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Garreler „Sister Act“ wird Wirklichkeit

Die Handballerin Lisa-Marie Fragge verlässt Bundesligist VfL Oldenburg und kehrt zu ihrem Heimatverein BVG zurück.

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Mit dem Trikot der Schwester: Lisa-Marie Fragge hat beim Drittligavertreter BV Garrel zugesagt – sehr zur Freude von Jonas Kettmann aus dem Teammanagement – und verlässt dafür im Sommer den Bundesligisten VfL Oldenburg. Foto: BVG

Mit dem Trikot der Schwester: Lisa-Marie Fragge hat beim Drittligavertreter BV Garrel zugesagt – sehr zur Freude von Jonas Kettmann aus dem Teammanagement – und verlässt dafür im Sommer den Bundesligisten VfL Oldenburg. Foto: BVG

Es ist gut einen Monat her, dass die Geschwister Melanie und Lisa-Marie Fragge über ihre Handballkarrieren sprachen und sich durchaus vorstellen könnten, wieder zusammen in einer Mannschaft zu spielen. Dieser - kurz vor Weihnachten noch fiktive - "Sister Act" wird nun Wirklichkeit. Lisa-Marie Fragge wird zum Saisonende den Bundesligisten VfL Oldenburg verlassen. Stattdessen tauscht sie das grüne Trikot des VfL mit dem gleichfarbigen Jersey des Drittligisten Garrel. In der Saison 2021/2022 wird Lisa-Marie Fragge also gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Melanie auf Torejagd gehen.

Die Entscheidung, Oldenburg zu verlassen, ist der 21-Jährigen nicht leicht gefallen. Mit Ende ihres Studiums und dem Start in die Berufswelt kehrt sie dem Bundesligahandball den Rücken, um den Fokus auf die Arbeit legen zu können. „Mir ist die Entscheidung super schwergefallen“, gesteht Lisa-Marie Fragge, deren Zeit nach 6 Jahren beim VfL Oldenburg somit im Sommer endet. Im zweiten B-Jugendjahr war sie 2015 von ihrem Heimatverein BV Garrel an die Hunte gewechselt. Der Kontakt kam über die HVN-Auswahl zustande.

Fragge feiert Bundesliga-Debüt im September 2017

Bereut hat sie den Schritt zum VfL nicht. In Oldenburg avancierte die Rückraumspielerin im Jugendteam zur Leistungsträgerin und schaffte es mit den Oldenburgerinnen bis ins Final Four um die Deutsche Meisterschaft der Jugendbundesliga 2017. „Ich bin unglaublich froh, dass ich mich damals für den Wechsel entschieden habe. Das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.

Ihr Bundesliga-Debüt gab Fragge im September 2017 in Blomberg. „Ich bin sehr gut an die Bundesliga herangeführt worden“, erzählt sie. „Erst war es eine echte Umstellung in Sachen Athletik und Schnelligkeit. Aber mit der Unterstützung war es am Ende kein Problem.“ Neben ihrem ersten Heimspiel – samt Einlaufshow und lautstarkem Publikum – sei auch der Pokalsieg in Stuttgart 2018 ein „Gänsehautmoment“ (Fragge) gewesen.

„Es ist wirklich schade, dass Lisa mit dem Leistungshandball aufhören muss. Sie ist eine, die das System verstanden hat, das wir hier in Oldenburg spielen“, sagt ihr Trainer Niels Bötel. Besonders in der Defensive habe Fragge – egal ob im Training oder in den Spielen – unheimlich viel geleistet und auch die Ausfälle von Kathrin Pichlmeier aufgefangen. „Uns verlässt eine Spielerin, die immer Vollgas gegeben und auch einmal ihre Meinung gesagt hat, was ich persönlich sehr wichtig finde“, so Bötel.

Bis zum Saisonende steht die Garrelerin dem VfL-Coach aber noch zur Verfügung – und wird alles daran setzen, dass das Team in der Rückrunde noch weitere Siege feiern kann. „Ich denke, vor allem die letzten Spiele werden noch einmal besonders werden. Aber ich freue mich, dass ich mit so einer Mannschaft die Saison beenden darf.“

Kaderplanung: Auch Isabel Gerken bleibt dem BVG treu

Die Freude beim BVG über Lisa-Marie Fragges Rückkehr ist natürlich riesengroß: „Das ist eine megagute Nachricht“, meint Jonas Kettmann aus dem Teammanagement des Drittligisten. „Wir bekommen eine gestandene Bundesligaspielerin hinzu, die zudem noch aus Garrel stammt. Besser geht es nicht. Ich denke, wir bekommen eine Mannschaft zusammen, die sich in der 3. Liga behaupten kann.“ Die Mannschaftsverantwortlichen hatten Lisa-Marie Fragge gar nicht auf dem Zettel gehabt. Erst auf einen dezenten Hinweis von Schwester Melanie fühlten sie bei Lisa-Marie vor – mit Erfolg.

Die Noch-Oldenburgerin ist die 7. Spielerin, die beim BV Garrel für die Serie 2021/2022 zugesagt hat. Zuvor hatten ihre Schwester Melanie, Katarzyna Kolodziejska, Roby Rußler, Kim Schilling, Lotta Stolle und Sophie Solomachin verlängert. Nummer 8 ist Isabel Gerken, die ebenfalls dem BVG treu bleibt. Ob die übrigen Spielerinnen bleiben, steht noch nicht fest, diese Personalien sollen aber kurzfristig geklärt werden. Außerdem sei der BVG in Gesprächen mit möglichen Neuzugängen. Die größte Baustelle ist aktuell die Torhüterinnenposition: Steffi Jandt wird ihre Laufbahn beenden, sie wird der Mannschaft aber als Betreuerin erhalten bleiben. Ein Weitermachen von Julia Thoben-Göken steht studienbedingt noch nicht fest. Mit Clara Fette rückt zwar ein Talent aus eigenen Reihen nach, aber die kleine Schwester von BVG-Rückraumspielerin Johanne Fette steigt im Sommer gerade einmal erst aus der B- in die A-Jugend auf.

Hat beim BV Garrel verlängert: Isabel Gerken. Foto: LangoschHat beim BV Garrel verlängert: Isabel Gerken. Foto: Langosch

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