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Den OM-Innovationspreis 2021 erhält Oliver Rasche für seinen Roboter "Alpha Wolf"

Der "Wolf" ist ein Produkt entwickelt "aus der Praxis für die Praxis". Das "unbemanntes Landfahrzeug (UGV)" aus Vechta kann als mobile Plattform für diverse Aufgaben im Zivilbereich eingesetzt werden.

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Oliver Rasche mit seiner Erfindung: Der Alpha Wolf wird im Kreis Vechta bereits als Feuerlöschroboter eingesetzt. Foto: Hölzen / Gerald Lampe

Oliver Rasche mit seiner Erfindung: Der Alpha Wolf wird im Kreis Vechta bereits als Feuerlöschroboter eingesetzt. Foto: Hölzen / Gerald Lampe

Wenn Alpha Robotics-Chef Oliver Rasche vorträgt, dann ist im Raum förmlich zu greifen, dass da jemand mit Leib und Seele für sein Hauptprodukt „brennt“. Und mit vorstehendem Hinweis ist auch gleich das Haupteinsatzgebiet des Innovationsproduktes des Betriebes mit Sitz Am Alten Flugplatz in Vechta beschrieben. Denn der taktische Einsatzroboter „Wolf“ kommt eben vornehmlich dann zum Einsatz, wenn es brennt.

Der „Alpha Wolf“ ist – auch wenn es abgedroschen klingen mag – „aus der Praxis für die Praxis“ entwickelt worden. Das jetzt mit dem Innovationspreis des Oldenburger Münsterlandes ausgezeichnete innovative Fahrzeug wird an solchen Brandorten oder bei Rettungslagen eingesetzt, an denen es für den Menschen zu gefährlich ist oder wo die (Lösch-)Aufgabe schlicht die körperlichen Kräfte der eingesetzten Retter übersteigt. Rasche und ein großer Teil seines 20-köpfigen Teams kennen solche Situationen aus eigenem Erleben zur Genüge, sind sie doch überwiegend selbst ehrenamtlich aktive Feuerwehrleute.

Ein bei Alpha Robotics entwickelter Rasenmäherroboter steht Pate für den "Alpha Wolf"

Rasche hat „Alpha Robotics Germany“ im Jahr 2015 unter dem Namen „SLT“ gegründet. 2018 folgte dann die Umfirmierung. Dabei soll der „internationale Name“ zuvorderst der Vermarktung dienen, denn „wir schnacken alle noch Platt“, betont Rasche lachend die Bodenständigkeit von Unternehmen und Mitarbeitern.

Zunächst widmete sich der 43-Jährige der Auftragsentwicklung des weltweit leistungsstärksten Rasenmäherroboters. Angesichts der Arbeit am modernen, satellitengestützt funktionierenden Mähroboter sei der Weg zur Entwicklung eines taktischen Einsatzroboters für Feuerwehren und Katastrophenschutzeinrichtungen nicht weit gewesen, berichtet Rasche über die Entstehung des Prototypen des Alpha Wolf, die er auch „ein klein wenig dem unternehmerischen Geist“ zuschreibt, der „in der Region nun einmal ausgeprägt vorhanden ist“.

Der Wolf ist ein so genanntes „unbemanntes Landfahrzeug (UGV)“ und kann als mobile Plattform für diverse Aufgaben im zivilen Bereich eingesetzt werden. Der Prototyp R1 wurde für Einsätze der Feuerwehren entwickelt. „Er sollte mehr sein, als bloßer Löschroboter.“ Die potenziellen Gefahren zu minimieren, denen der Mensch bei einem Rettungs-/Brandeinsatz ausgesetzt ist, dafür sei der Alpha Wolf konzipiert worden, sagt Rasche. „Der Wolf kann bei besonderen Gefährdungslagen den Menschen unterstützen. Risikoreiche Aufklärungs-, Sicherungs- oder Löscharbeiten sowie die Bergung kann die Maschine übernehmen.“

Für die Erfüllung seiner Aufgaben ist der Alpha Wolf mit einem starken Elektromotor ausgerüstet, der bis zu 3 Tonnen Zugkraft mitbringt, was insbesondere Löscharbeiten erleichtert, bei denen viel Schlauch verlegt werden muss. Ausgestattet ist er mit einem starken Akku, der nach rund 4 Stunden wieder aufgeladen ist. Gesteuert wird der 15 Stundenkilometer schnell und voll aufgerüstet 900 Kilogramm schwere Roboter ferngelenkt oder – entsprechend ausgerüstet – als „Nachgänger“ sogar durch Gesten. Rasche betont die unkomplizierte Handhabung des Gerätes, der Wolf sei „keine Raketentechnik“.

Um den Alpha Wolf herum wird inzwischen eine digital arbeitende Peripherie entwickelt

Die Ausrüstung des Fahrzeugs ist individuell konfigurierbar. Die „Tools“ sind dem Schweizer Taschenmesser ähnlich, können je nach Einsatzgebiet optional aufgerüstet werden. Individualität beginnt beim Werfer oder der Beleuchtung, und hört bei Kameras, Winden oder Roboterarmen nicht auf. Die Basisversion eines Alpha Wolf soll laut Rasche rund 120.000 Euro kosten. „Mittlerweile ist es schon bald so, dass wir aufpassen müssen, das Gerät nicht zu überfrachten“, berichtet Rasche aus den Büros der Entwickler, „denn es geht natürlich immer noch ein Feature mehr“.

Um den Alpha Wolf herum haben die Spezialisten bei Alpha Robotics inzwischen eine hochtechnisierte, digital arbeitende Peripherie entwickelt. Im Grundgerüst kann der Robotereinsatz am Boden dabei auch mithilfe von Drohnen überwacht werden. Eine noch weiter reichende Lösung ist eine von Alpha Robotics zunächst selbst entwickelte, jetzt unter dem Begriff „Magirus TacticNet“ vermarktete mobile Einsatzlösung.

Erfinder Rasche gibt sich selbstbewusst: „Wir können uns durchaus als das modernste und innovativste Unternehmen der Welt im Bereich der Rettungsrobotik bezeichnen.“

Fakten

  • 2015: Gründung der Firma SLT, Vorläufer von Alpha Robotics Germany
  • 2018: Umfirmierung in Alpha Robotics Germany, Bezug des Betriebssitzes an der Straße am Alten Flugplatz in Vechta
  • 2020: Im Januar erster Einsatz des Alpha Wolf Löschroboters beim Brand der ehemaligen Hallen der Firma Kynast in Quakenbrück.
  • 2021: Unter anderem Weiterentwicklung des Systems rund um den Alpha Wolf, darunter die als „First Responder“ agierende Drohne „Alpha Hawk“.
  • Info: www.alpha-robotics.de

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