Deutschland hängt bei schnellem Internet hinterher: Diese Schlagzeile lesen wir bereits seit vielen Jahren. Und dabei ändert sich wenig. Ein Trauerspiel. Laut einer aktuellen Umfrage ist die Geschwindigkeit privater Internetverbindungen im westeuropäischen Vergleich besonders langsam. Unter den sieben bevölkerungsreichsten Ländern Westeuropas schnitt Deutschland am schlechtesten ab.
Aber die Bundesrepublik hängt nicht nur bei der Geschwindigkeit und beim Glasfaserausbau hinterher, sondern allgemein bei der Online-Anbindung. Zugreisende können ein Lied davon singen, wenn auf zahlreichen Strecken in weiten Teilen keine Verbindung im mobilen Netz möglich ist.
"Dabei ist eine stabile und schnelle Internetverbindung heutzutage der Standortfaktor schlechthin."
Und Menschen im ländlichen Raum freuen sich teilweise schon, wenn sie mal einen Film ohne Ruckeln streamen können. Dabei ist eine stabile und schnelle Internetverbindung heutzutage der Standortfaktor schlechthin. Ohne wird man niemanden für die Region begeistern können.
Die Landkreise Cloppenburg und Vechta haben dies erkannt und springen beim Breitbandausbau mit hohen Investitionen ein. Das ist lobenswert, wird aber auch nur nötig, weil private Telekommunikationsunternehmen wegen fehlender Wirtschaftlichkeit nicht weiter ausbauen. Ein Unding und großer Nachteil für den ländlichen Raum.
Wie beim Bürokratieabbau wird über die Digitalisierung und den Glasfaserausbau in der großen Politik aber nur gesprochen, gehandelt wird nicht. Es wird Jahre dauern, den Rückstand aufzuholen. Umso wichtiger ist es, sofort anzupacken. Ansonsten hängt Deutschland nicht mehr nur hinterher, sondern ist komplett abgehängt.