Beginnende Spargelsaison lenkt Fokus auf Nachwuchsmangel in der Gastronomie
Die Spargelsaison hat in der Region begonnen. Dies nimmt der Verbund Oldenburger Münsterland zum Anlass, auf die Ausbildungssituation im Gastgewerbe hinzuweisen – und auf Einstiegsmöglichkeiten.
Teilten Einblicke in die Küchenpraxis während der Aktionstage zur Spargelzeit: (von links) Lea Mildslaff (Auszubildende Restaurantfachfrau, Münsterländer Hof Cloppenburg), Landrat Tobias Gerdesmeyer (Präsident Verbund Oldenburger Münsterland), Dennis Lange (Auszubildender Küchenhelfer Dorfkrug im Museumsdorf), Elina Kremer (Auszubildende Köchin Dorfkrug im Museumsdorf) und Landrat Johann Wimberg (Vize-Präsident Verbund Oldenburger Münsterland). Foto: Hölzen/Gerald Lampe
Die beginnende Spargelsaison bringt Leben in die Gastronomie im Oldenburger Münsterland – volle Terrassen, gut gebuchte Restaurants, Hochbetrieb in Küchen und Service. Dies nimmt der Verbund Oldenburger Münsterland zum Anlass, um auf die aktuelle Ausbildungssituation im Gastgewerbe hinzuweisen. Denn mit dem Spargel rücke nicht nur eines der wichtigsten regionalen Produkte in den Fokus, schreibt der Verbund, sondern auch die Frage nach ausreichend Fachkräften in Gastronomie und Hotelerie.
Die steigende Nachfrage durch das saisonale Gemüse habe positive Effekte. „Der Branche und damit auch der gesamten Region tut das gut, denn das Gastgewerbe spielt für die Wertschöpfung und den Tourismus eine zentrale Rolle“, so Birgit Beuse vom Verbund.
Allerdings zeige der Blick hinter die Kulissen, dass es weiterhin vielerorts an Nachwuchs fehle, heißt es weiter. Denn die Ausbildungssituation gelte nach wie vor als angespannt. Niedersachsenweit blieben weiterhin viele Ausbildungsplätze unbesetzt.
Tauschten sich über den Service am Tisch aus: Dennis Lange (von links, Auszubildender Küchenhelfer Dorfkrug im Museumsdorf), Dr. Torsten Müller (Museumsdirektor Museumsdorf Cloppenburg), Lea Mildslaff (Auszubildende Restaurantfachfrau, Münsterländer Hof Cloppenburg), Frank Bruns (Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Volks- und Raiffeisenbanken im OM), Dr. Martin Kühling (Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Volks- und Raiffeisenbanken im OM), Landrat Tobias Gerdesmeyer (Präsident Verbund Oldenburger Münsterland), Jan Kreienborg (Geschäftsführer Verbund Oldenburger Münsterland), sitzend Rainer Haberland (Vorsitzender Dehoga-Kreisverband Landkreis Cloppenburg), Landrat Johann Wimberg (Vize-Präsident Verbund Oldenburger Münsterland), Werner Lüdeke-Dalinghaus (Vorstand Dehoga-Kreisverband Landkreis Cloppenburg), Birgit Beuse (Verbund Oldenburger Münsterland), Kathrin Böckmann (Vorsitzende Dehoga-Kreisverband Landkreis Vechta), Elina Kremer (Auszubildende Köchin Dorfkrug im Museumsdorf). Foto: Hölzen/Gerald Lampe
„Das ist bei uns leider nicht anders“, sagt Kathrin Böckmann, Vorsitzende des Dehoga im Landkreis Vechta. Häufig versuchen die Betriebe, den Personalmangel durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Ausland aufzufangen. Für junge Menschen aus der Region ergebe sich daraus zugleich eine klare Chance: Wer heute eine Ausbildung im Gastgewerbe beginne, treffe auf eine Branche, die Nachwuchs suche und Perspektiven biete. „Am wichtigsten ist eine positive Einstellung zur Arbeit und die Fähigkeit, einen guten Kontakt zu unseren Gästen herzustellen“, so Böckmann.
Auszubildende fand durch Minijob den Einstieg
Wie vielfältig die Ausbildung tatsächlich sein kann, zeige das Beispiel von Lea Mildslaff. Die 19-Jährige absolviere zurzeit eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau im Münsterländer Hof in Cloppenburg. Nachdem sie dort zunächst einen Minijob hatte, habe sich sich bewusst dafür entschieden, in der Branche zu bleiben. „Ich wollte einen Beruf, bei dem ich nicht den ganzen Tag am Schreibtisch sitze. Hier ist jeder Tag anders, und ich arbeite viel mit Menschen zusammen. Das macht mir großen Spaß“, sagt sie.
Auch Dennis Starzinski, Betriebsleiter im Dorfkrug im Museumsdorf Cloppenburg, sehe in der Abwechslung und der Nähe zu den Menschen große Vorteile: „Unsere Berufe sind sehr, sehr vielfältig und überhaupt nicht monoton.“ Zugleich sei die Ausbildung eine wichtige Investition in die Zukunft der Betriebe: „Wer engagiert ist, hat bei uns sehr gute Chancen, sich weiterzuentwickeln und langfristig in der Branche zu bleiben.“
Plattform zur Vermittlung von Praktika
Um jungen Menschen den Einstieg zu erleichtern, setze die Region auf niedrigschwellige Angebote zum Kennenlernen der Branche. Über die Plattform www.praktikum-om.de können Schülerinnen und Schüler im Oldenburger Münsterland unkompliziert in verschiedene Berufe hineinschnuppern – auch im Gastgewerbe. Neben der „Praktikumswoche im Oldenburger Münsterland“ im Sommer seien über den Praktikumsfinder ganzjährig Kurzpraktika von ein bis 14 Tagen möglich.
Der Verbund Oldenburger Münsterland bedankt sich bei allen Partnern und Sponsoren, die diese wichtige Initiative unterstützen. Ein besonderer Dank gelte der Arbeitsgemeinschaft der Volks- und Raiffeisenbanken im Oldenburger Münsterland für ihre kontinuierliche Unterstützung bei der Förderung der regionalen Gastronomie und der Nachwuchsgewinnung.