Zwischen Folientunnel und Freiland: So startet die Erdbeersaison im OM
Das Oldenburger Münsterland sieht rot. Denn dank geschützter Anbaumethoden ist die Erdbeersaison bereits Ende April gestartet. Und auch dieses besondere Amt ist mit dem Saisonbeginn wieder vakant.
Ein ganzes Jahr lang repräsentierte Vanessa Otte das Oldenburger Münsterland als Erdbeerkönigin. Nun sucht das Erdbeerteam eine Nachfolgerin. Foto: Biegel
Am liebsten direkt vom Feld, wenn sie noch warm von der Sonne sind – so isst Erdbeerkönigin Vanessa Otte die roten Früchte am liebsten. „Erdbeeren in flüssiger Form als Likör kann ich aber auch empfehlen“, ergänzt die 24-Jährige lachend und pflückt eine besonders große Beere von einer der tausenden Pflanzen, die in Deindrup und Bakum in der Anlage von Gottfried Gerken und Frank Heckmann stehen.
Dank des Stellageanbaus in geschützten Folientunneln hat die Erdbeerernte bereits Ende April begonnen. „Diese Art des Anbaus bietet enorme Vorteile“, erzählt Erdbeerbauer Gottfried Gerken. Auf 11 Hektar kultiviert er gemeinsam mit Frank Heckmann aus Deindrup die roten Früchte überwiegend im Folientunnel – und das bereits seit 2019. „Wir haben so eine deutlich längere Erntezeit, bis in den Herbst hinein, sind unabhängig von Wetterereignissen und schaffen eine angenehme Arbeitsumgebung für unsere Erntehelfer“, ergänzt er. Zudem sei die Ausfallquote deutlich geringer als im Freiland. Ein Vorteil gegenüber dem herkömmlichen Anbau, von dem immer mehr Landwirte abrücken würden.
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Genau diese haben in den kommenden Monaten gut zu tun. Rund 30.000 Tonnen Erdbeeren wurden im vergangenen Jahr im Oldenburger Münsterland geerntet – und auch 2026 verspricht ein ertragreiches Jahr zu werden. Nicht zuletzt, weil immer mehr Erdbeerbauern vom Freiland- auf den geschützten Anbau umschwenken. Die Ernte ist so deutlich früher möglich. „Eine komplette Umstellung geht natürlich nicht mit einem Mal“, sagt auch Diana Wohlers vom Obsthof Wohlers in Langförden. Auch, weil der Tunnel- und Stellagenbau zunächst mit hohen Kosten verbunden sei. „Die Vorteile überwiegen dabei aber einfach.“
Auch für Vanessa Otten wird es in den kommenden Wochen noch jede Menge Erdbeeren zu essen geben. „Einige Termine stehen noch im Kalender, unter anderem geht es nach Hannover zum Königinnentreffen“, erzählt die Dinklagerin. Rund 35 Termine habe sie im vergangenen Jahr wahrgenommen. „Das vergangene Jahr ist einfach unglaublich schnell vergangen – und ich bin wirklich ein bisschen traurig, dass ich in 2 Monaten meine Krone schon wieder abgeben muss“, sagt die 24-Jährige.
Die Lust auf Erdbeeren ist bei ihr ungebrochen: Über 35 Termine in ganz Deutschland hat Erdbeerkönigin Vanessa in ihrem Amtsjahr übernommen. Foto: Biegel
Gekrönt wird die neue Erdbeerkönigin wieder auf dem Volksfest in Langförden am 18. Juli. Bewerbungen nimmt das „Team Erdbeerkönigin“ noch bis zum 24. Mai entgegen. Die Anforderungen an die Erdbeerkönigin seien dabei gar nicht so hoch, sagt auch Anja Muhle.
„Die neue Königin oder der neue König sollten einfach offen und flexibel sein und große Lust haben, unsere Region zu vertreten.“ Das Mindestalter für die neue Hoheit beträgt 18 Jahre, ein Führerschein sollte ebenfalls vorhanden sein. „Und ein Faible für Erdbeeren – ganz egal, ob fest oder flüssig – das ist Einstellungsbedingung für das Amt.“