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"Im Sport hatte ich eine Sechs-Tage-Woche"

Hubert Budde, ehemaliger Fußballer des SV Molbergen, erinnert sich an seinen schönsten Sportmoment: Mit seinem Team feierte er 1983 einen spektakulären 3:2-Pokalsieg gegen den BV Cloppenburg.

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SV Molbergen 1982. Oben von links: Betreuer Hermann Möller, Josef Kläne, Peter Kotterba, Helmut Leszinski, Peter Sandmann, Manfred Bussmann, Hubert Budde, Heinrich Greten. Unten von links: Gerd Glasa, Ernst Eckholt, Werner Teuber, Gerd Budde, Günter Polenik, Heiner Drees. Foto: Archiv

SV Molbergen 1982. Oben von links: Betreuer Hermann Möller, Josef Kläne, Peter Kotterba, Helmut Leszinski, Peter Sandmann, Manfred Bussmann, Hubert Budde, Heinrich Greten. Unten von links: Gerd Glasa, Ernst Eckholt, Werner Teuber, Gerd Budde, Günter Polenik, Heiner Drees. Foto: Archiv

Fußball oder Tischtennis? Die Frage stellte sich für den heute 62-Jährigen gar nicht erst. "Ich mochte beides gerne", lautet die Antwort von Hubert Budde, der mit Fug und Recht als Urgestein des SV Molbergen bezeichnet werden kann.

Beide Sportarten übte Budde bereits seit Kindesbeinen aus. "Ich hatte viele Jahre eine Sechs-Tage-Woche. 2 Tage Tischtennistraining, 2 Tage Fußballtraining und am Wochenende die Tischtennis- und Fußballspiele. Nur der Mittwoch war frei", lacht Budde.

Mit dem Tischtennis begann er auf der heimischen Diele und an geeigneten Trainingspartnern mangelte es im Hause Budde ganz und gar nicht. Die Brüder Erwin und Gerd sowie die Schwestern Helga und Maria pflegten allesamt den gekonnten Umgang mit dem Zelluloidball. Das Trio Gerd/Erwin/Hubert wurde komplettiert von Walter Burrichter. Das Team gehörte von der Jugend bis in den Männerbereich zu den spielstärksten Mannschaften des Kreises. "Wir haben bereits in der Jugend gegen die erste Herrenmannschaft gewonnen", erinnert sich Hubert Budde.

Hubert Budde. Foto: SV MolbergenHubert Budde. Foto: SV Molbergen

Organisierter Fußball war in Molbergen Ende der 60er Jahre erst ab der B-Jugend möglich. Budde war natürlich dabei und schaffte im zweiten A-Jugendjahr als freigeholter Jugendlicher den Sprung in die erste Mannschaft des SVM. 13 Jahre war der gelernte Bankkaufmann nicht nur fester Bestandteil, sondern absoluter Leistungsträger beim jahrelang hinter dem BV Cloppenburg als unangefochtene Nummer 2 der Fußballteams des Kreises Cloppenburg daherkommendem
SV Molbergen. Zunächst begann Budde als Linksaußen, erst Trainer Günter "Twiggy" Polenik schulte ihn zum torgefährlichen Außenverteidiger um. In der Saison 1979/80 gelang der Sprung von der Bezirks- in die Bezirksoberliga. Bis zum Abstieg 1987 mischte der SVM in der Liga kräftigst mit.

Trotz des Aufstiegs sowie zahlreicher Siege in der Liga, als schönster Sportmoment kommt Budde spontan eine Partie in Erinnerung. "Wir hatten ein Pokalspiel gegen den BV Cloppenburg und haben 3:2 gewonnen." Auch wenn Budde das genaue Datum der Begegnung nicht auf Anhieb parat hat, so sind für den „Banker“ die äußeren Bedingungen noch allemal präsent. "Franz Zumbrägel, unser Vorsitzender und Kassenwart, stand mit weit ausgebeulten Hosen am Platz und konnte kaum noch laufen", schmunzelt Budde. Über 1000 Zuschauer füllten die Kassen beträchtlich und auch der sportliche Erfolg machte den 23. Oktober 1983 zu einem aus Molberger Sicht absoluten Highlight. Nach 3 Toren des überragenden Ernst "Pico" Eckholt sowie Cloppenburger Treffern von Robert Thoben und Peter Kotterba bejubelten die Gastgeber einen 3:2-Erfolg.

Neben den packenden 90 Minuten hat Budde zudem die zeitlich ungleich länger andauernde "Nachspielzeit" in Erinnerung. "In unserm Vereinslokal Thole-Vorwerk stapelten sich die Bierkisten bis zur Decke. Als dort Feierabend war, sind wir rübergegangen zu Drees", lacht Budde.

Torgefährlicher Außenverteidiger: Hubert Budde zählte lange Jahre zum festen Bestandteil der Molberger Fußballer. Foto: ArchivTorgefährlicher Außenverteidiger: Hubert Budde zählte lange Jahre zum festen Bestandteil der Molberger Fußballer. Foto: Archiv

Mit 30 Lenzen hatte sich das Thema höherklassiger aktiver Fußball dann erledigt, doch Budde blieb seinem SVM nicht nur im Tischtennis, sondern zudem in diversen Funktionen erhalten. 40 Jahre war er für die Finanzen der Tischtennisabteilung verantwortlich, bei den Fußballern gab er sein Wissen als Cotrainer an der Seite von Coach Jürgen Stjopkin weiter. Mit Erfolg: 2019 schaffte Molbergen nach etlichen Jahren auf Kreisebene den Sprung zurück aufs Bezirksniveau. "Da gehört der SV Molbergen auch hin", sagt Budde, für den ein Wechsel zu einem anderen Klub zu keinem Zeitpunkt infrage kam und kommt.

"Franz Zumbrägel war damals nicht nur unser Vorsitzender, sondern auch mein Chef. Wie hätte ich da wechseln sollen? Mit dem Gedanken hab ich mich aber auch nie beschäftigt." Ein echtes Molberger Urgestein eben...

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