Damit bereichert „Ostblocklatino“ Emstek
Alexander und Nicole Goss haben ein Gastronomiekonzept rund um osteuropäische Küche im Ort etabliert. Die Gemeinde fördert den Betrieb mit Mitteln aus dem KMU-Programm des Landkreises.
Redaktion | 30.07.2025
Alexander und Nicole Goss haben ein Gastronomiekonzept rund um osteuropäische Küche im Ort etabliert. Die Gemeinde fördert den Betrieb mit Mitteln aus dem KMU-Programm des Landkreises.
Redaktion | 30.07.2025

Sind vom Konzept überzeugt: Erster Gemeinderat Reiner kl. Holthaus (von links), Nicole Goss, Alexander Goss und Bürgermeister Michael Fischer. Foto: Gemeinde Emstek/Boxhorn
Die Gemeinde Emstek unterstützt erneut ein junges Unternehmen im Ort: Bürgermeister Michael Fischer und der Erste Gemeinderat Reiner kl. Holthaus überbrachten zuletzt einen Förderbescheid aus dem KMU-Programm des Landkreises Cloppenburg an das Restaurant „Ostblocklatino“. Das geht aus einer Mitteilung der Verwaltung hervor. Geführt wird das Lokal von dem Ehepaar Alexander und Nicole Goss. Schwerpunkt ist die osteuropäische Küche. Seit Oktober vergangenen Jahres ist das Restaurant an der Clemens-August-Straße in Emstek ansässig. Die Betreiber zeigen sich froh über den Standort: Frühere Bedenken seien schnell ausgeräumt worden, berichten sie, und das Feedback der Gäste sei durchweg positiv. Der Weg zum eigenen Restaurant begann für Alexander Goss mit einem Foodtruck – ebenfalls unter dem Namen „Ostblocklatino“. Die Speisen basieren auf traditionellen Rezepten seiner Mutter, die früher im Ostblock als Köchin arbeitete. Diese Rezepte modernisierte er – und brachte sie in einem neuen Gewand auf den Teller. Auch heute unterstützt die Familie den Betrieb, etwa beim Catering für Feiern, Hochzeiten oder Firmenevents. „Am meisten wird hier unser Gegrilltes bestellt, was wir nicht unbedingt erwartet hätten“, erzählt Alexander Goss. Das Catering-Angebot reicht von Fingerfood über Hauptgänge bis zu Desserts. Im Restaurant selbst wechselt die Speisekarte monatlich. Der Mittagstisch ist von 11.30 bis 14 Uhr geöffnet, am Abend wird mit einer eigenen Karte aufgetischt. Auch das Ambiente ist entsprechend gestaltet: Traditionelle Teppiche und Musikinstrumente aus Osteuropa zieren das Lokal. Wer die Küche mit nach Hause nehmen möchte, kann dies ebenfalls tun: Ein integrierter Shop bietet hausgemachte Convenience-Produkte sowie Gewürzmischungen unter dem Label „SpiceX“. Im Gespräch mit der Emsteker Kommunalverwaltung gaben die Betreiber auch einen offenen Einblick in ihre Branche: Wie ist die Situation in Eurer Branche aktuell? Was ist momentan ein großer Vorteil und was ein Nachteil? Vor welchen Herausforderungen wird Euer Unternehmen in den nächsten 5 Jahren stehen? Was verbindet Euer Unternehmen und Euch persönlich mit der Gemeinde Emstek? Was erwartet Ihr von Politik und Verwaltung der Gemeinde Emstek? Was würdet Ihr in Deutschland einführen, abschaffen oder verändern?Erst kam der Foodtruck, dann das Lokal
„Die Gastro-Branche ist aktuell ein ziemlicher Balanceakt. Auf der einen Seite spüren wir, dass die Menschen wieder mehr Lust auf ehrliches Essen, echte Handarbeit und persönliche Konzepte haben – das ist unser großer Vorteil. Auf der anderen Seite ist der Druck enorm: hohe Kosten, zu wenig Personal und immer mehr Bürokratie machen es vielen schwer, überhaupt zu bestehen. Die Branche ist im Wandel – viele Betriebe geben auf, weil es härter geworden ist als je zuvor. Gerade für kleinere, unabhängige Konzepte ist das eine Herausforderung. Aber wer seinen Weg kennt und dranbleibt, kann auch heute noch erfolgreich sein.“
„Unsere größte Herausforderung wird sein, mit dem Wachstum nicht nur Strukturen aufzubauen, sondern auch die Gäste weiterhin mitzunehmen – mental und kulinarisch. Wir bringen eine Küche auf den Teller, die viele gar nicht kennen oder nicht einordnen können. In den nächsten Jahren wird es entscheidend sein, Verständnis dafür zu schaffen, dass Essen mehr sein darf als Schnitzel, Pizza oder Currywurst. Gleichzeitig stehen logistische Themen wie Produktion, Personalbindung und passende Räume an.“
„Emstek hat für uns persönlich und beruflich einen besonderen Platz. Unsere Hochzeit haben wir hier gefeiert – also emotional gesehen war das schon der erste Meilenstein. Geschäftlich war eines unserer allerersten Events mit Ostblocklatino die Herbstkirmes in Emstek. Es war kalt, regnerisch, aber die Stimmung war herzlich. Wir haben uns sofort willkommen gefühlt – von Mitbewerbern, Veranstaltern und Gästen. Dieses Gefühl, dass man auch als junges Unternehmen Raum bekommt, ist bis heute geblieben. Deshalb war es für uns genau richtig, mit unserem Restaurant hier sesshaft zu werden.“
„Vor allem, dass der direkte Draht bleibt. Dass man ansprechbar ist, zuhört und mitdenkt – gerade bei jungen oder ungewöhnlichen Konzepten. Wir brauchen nicht für alles eine Lösung, aber oft reicht schon das Gefühl, dass man mit seinen Ideen nicht gegen eine Wand läuft. Wenn Emstek weiter Raum für Vielfalt, Innovation und auch mal unkonventionelle Wege zulässt, ist schon viel gewonnen.“
„Wir würden die Bürokratie für kleine Unternehmen deutlich vereinfachen. Viele Vorgaben wirken, als wären sie für Großkonzerne gemacht – nicht für Betriebe mit wenigen Leuten, die täglich anpacken. Abschaffen würden wir unnötige Doppelstrukturen und übertriebene Dokumentationspflichten. Und einführen? Digitale, praxisnahe Lösungen, die im Alltag wirklich helfen – einfache Anträge, klare Vorgaben, schnellere Entscheidungen. Wer mit echter Handarbeit und neuen Ideen arbeitet, sollte unterstützt werden – nicht ständig ausgebremst.“
Danke, OM für 10.000 Digital-Abos! Lesen Sie jetzt OM-Plus ein Jahr lang für nur 8,99€ / Monat und sparen Sie so bis zu 40%. Hier geht es zum Angebot.