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Eine bittere Pille - und viele Fragen

Thema: Der Wechsel von Pedro Calles von Rasta Vechta zu den Hamburg Towers.

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Starten wir mit einem Blick zurück: Als Pedro Calles im vergangenen Herbst seinen Vertrag bis 2022 verlängerte, waren die Hoffnungen auf eine Ära à la Pat Elzie groß. Calles hatte die Herzen im Sturm erobert. Ein bodenständiger Typ mit Prinzipien, der leidenschaftlichen, attraktiven und erfolgreichen Basketball spielen ließ. Ein stolzer Andalusier, der mit seinem Eifer und seiner Philosophie nicht nur seine Spieler fesselte, sondern auch den Nerv der Südoldenburger traf. Rasta Vechta schrieb BBL-Geschichte – und Calles war der Architekt. Sein Credo, dass Charakter wichtiger als Talent sei, hat sich eingebrannt.

Diesen Glücksgriff nun an den Tabellenletzten zu verlieren, ist ein herber Rückschlag für Rasta. Die Enttäuschung ist durchaus nachvollziehbar. Ein Wechsel zum Ex-Serienmeister Bamberg wäre sicher leichter zu verkraften gewesen. Aber: Für Gefühlsduselei ist im Profisport kein Platz. Die bittere Pille muss Rasta jetzt schlucken. Wer einem umworbenen Coach eine Ausstiegsklausel gewährt, darf sich nicht wundern, wenn er diese nutzt.

Calles' Wechsel wirft aber auch Fragen auf. Was haben die Towers, was Rasta nicht hat? Hat sich Rasta zu sicher gefühlt? Das Buhlen der Konkurrenz war ja nicht neu, erste Gerüchte gab's bereits Anfang Juni. Und: Hat der Klub rund um das Turnier von München alles getan, um den Coach zu halten? Ändern kann Rasta nichts mehr, Calles ist weg. Für den nächsten Neustart wäre es allerdings wichtig, die Gründe für das Ziehen der Ausstiegsklausel genau zu beleuchten.

Dass Rasta mittlerweile eine gute Adresse in der BBL ist, steht außer Frage. Ob's auch ohne Calles geht, wird sich zeigen. Auf jeden Fall ist es eine Herkulesaufgabe für seinen Nachfolger und den Klub. Rein sportlich ist die Fallhöhe beachtlich – und in Zeiten von Corona gibt's viele Baustellen. Letzteres gilt aber für alle.

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