Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

C-Port: Revis legt Genehmigungsantrag vor

Die Firma Revis Bioenergy aus Münster plant eine Biomethananlage im Industriepark C-Port im Saterland –   auch wenn es dagegen Widerstände gibt.

Artikel teilen:
Neue Anlage geplant: Auf dem Gelände des C-Port will die Firma Revis Bioenergy aus Münster eine Biomethananlage errichten. Das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg hat die erforderlichen Unterlagen geprüft, der Bauantrag wird in der letzten Januarwoche in Friesoythe und im Saterland ausgelegt. Foto: Stix

Neue Anlage geplant: Auf dem Gelände des C-Port will die Firma Revis Bioenergy aus Münster eine Biomethananlage errichten. Das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg hat die erforderlichen Unterlagen geprüft, der Bauantrag wird in der letzten Januarwoche in Friesoythe und im Saterland ausgelegt. Foto: Stix

Bei den „Mitteilungen des Bürgermeisters“, einem Tagesordnungspunkt, der Bestandteil jeder Ratssitzung ist, wurde das Thema am 20. Dezember 2021 im Rat der Gemeinde Saterland erstmals öffentlich: Die Firma Revis Bioenergy aus Münster, die sich mit einer Biomethananlage im Industriepark C-Port am Küstenkanal ansiedeln will, hat ihre Unterlagen zum Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz vollständig.

Das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg hat sie geprüft, weshalb sie der Gemeinde Saterland zugegangen sind und demnächst öffentlich ausgelegt werden. „Wir sind mit den Entwicklungen bis jetzt sehr zufrieden“, bestätigt Tim van Bevern, bei Revis zuständig für das Projekt. Uwe Rottmann, Leiter des Oldenburger Gewerbeaufsichtsamtes, bestätigt die abgeschlossene Prüfung der Unterlagen durch seine Behörde ebenfalls und erläutert die nächsten Schritte.

Ein Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz ist aufwendig. Im Dezember 2020, war beim Gewerbeaufsichtsamt die Antragskonferenz mit Fachbehörden und Gutachtern durchgeführt worden, ein Standardschritt bei Projekten dieser Größenordnung. Dabei gibt das Gewerbeaufsichtsamt vor, was im Genehmigungsantrag und in den Gutachten beleuchtet werden soll.

Antrag wird öffentlich ausgelegt

Alle Unterlagen und Gutachten sind in dem jetzt eingereichten Antrag enthalten. Der nächste Schritt sei nun, so Rottmann, die öffentliche Bekanntmachung des Antrags. Dies sei für „die dritte Kalenderwoche“, also ab Montag vorgesehen und erfolge im Amtsblatt sowie über Presse und Internet. Eine Woche später werde der Antrag öffentlich ausgelegt. Dies erfolge in den Standortkommunen Saterland und Friesoythe sowie in der Stadt Oldenburg.

Einen Monat lang liegen die Unterlagen zur Einsicht aus. Sie zu kopieren, sei schwierig, sagt Rottmann. Der Antrag sei sehr umfangreich, so dass seine Behörde keine Kopien davon zur Verfügung stelle, allein wegen der Massen an Papier. Zum anderen sei dies auch prinzipiell im Verfahren nicht vorgesehen. Wer Einsicht nehmen wolle, müsse dies vor Ort tun und, was ihn interessiere, gegebenenfalls abfotografieren.

Revis beantragt freiwillig Umweltverträglichkeitsprüfung

Einwendungen könne man innerhalb der Frist von einem Monat ab Auslegung ans Gewerbeaufsichtsamt schicken. In diesem Fall laufe die Frist voraussichtlich bis Ende März. Dass die Antragsunterlagen so umfangreich sind, hänge auch damit zusammen, dass Revis freiwillig beantragt hat, eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen. Deren Resultat, fasst Rottmann zusammen, sei detailliert beschrieben worden in einem Papier, das Bestandteil der Unterlagen sei.

Der Amtsleiter schildert den Umgang mit dem Münsteraner Unternehmen als „professionell und normal“. Dass ein Genehmigungsverfahren bei einem solchen Volumen mit diversen Gutachten einen gewissen Vorlauf benötige, sei der Regelfall.

Revis ist eine von zwei Firmen, die sich im C-Port ansiedeln möchten, um dort Gülle und Festmist zu verwerten. Um das zu verhindern, hat sich im Saterland eine Bürgerinitiative gegründet. Sie führte im September ‘21 mit Erfolg einen Bürgerentscheid durch: Fast 85 Prozent der Teilnehmenden machten klar, dass sie diese Ansiedlung ablehnen. „Wir haben bereits unsere Umweltanwälte und Gutachter über die anstehende Veröffentlichung informiert“, teilt Walter Hußmann mit, einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens.

Einen ersten Zwischenbescheid erwarte seine Initiative „frühestens zwei bis drei Wochen nach der Veröffentlichung“. Hußmann und sein Mitstreiter Carsten Ambacher hatten bei der Kommunalwahl im September für den Saterländer Gemeinderat kandidiert. Hußmann sitzt seitdem für die Grünen im Rat, Ambacher für die SPD.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

C-Port: Revis legt Genehmigungsantrag vor - OM online