78:90 – Rasta Vechta verpasst vorzeitige Play-Ins-Qualifikation
Große Enttäuschung im Dome: Rastas Basketballer haben das letzte Heimspiel der BBL-Hauptrunde gegen die Rostock Seawolves verloren und den Sprung auf Platz sieben verpasst.
Korbleger unter schweren Bedingungen: Rastas TJ Bamba gegen Rostocks Center Owen Klassen. Foto: Becker
Heimserie gerissen, gute Ausgangslage verspielt: Die Basketballer von Rasta Vechta haben die vorzeitige Qualifikation für die Play-Ins in der 1. Bundesliga verpasst. Die Mannschaft von Trainer Christian Held verlor am Freitagabend das letzte Heimspiel der Hauptrunde gegen die Rostock Seawolves mit 78:90 (42:57) und gab zudem den direkten Vergleich gegen die Korbjäger von der Ostsee ab. Für Rasta war es die erste Heimniederlage nach zuvor sieben Siegen in Serie. Den Gastgebern wurde eine krasse Rebound-Unterlegenheit (34:50) zum Verhängnis, Rostock holte sagenhafte 21 Offensivrebounds. Topscorer bei Rasta war TJ Bamba mit 19 Punkten, gefolgt von Tevin Brown (15) und Alonzo Verge (12). Überragender Akteur der Partie war aber Rostocks D'Shawn Schwartz, der auf 39 Punkten und 14 Rebounds kam.
Mit nunmehr 32:34 Punkten ist Rasta mittendrin im Play-Ins-Getümmel um die Plätze sieben bis zehn und muss am Sonntag noch mehr auf die Ergebnisse der Konkurrenz achten. Vechta gastiert am letzten Spieltag bei Absteiger Heidelberg und braucht unbedingt einen Sieg, um die Postseason zu erreichen.
Die letzten Infos vor dem Spiel
Die Spiele am Donnerstagabend: Im Abstiegskampf der BBL ist die Entscheidung gefallen. Die Academics Heidelberg, die das Kellerduell in Jena verloren haben, und die Löwen Braunschweig stehen vorzeitig als Absteiger in die 2. Bundesliga ProA fest.
Das Personal bei Rasta Vechta: Erstmals seit Mitte Februar (Heimspiel gegen Ulm, vor der Länderspielpause) hatte Rasta wieder alle Mann an Bord. Oder anders formuliert: Kapitän Joschka Ferner und Center Tibor Pleiß standen nach ihren Verletzungen wieder im Spieltagskader. Ferner hatte aufgrund einer Sprunggelenksverletzung sechs Spiele verpasst. Und Pleiß, der sich gegen Ludwigsburg einen Innenbandriss im rechten Knie zugezogen hatte, war achtmal nicht dabei.
Zurück im Kader: Center Tibor Pleiß, hier im Dyn-Interview vor dem Spiel, hat seine Innenbandverletzung auskuriert. Foto: Becker
Das Personal bei den Seawolves: Die Gäste von der Ostsee, die zuletzt mit dem Sieg gegen Jena ihre leidige Durststrecke (fünf Niederlagen in Folge) beendet hatten, mussten in Vechta auf ihren Topscorer TJ Crockett (16,7 Punkte pro Partie) und Sid-Marlon Theis verzichten.
Die BBL-Awards: Vor den beiden letzten Hauptrunden-Spieltagen hat die Liga ihre „BBL-Awards 25/26" vergeben. Hier geht's zur Übersicht.
Der Spielverlauf
Das 1. Viertel: Rastas Starting Five mit Alonzo Verge, Tevin Brown, TJ Bamba, Lloyd Pandi und Lars Thiemann wurde früh auseinandergerissen. Bereits nach 18 Sekunden humpelte Brown mit Schmerzen vom Feld. Das Team steckte den kurzen Schock gut weg. Dank starker Defense setzte sich Rasta früh auf 12:4 ab und zwang Rostock zur ersten Auszeit nach knapp fünf Minuten. Und direkt nach dieser Auszeit gab's Entwarnung bei Rasta: Brown stand wieder auf dem Parkett. Er traf auch zügig einen Dreier zum 17:8, ehe Rasta eine 0:10-Serie zum 17:18-Rückstand kassierte. Rostock hatte sich mit starker Physis und sieben Offensivrebounds ins Spiel gekämpft. Nach dem ersten Viertel lag Rasta dann mit 24:25 zurück.
Das 2. Viertel: Die Anfangsphase des zweiten Viertels gehörte Rostock. Angeführt von D'Shawn Schwartz, der früh per Dreier seine Punkte 13 bis 15 machte, setzten sich die Seawolves erstmals ab. Beim Stand von 26:33 nahm Rastas Coach Christian Held seine erste Auszeit. Aber: Es wurde nicht besser. 26:35, 27:37, 29:42, 31:45 - der Rückstand der Gastgeber wurde immer größer. Held nahm seine nächste Auszeit, die Defense, das Rebounding (schon elf Rostocker Offensivrebounds) und die Ballbewegung in der Offense waren mangelhaft. Erschwerend kam für Rasta hinzu: Rostock machte ein klasse Spiel. Rastas Antwort nach der zweiten Held-Auszeit: Dreier Brown zum 34:45, Dreier Bamba zum 37:45. Allerdings: Rostock ließ sich davon überhaupt nicht beeindrucken. Zur Pause lag Rasta mit 42:57 zurück - eine schwere Hypothek für die zweite Halbzeit.
Ab durch die Mitte: Rastas Alonzo Verge im Spiel gegen Rostock. Foto: Becker
Die Statistik zur Pause: Eine Statistik stach besonders hervor: Rostock, das beste Rebound-Team der Liga, holte in der ersten Halbzeit 15 Offensivrebounds - das gesamte Rasta-Team kam in Summe nur auf 14 Rebounds (vorne und hinten zusammen). Aus den Offensivrebounds machte Rostock satte 18 „Second Chance Points“. Topscorer der ersten Halbzeit war D'Shawn Schwartz mit 23 Punkten (8/11 aus dem Feld), gefolgt von Rastas Tevin Brown und TJ Bamba (je 10). Dass Rasta nicht noch weiter zurücklag, hatten die Gastgeber einer starken Dreier-Quote von 7/11 zu verdanken.
Die Show in der Pause: Die „Akrolohnikas“, die preisgekrönte Showturngruppe von BW Lohne, begeisterte in der Halbzeitpause mit einem famosen Auftritt. Von den Zuschauern gab's riesigen Applaus. Und während die jungen Akrobatinnen durch die Luft wirbelten bzw. über das Parkett fegten, gab Johann Grünloh ein TV-Interview beim BBL-Streaming-Partner Dyn Media. Der Ex-Rasta-Center, der in der vergangenen Saison für die University of Virginia spielte, ist auf Heimatbesuch und schaute erstmals bei seinem früheren Klub vorbei. Sein Rebounding hätte Rasta in der ersten Halbzeit gut gebrauchen können.
Das 3. Viertel: Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde Rastas Rückstand noch mal größer (45:62, 46:64). Die Gastgeber kamen einfach nicht ins Rollen, Rostock verteidigte verdammt gut. Und dann, wie aus dem Nichts, wurde der Dome angezündet. Eine 7:0-Serie mit Punkten von Brown (5) und Verge (2) brachte neue Hoffnung (53:64). Beim 60:70 war Rasta wieder auf zehn Punkte dran, aber die letzten sechs Punkte des Abschnitts machte Rostock. Die Gastgeber gingen mit einem 60:76-Rückstand in das letzte Viertel. Zur Erinnerung: Das Hinspiel hatte Rasta mit 91:87 gewonnen - sogar der direkte Vergleich, im engen Play-Ins-Rennen extrem wichtig, war ernsthaft in Gefahr.
Das 4. Viertel: Tibor Pleiß, der Ende des dritten Viertels sein Comeback gefeiert hatte, führte sein Team mit sechs Punkten, zwei Rebounds und einem Block zu einer 9:0-Serie zum 69:79, kurz danach legte er einen Dreier zum 72:82 nach. Aber: Rostock hatte D'Shawn Schwartz, der Mitte des Schlussviertels bereits 38 Punkte und 13 Rebounds auf dem Konto hatte. Folge: Rasta fiel wieder auf 72:87 zurück. Rostock machte es richtig gut und abgeklärt. Die Seawolves nahmen bei ihren Angriffen Zeit von der Uhr, sie machten nichts Überhastetes - und wahrten damit ihre Chance auf die Play-Ins.
Rasta Vechta - Rostock Seawolves 78:90
Punkte Rasta Vechta: Malik Parsons (5), TJ Bamba (19), Luc van Slooten (0), Joschka Ferner (ohne Einsatz), Tevin Brown (15), Alonzo Verge (12), Tommy Kuhse (5), Philipp Herkenhoff (5), Linus Trettin (0), Lars Thiemann (8), Tibor Pleiß (9), Lloyd Pandi (0).
Punkte Rostock Seawolves: Dominic Lockhart (0), Elias Baggette (2), D'Shawn Schwartz (39), Luis Wulff (ohne Einsatz), Kassim Nicholson (8), DeAndre Lansdowne (6), Lukasz Kolenda (8), Jalen Page (0), Jonas Zilinskas (ohne Einsatz), Phillip Greene (13), Owen Klassen (8), Bent Leuchten (6).
Der Ausblick: Rastas achte BBL-Hauptrunde endet am Sonntag (10. Mai, 16.30 Uhr) mit einem Auswärtsspiel bei den Academics Heidelberg.
Die Play-Ins: Der Spielplan für die kurze Playoff-Qualifikation steht fest, die vier Teilnehmer und ihre exakten Platzierungen sind dagegen noch offen - das entscheidet sich erst am Sonntag.
Die Playoffs: Bislang stehen fünf der sechs direkten Playoff-Teilnehmer fest: Bayern München, Alba Berlin, Pokalsieger Bamberg Baskets, die Telekom Baskets Bonn und die Baskets Würzburg.
Duell der Center: Rastas Lars Thiemann (links) gegen Bent Leuchten von den Rostock Seawolves.
Die Play-Ins und die Playoffs
Play-Ins, Spiel A: Der Tabellenneunte der Hauptrunde spielt am Dienstag (12. Mai) um 18.30 Uhr gegen den Tabellenzehnten der regulären Saison. Für den Verlierer dieser Partie ist die Saison beendet.
Play-Ins, Spiel B: Der Tabellensiebte der Hauptrunde spielt am Dienstag (12. Mai) um 20.30 Uhr gegen den Tabellenachten der regulären Saison. Der Sieger dieser Partie zieht als Siebter in die Playoffs und trifft dort voraussichtlich auf Alba Berlin.
Play-Ins, Spiel C: Der Verlierer von Spiel B spielt am Donnerstag (14. Mai) um 18.30 Uhr gegen den Sieger von Spiel A. Der Gewinner erhält das letzte Playoff-Ticket und trifft im Viertelfinale auf den Hauptrundensieger FC Bayern München.
Playoffs: Das Viertelfinale im Best-of-5-Modus beginnt am 16./17. Mai.