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Aufbereitung soll Flächendefizit reduzieren

Die geplanten Neuansiedlungen am C-Port sind nicht unumstritten. Die Kaskum GmbH sieht ihr Projekt als Service-Einrichtung für die Landwirtschaft der Region.

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Geschlossenes System: Die Anlage sieht Industriehallen und geschlossene Außenbehälter vor.Grafik: Kaskum

Geschlossenes System: Die Anlage sieht Industriehallen und geschlossene Außenbehälter vor.Grafik: Kaskum

Das Fries­oyther Beteiligungsunternehmen Kaskum GmbH will auf dem Gelände des C-Ports eine Gülle verarbeitende Anlage errichten. Da die für heute geplante öffentliche Informationsveranstaltung zu dem Thema ausfallen muss, hat Kaskum-Geschäftsführer Gert Stuke hat im Gespräch mit der MT Details des Projektes erläutert.

Ausgangspunkt des Projektes, so Stuke, seien die hohen Nährstoffüberschüsse, die in der regionalen Landwirtschaft anfallen. „In der Region entstehen laut Nährstoffbericht derzeit 54 Kilogramm Phosphat pro Hektar“, erläutert Stuke. „Um das alles auszubringen fehlen uns rund 44500 Hektar Fläche.“

Hier komme dann die neu geplante Anlage zum Tragen: „Wir können in der Anlage pro Jahr eine Million Tonnen Gülle verarbeiten und reduzieren damit das Flächendefizit nach den derzeit geltenden Richtwerten um gut 40500 Hektar“, so Stuke.

In der Anlage soll die Gülle in einem mehrstufigen Verfahren in ihre Einzelteile zerlegt werden. Dabei entstehen Produkte wie Phosphat, Stickstoff, Kalium und Salze, für die es Abnehmer gebe, so Stuke. „Gülle will keiner haben“, sagt Stuke. „Wir bereiten sie auf, separieren die einzelnen Bestandteile und bringen sie in neuer Form, beispielsweise als Feststoff, dorthin, wo sie gebraucht werden.“

Das könne dann Phosphor als Rohstoff für Biogasanlagen oder für die gezielte Düngung in anderen Regionen ebenso sein wie Salze und Kalium für die chemische Industrie. Am Ende der Gülleverarbeitung steht dann gereinigtes Wasser, das über eine eigene Pipeline in die Sagter Ens eingeleitet werden kann. „Die dafür festgelegten Grenzwerte erreichen wir“, versichert Stuke.

An dem Projekt arbeitet Stuke seit mehreren Jahren. Bestätigung für das Vorhaben holte er sich dabei unter anderem von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und vom OOWV.

Die Landwirtschaftskammer beispielsweise sieht in der Totalaufbereitung der Gülle einen Lösungsbaustein, um den Nährstoffüberschuss zu reduzieren. Sie ermögliche es, so die Landwirtschaftskammer in einem Schreiben an Stuke, „die Nährstoffe aus der Gülle derart aufzukonzentrieren, dass diese mit vertretbarem Transportaufwand auch in weiter entfernte Ackerbauregionen verbracht werden kann.“

Einzelbausteine der Anlage wie etwa Dekanter oder Membran-Bio-Reaktor hätten sich, so Stuke, bereits im Einsatz bewährt – allerdings nicht im Zusammenspiel, wie es für den C-Port gedacht sei. „Das ist ein komplexes Gesamtverfahren, das eine erhöhte Schnittstellenlogistik erfordert“, sagt er. Deshalb habe es 2014 bereits eine sechs Monate lang laufende Pilotierung auf dem Gelände der Deponie Saterland gegeben.

Der Verarbeitungsprozess selbst werde, so Stuke, komplett in geschlossenen Industriehallen ablaufen. Außerhalb der Hallen stünden lediglich die Ausgleichs- und Analysebehälter für das einzuleitende Wasser sowie die geschlossenen Behälter, in denen die angelieferte Gülle für den Prozess aufbereitet und homogenisiert werde. Die Luft in den Industriehallen werde durch einen Luftwäscher geführt und dadurch gereinigt.

Stuke sieht in dem Projekt eine Service-Einrichtung für die Landwirtschaft der Region. Durch die Anlage, so Stuke, könnten aus roten Gebieten gelbe oder gar grüne werden. „Wir wollen“, sagt er, „das Problem der Nährstoffüberschüsse in der Region lösen, damit wir unsere landwirtschaftlich geprägte Struktur erhalten können.“

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