BW Lohnes Abstieg: Ein Scheitern auf allen Ebenen
Der Absturz des Fußball-Regionalligisten hat bereits vor einigen Monaten begonnen. OM-Medien-Sportredakteur Steffen Lünsmann blickt auf ein verkorkstes Jahr in Lohne.
Steffen Lünsmann | 04.05.2026
Der Absturz des Fußball-Regionalligisten hat bereits vor einigen Monaten begonnen. OM-Medien-Sportredakteur Steffen Lünsmann blickt auf ein verkorkstes Jahr in Lohne.
Steffen Lünsmann | 04.05.2026

BW Lohne weiß jetzt, wie schmerzhaft sich die Landung nach einem freien Fall anfühlt. Vor einem Jahr wurde der Klub für den Coup in Osnabrück noch in den Himmel gelobt, jetzt hat er sein Bleiberecht in der Regionalliga verspielt. Es geht in die Oberliga – völlig zu Recht. Der Lohner Abstieg ist die Folge eines Scheiterns auf allen Ebenen: in der Führungsetage, auf der Trainerbank, auf dem Spielfeld. Der Knackpunkt war der Sommer, in dem sich BWL für einen neuen Weg entschied. Den Verlust wichtiger Stützen auf dem Platz und in der Kabine kann man dem Verein nicht zum Vorwurf machen. Geholt wurden Spieler mit Profi- und mit langjähriger Regionalliga-Erfahrung. Spieler, für die Lohne zumindest sportlich eher ein Schritt zurück war: Martin Kobylanski, Luca Zander, Torben Rehfeldt, Jannik Zahmel, Pelle Hoppe. Uwe Möhrle musste gehen, weil die Spielweise mit dem Kader nicht mehr funktionierte. Eine Fehlentscheidung? Aus heutiger Sicht: Ja. Dass es auch unter Christian Neidhart nicht besser wurde, spricht jedenfalls dafür, dass die Gründe vielschichtig sind und nicht nur auf dem Platz liegen. Im Winter konnte oder wollte man auf dem Transfermarkt zudem nicht viel machen. Es bleibt die Erkenntnis, dass sich BWL im Streben nach der besten Platzierung der Regionalliga-Historie mehrfach verzockt hat. Der Klub hat seinen Weg verlassen und sich im Keller verirrt. Jetzt müssen wieder frische und hungrige Kräfte her, für die Lohne eine Chance ist.
Die Neuen sollten BWL in Kombination mit den etablierten Kräften auf ein neues Level heben, so der Wunsch von Sportchef Luca Scheibel. Doch stattdessen verlor der Verein seine Identität. Lohne stand für absolute Leidenschaft, für Rennen, für Kämpfen, Mann gegen Mann. Jeder wusste: Für das Abenteuer Regionalliga muss man immer an Grenzen gehen. Dieses unbedingte Engagement, die Lust auf die 4. Liga in Lohne, war in dieser Saison längst nicht allen anzusehen. Das Gefüge passte seit dem Sommer nicht mehr. Auch langjährige Stützen liefen nur noch ihrer Form hinterher.Mehr zu BW Lohnes Abstieg
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