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Wie aus einem Handel mit Schafen und Wolle ein Modehaus wurde

In Garrel besteht das Modehaus Wendeln seit 170 Jahren. 1854 etablierte sich Bernhard Wendeln dort mit Geschäft, Haus und Familie.

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Die Geschichte der Familie ist immer präsent: Michael Wendeln mit Bildern und Urkunden aus den vergangenen 170 Jahren. Foto: Götting

Die Geschichte der Familie ist immer präsent: Michael Wendeln mit Bildern und Urkunden aus den vergangenen 170 Jahren. Foto: Götting

In der Mitte des 19. Jahrhunderts war Mode „von der Stange“ in Garrel und Umgebung noch nicht zu haben. Aber es gab die Rohstoffe und ihre Erzeuger – und Kaufleute wie Bernhard Wendeln.
Dieser war offenbar aufgeschlossen und modern eingestellt, viel unterwegs und bis nach Ostfriesland auch als Schafhändler tätig. Nach der Heirat mit Caroline Thoben im Jahr 1854 etablierte sich der Kaufmann mit Haus, Geschäft und Familie in Garrel. Allerdings nicht, ohne vorher eine Hochzeitsreise nach Köln unternommen zu haben.

Zum Sortiment des neu gegründeten Ladens gehörten damals Manufakturwaren wie Wolle, Garne und Stoffe. Aber auch Artikel des täglichen Bedarfs wurden verkauft.

Der Nachfolger des Gründers, der ebenfalls Bernhard hieß, führte das Geschäft bis zu seinem Tode im Jahr 1911. Er hatte gemeinsam mit seiner Frau Angela 5 Kinder. Unter ihnen Sohn Josef, der als dritte Generation das Geschäft übernahm. Er war es auch, der das Grundstück an der Hauptstraße kaufte und mit seiner Frau Kunigunde ein Geschäftshaus baute. An dieser Stelle befindet sich noch heute der Firmensitz.

Das Gebäude, das die Hausnummer 50 trägt, entstand Anfang der 30er Jahre. Es ist bis heute Teil des Modehauses. Josef Wendeln starb 1941 im Alter von 47 Jahren sehr früh, sodass seine Frau die Familie und das Geschäft durch die schwere Kriegszeit bringen musste. Als wäre das nicht schon schwer genug gewesen, musste sie als zweiten Schicksalsschlag auch noch den Tod ihres Sohnes Albert überwinden, der im Straßenverkehr ums Leben kam.

30er Jahre: Das Geschäftshaus an der Hauptstraße. Foto: Wendeln30er Jahre: Das Geschäftshaus an der Hauptstraße. Foto: Wendeln


Für die Leitung des Textilhauses fand man nach dem Tod von Josef Wendeln mit Gerd Mäsker einen Geschäftsführer, der bis 1953 in der Firma tätig war.

Mit Bernhard Wendeln wurde 1952 die vierte Generation der Familie im Unternehmen aktiv. Er hatte die positive Entwicklung des Standortes Garrel immer im Blick und erkannte auch für sein Geschäft frühzeitig die Wachstumschancen. Dabei bewies er gemeinsam mit seiner Frau Maria stets viel Mut zum Risiko und ließ das Mode- und Textilhaus wachsen. Mehrfach wurde an- und ausgebaut, man erkannte neue Trends und Entwicklungen. Und so konnten Michael Wendeln und seine Frau Renate im Jahr 2001 eines der bekanntesten und beliebtesten Modehäuser in der Region übernehmen.

Neue Wege: Wie der Onlinehandel das Profil des stationären Geschäfts verbessert

Das Angebot ist in den vergangenen Jahren breiter und vielfältiger geworden. Dazu hat vor allem die Gründung eines eigenständigen Onlinehandels geführt, der auf mehreren Marktplätzen im Internet zu finden ist. „Damit hat sich für uns die Möglichkeit eröffnet, auch seltene Größen und exklusive Marken hier im Garreler Geschäft darzustellen, weil die Ware auch gleichzeitig im Web angeboten wird“, beschreibt Michael Wendeln seine Strategie. Ein ausgeklügeltes Warenwirtschaftssystem halte die Zahlen beider Vertriebswege stets dem neuesten Stand. Der Versand läuft nebenan in den Räumen des früheren SAM’S. So ergänzten sich Onlinehandel und stationäres Geschäfts optimal und machten das Unternehmen zukunftsfähig.

Im Cloppenburger Land bekannt: das Modehaus an der Hauptstraße in Garrel. Foto: GöttingIm Cloppenburger Land bekannt: das Modehaus an der Hauptstraße in Garrel. Foto: Götting

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