: Kühn

Die Friseure öffnen wieder ihre Salons: Die Obermeisterin der Friseurinnung Vechta Monika Bregen und ihr Stellvertreter Dirk Rolfes haben sich auf die wegen der Corona-Pandemie verschärften Hygiene- und Abstandsregeln eingestellt. Foto: Kühn

Die Wiedereröffnung der Salons am kommenden Montag (4. Mai) ist das vorläufige Ende der existenzbedrohenden Situation für bundesweit rund 70000 Unternehmen im Friseurhandwerk. Die Coronavirus-Pandemie sorgt aber dafür, dass die Friseurdienstleistungen nur unter Beachtung strenger Hygieneregeln erbracht werden dürfen.

„Die Vorschriften führen dazu, dass wir unsere Räume umgestalten und die Arbeitsabläufe neu denken müssen.“Dirk Rolfes aus Steinfeld, stellvertretender Obermeister der Vechtaer Friseurinnung

„Die Vorschriften führen dazu, dass wir unsere Räume umgestalten und die Arbeitsabläufe neu denken müssen“, berichtet der stellvertretende Obermeister der Vechtaer Friseurinnung, Dirk Rolfes (Steinfeld). Und auch die Kunden müssen Regeln beachten. Die Wichtigste: Ohne Mund- und Nasenschutz läuft in Coronazeiten nichts.

Obermeisterin Monika Bregen (Dinklage) erklärt, dass Berufsgenossenschaft und Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks einen Arbeitsschutzstandard für die Branche entwickelt haben. Dieser enthält verbindliche Regeln, die umgesetzt werden müssen, um das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus bei Friseurtätigkeiten zu reduzieren. Die Innungsbetriebe im Kreis Vechta haben auf dieser Basis ihre Salons hergerichtet und freuen sich jetzt darauf, „dass es am Montag endlich wieder losgeht“, so Bregen.

Die Friseure konzentrieren sich auf ihre Kernaufgaben. Das Haar schneiden ist erlaubt, eine kosmetische Gesichtsbehandlung, wie etwa das Färben von Wimpern oder bei Herren die Bartpflege dagegen nicht.

Alle Friseure arbeiten ausschließlich nach Vereinbarung. Die Terminkalender sind bereits sehr voll. Auch haben die Abstandsregeln zur Folge, dass Frisierplätze wegfallen. Das führt dazu, dass es mit einem sofortigen Termin öfter nichts wird, wirbt Bregen um Verständnis, wenn es nicht gleich mit dem Haare schneiden klappt. Viele der sonst montags geschlossenen Salons werden jetzt aber auch an diesem Tag öffnen oder verlängern ihre üblichen Öffnungszeiten.

Was ändert sich nun konkret in den Salons?

  • Menschen, die Symptome einer Coronavirus-Infektion zeigen, müssen zu Hause bleiben. Sollten sie dennoch zum Friseur kommen, ist dieser gehalten, den Haarschnitt zu verweigern.
  • Friseure wie auch Kunden müssen verpflichtend einen Mund-/Nasenschutz tragen, da bei der Arbeit die Abstandsregel nicht eingehalten werden kann. Der Kunde kann eigenen Mundschutz mitbringen, ihm wird jedoch auch Schutz vom Friseur „zum kleinen Preis“ angeboten, sagt Rolfes. „Vor allem für die Mitarbeiter wird das eine harte Zeit“, sagt er. „Zehn bis zwölf Stunden lang mit Maske zu arbeiten ist wahnsinnig schwer.“
  • Am Eingang hat sich jeder Kunde die Hände zu waschen/zu desinfizieren.
  • Für die Kunden gibt es keinen Wartebereich, kein Getränkeangebot und auch keine Zeitschriften.
  • Die Friseure müssen die Namen aller Kunden, die den Salon betreten, erfassen.
  • Ein Trockenhaarschnitt ist nicht erlaubt. Vor jedem Schnitt ist das Waschen der Haare im Salon Pflicht. Rolfes etwa hat seine Waschplätze mit speziellem Spritzschutz aus Plexiglas abgetrennt.
  • Das gesamte Friseurgeschäft muss entsprechend umgerüstet sein, um die 1,5 Meter-Abstandsregel einhalten zu können. Das gilt für den Kassenbereich wie auch sonst in den Räumen. Als Orientierung dienen zum Beispiel Markierungen auf dem Boden. Ist zu viel Nähe sonst verboten, bleibt dem Personal allerdings die Hilfestellung für den Kunden, etwa beim Treppen steigen, erlaubt.
  • Die Friseure selbst haben nach jedem Kunden ihren getragenen Gesichts- und Körperschutz sowie die Einmalhandschuhe zu wechseln. Auch das Arbeitsgerät wird nach jeder Serviceleistung desinfiziert, Rolfes hat für diesen Zweck einen Rollwagen zum „Desinfektionsboy“ mit reichlich Reinigungsgerät umfunktioniert.

Dass der hohe Hygieneaufwand auch Geld kostet, leuchtet ein. Die Innungsfriseure weisen deshalb darauf hin, dass sich Preiserhöhungen nicht vermeiden lassen, die Kunden für ihren Haarschnitt tiefer in die Tasche greifen müssen.

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