Getrieben von der Angst
Thema: Rasta trennt sich von Trainer Derrick Allen – Die Entlassung zeugt vom dünnen Nervenkostüm des Vereins. Fraglich ist, ob ein Retter in Sicht ist.
Carsten Boning | 19.10.2021
Thema: Rasta trennt sich von Trainer Derrick Allen – Die Entlassung zeugt vom dünnen Nervenkostüm des Vereins. Fraglich ist, ob ein Retter in Sicht ist.
Carsten Boning | 19.10.2021

Es bahnte sich an, jetzt ist es amtlich: Rasta Vechta zieht abermals die Notbremse. Derrick Allen, ein Trainer-Neuling, als Spieler eine BBL-Ikone und auch in Vechta verehrt, Tag und Nacht Feuer und Flamme für seinen neuen Job, letztlich aber glück- und erfolglos bei der Kaderzusammenstellung und beim Coaching, hatte schlichtweg keinen Kredit mehr. So gnadenlos ist das Geschäft: gestern gefeiert – heute gefeuert. Und: So fatal der Fehlstart in die Saison war, so alarmierend ist Rastas Trainerverschleiß. Wir halten fest: Es ist die 4. Chefcoach-Entlassung während einer Saison binnen knapp 7 Jahren, die Trennungen von Pat Elzie und Doug Spradley nach einer Saison nicht mitgerechnet. Alle Achtung, da können nur der HSV und Schalke mithalten. Die Entlassung von Allen unterscheidet sich gravierend von den vorzeitigen Trennungen von Stephen Arigbabu, Andreas Wagner und Thomas Päch, die allesamt erst in der Rückserie einer Saison vom Hof gejagt wurden. Und stets war das Kind schon in den Brunnen gefallen. Das Aus für Allen nach nur fünf ProA-Spielen zeigt, wie hoch der Druck bei Rasta gerade ist, wie angespannt die Nerven sind, wie prekär die allgemeine Lage an der Pariser Straße ist. Es ist eine Trainerentlassung, die getrieben ist von der Angst vor dem Absturz, von der Sorge, dass sich noch mehr Fans abwenden. Allen durfte in James Washington und Tyrone Nash noch 2 Spieler nachverpflichten und ist kurz danach selbst weg – das macht keinen Sinn. Und dass jetzt zunächst ein Interimsduo installiert wurde, das noch weniger Erfahrung auf Profi-Niveau hat als Allen, untermauert die These vom dünnen Nervenkostüm. Und es legt den Verdacht nahe, dass der Retter noch nicht in Sicht ist. Auf den neuen Chefcoach kommt eine Menge Arbeit zu. Man kann ihm nur viel Glück wünschen. Das kann er gebrauchen.Der neue Chefcoach kann eine Portion Glück gebrauchen
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