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Viele hoffen noch, dass der BVC "überlebt"

Der Insolvenz-Antrag des BV Cloppenburg sorgt für Gesprächsstoff. Auch wenn die Entscheidung des Notvorstands Prof. Dr. Lucien Olivier eigentlich niemanden überraschte.

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Bessere Zeiten: Vor knapp einem Jahr – beim Landesliga-Saisonstart gegen den SV Bevern (gelbe Trikots) – war von einer möglichen Insolvenz des  BV Cloppenburg noch nicht wirklich die Rede. Archivfoto: Wulfers

Bessere Zeiten: Vor knapp einem Jahr – beim Landesliga-Saisonstart gegen den SV Bevern (gelbe Trikots) – war von einer möglichen Insolvenz des BV Cloppenburg noch nicht wirklich die Rede. Archivfoto: Wulfers

Der Antrag des BV Cloppenburg auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung hat in der Stadt und im Landkreis für jede Menge Gesprächsstoff gesorgt. Während sich Notvorstand Prof. Dr. Lucien Olivier auch einen Tag nach der Bekanntgabe nicht zu dem Thema äußern mochte, bedauerten insbesondere mit dem Fußballverein verbundene Personen den Schritt. Viele hoffen nun, dass der BVC nicht komplett aus dem Vereinsregister gelöscht wird.  

Dr. Wolfgang Wiese, Bürgermeister der Stadt Cloppenburg und im BVC-Ehrenrat, meint, dass der Schritt in die Insolvenz – „wenn sie denn tatsächlich kommt“ – für einen nötigen Neuanfang sorgen könnte. „Damit meine ich insbesondere gesunde Strukturen und viel Ehrenamt. Gerade Letzteres ist mittlerweile zu sehr in den Hintergrund getreten“, denke ich. Er hat Hoffnung, dass es den BVC auch in Zukunft geben wird, „weil viele Leute nicht wollen, dass der Verein tatsächlich kaputt geht.“

Dr. Jürgen Vortmann, Oliviers Vorgänger als Notvorstand des BVC, bedauert es sehr, dass „eine lange Tradition nun ein Ende findet“. Es habe in seiner Amtszeit durchaus eine Chance gegeben, den Verein zu retten. „Diese wurde damals mit Füßen getreten. Mehr möchte ich zu dem Thema nicht sagen, weil ich keine dreckige Wäsche waschen werde.“

„Ich habe allerdings nur wenig Hoffnung, dass das gelingt.“Alfons Gertzen

Alfons Gertzen, seit Ende der 1950er Jahre leidenschaftlicher Fan des Klubs, hält den Gang in die Insolvenz für den einzig richtigen Schritt. „Meiner Meinung nach kommt er allerdings viel zu spät.“ Er hofft nun, dass der BV Cloppenburg nicht komplett von der Bildfläche verschwindet. „Ich habe allerdings nur wenig Hoffnung, dass das gelingt“, sagt Gertzen.

Jörg-Uwe Klütz, von 1999 bis 2015 Spieler und Trainer beim BVC, erinnert sich, dass es schon zu seiner Zeit in finanzieller Hinsicht nicht immer einfach gewesen war. „Aber irgendwie haben das die Verantwortlichen um Professor Schrader immer hinbekommen.“ Dass der Verein nun in die Insolvenz gehen möchte, überrascht ihn nicht wirklich. „Das hat sich in den vergangenen Jahren ja angedeutet. Ich hoffe aber, dass es den BVC weiter geben wird – auch wegen des tollen Stadions und der Anlage“, sagt Jörg-Uwe Klütz.

Dr. Franz Stuke, Vorsitzender der Kreissportbunds (KSB) Cloppenburg, findet es „äußerst schade, dass sich solch ein Traditionsverein nun in dieser Situation befindet“. Analysen könne er aus der Ferne allerdings nicht stellen, dies müsse intern geschehen. Stuke kann sich nicht vorstellen, dass der BV Cloppenburg in seiner jetzigen Form auch in Zukunft existieren wird. Aber: „Ich weiß, dass es im Umfeld viele Leute gibt, denen der Fußball – vor allem im Nachwuchsbereich – sehr am Herzen liegt, was etwa die Gründung des Jugendförderveins zeigt.“

Für Kristian Westerveld, aktuell noch Kapitän der Landesliga-Fußballer, ist der Antrag auf die Eröffnung des Insolvenzverfahrens die einzige Option für den BVC. „Es ist zwar mega traurig und bitter, weil ich elf zumeist schöne Jahre hier hatte, aber zuletzt hat es keinen Spaß mehr gemacht. Sowohl eine Männer- als auch eine Frauenmannschaft am Spielbetrieb teilnehmen zu lassen, war wohl nicht mehr möglich“, sagt der Niederländer.

„Es ist natürlich sehr traurig, dass es so weit gekommen ist“, sagt Prof. Dr. Joachim Schrader, langjähriger BVC-Notvorstand. Völlig überraschend sei die Nachricht aber auch für ihn nicht gewesen. „Das geht vielen Cloppenburgern wohl ähnlich. Ich wünsche mir, dass der Verein irgendwie überlebt und die Möglichkeit bekommt, sich in den kommenden Jahren zu erholen“, so Schrader weiter.

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