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Ausbau der E233: Großer Flächentausch zwischen Cloppenburg und Schneiderkrug

380 Eigentümer sind angesprochen, um den individuellen Verlust an der E233 möglichst gerecht zu verteilen. Das zuständige Landesamt ist an weiteren Grundstückskäufen interessiert.

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Beiderseits der E233 liegen die Flächen, die in die Unternehmensflurbereinigung aufgenommen wurden. Foto: Thomas Vorwerk

Beiderseits der E233 liegen die Flächen, die in die Unternehmensflurbereinigung aufgenommen wurden. Foto: Thomas Vorwerk

380 Grundstückseigentümer in einem 1701 Hektar großen Gebiet zwischen Cloppenburg und Schneiderkrug unter einen Hut zu bringen, das ist die Aufgabe des Amtes für regionale Landesentwicklung (ArL). Unternehmensflurbereinigung nennt sich das Projekt, das zum Ziel hat, die nötigen Flächen für den 4-streifigen Ausbau der E233 zu generieren und dabei die Nachteile für die Grundstückseigentümer in diesem Bereich möglichst gerecht auszugleichen.

3 Infotermine wurden dafür angesetzt und beim ersten am Dienstag waren es gerade einmal 2 Dutzend Eigentümer und Pächter, die sich in Bühren den Ablauf erklären lassen wollten. Weitere Termine sind am Donnerstag (7. Juli) sowie am 14. Juli (Donnerstag) jeweils um 16 Uhr im Gasthof Frieling in Bühren. Die Information erfolgte per amtlicher Bekanntmachung sowie Presseveröffentlichungen. "Wir haben mit ein paar mehr Leuten gerechnet", machte Johannes Griesen vom ArL in Meppen keinen Hehl aus seiner Enttäuschung ob des schwachen Besuchs. Gleichwohl: Die Besucher, die gekommen waren, stellten kritische Nachfragen.

129 Hektar werden benötigt

Für den rund 12 Kilometer langen Planungsabschnitt 8 zwischen der Kreisstadt und Schneiderkrug werden gut 129 Hektar Fläche benötigt. 83 Hektar sind für den reinen Straßenbau vorgesehen, 46 Hektar als Kompensationsflächen. Die zuständigen Behörden waren nicht untätig und rein rechnerisch ist der Flächenbedarf durch Ankäufe bereits gedeckt. Besser wäre es, wenn noch ein paar Hektar hinzu kämen, weshalb Griesen offen darum warb, sich bei Verkaufsinteressen zu melden.

Ziel der Flurbereinigung ist es, die Flächen so zu tauschen, dass für alle Betroffenen die neuen Zuschnitte möglichst vorteilhaft ausfallen. Dabei wird die Bodenqualität berücksichtigt und entsprechend eines Schlüssels wird die Größe ermittelt. Bei der Wertermittlung können die Flächeneigentümer anwesend sein. Nicht immer gelinge dies bis auf die letzten 1000 Quadratmeter. In diesen Fällen müsse mit Entschädigungen oder Ankäufen durch die Eigentümer gearbeitet werden. Es werde zudem versucht, auch die Pachtverhältnisse zu berücksichtigen.

Umwegeentschädigung geht nicht an den Pächter

In diesem Punkt sah einer der Gäste eine Schwierigkeit. Das Pachtverhältnis geht auf die neue Fläche über, aber wenn sich dadurch weitere Fahrwege ergeben, ist dies sein Problem. Zwar gebe es eine "Umwegeentschädigung", doch die stehe nur dem Eigentümer zu, nicht dem Pächter. Dann müssen sich beide einig werden, hieß es. Als problematisch wurde auch angesehen, wie Sonderfälle zu behandeln sind. Beispielsweise könne im Ökolandbau nicht einfach mit einer Fläche getauscht werden, die aktuell konventionell beackert wird. Felder mit mehrjährigen Pflanzen, wie Spargel oder Erdbeeren, sind ebenfalls nicht 1 zu 1 tauschbar. "Diese Fälle müssen über Entschädigungen laufen", so Griesen. Für die Unternehmensflurbereinigung entstehen den Flächeneigentümern keine Kosten.

Zur Unternehmensflurbereinigung gehört auch die Bildung eines Vorstandes aus den Reihen der Grundstückseigentümer, um deren Interessen zu vertreten. Dieser wird unter anderem beteiligt, um den Wertermittlungstarif aufzustellen, mit dem die Grundstücke bewertet werden. Mit den Wahlen wird aber erst im kommenden Jahr gerechnet.

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