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Ulrich Knelangen hat ein paar Fragen an Olaf Scholz

Sehr persönliche Ansichten – immer dieselben 10 Fragen. Dieses Mal: Ulrich Knelangen. Der Landwirt aus Friesoythe würde als Erstes die überbordende Bürokratie abschaffen.

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Im Stall: Die Demos haben zuletzt die Tage des Friesoyther Landwirts Ulrich Knelangen gehörig durcheinandergewirbelt. Foto: Stix

Im Stall: Die Demos haben zuletzt die Tage des Friesoyther Landwirts Ulrich Knelangen gehörig durcheinandergewirbelt. Foto: Stix

Und? Wie ging es in letzter Zeit?
Früh aufstehen, Tiere versorgen, dann zur Demo und aufpassen, dass der Frost die Ernte nicht kaputt macht. Das waren so die letzten Tage. Die Demos belasten mich durchaus, aber dann kommt auch so die Erkenntnis dazu, dass man sich bemüht, etwas zu verbessern. Ich habe mein Bestes gegeben und bin nicht zu Hause geblieben. Letztlich geht es uns allen ja relativ gut, aber es kann nicht sein, dass die Politik ihre Arbeit nicht so macht, wie sie soll.

Was haben Sie sich einmal so richtig gegönnt?
Zuletzt einfach, dass man seinen Ärger zum Ausdruck bringt. Vor allem gönnen wir uns jedes Jahr zweimal einen Urlaub, meist eine Woche, manchmal auch 10 Tage am Stück.

Wenn Sie König von Deutschland wären: Was gehört als Erstes abgeschafft?
Bürokratie und Beamtentum würde ich abschaffen. Ich sehe zum Beispiel keinen Sinn darin, dass Lehrer Beamte sind. Und der bürokratische Aufwand insgesamt ist einfach viel zu groß. Die Verwaltungen schaffen sich ständig neue Jobs, und die daraus entstehenden Anforderungen sind oft unsinnig. Wenn ich ein Tier habe behandeln lassen, muss ich die Unterlagen dazu 5 Jahre aufheben. Da lebt das Tier längst nicht mehr. Der ganze Januar ist eigentlich mit Bürokratie gefüllt.

Welchen Traum werden Sie sich als nächsten erfüllen (können)?
Im Augenblick gibt es keine Träume, die ich mir erfüllen will – von den politischen Forderungen mal abgesehen. Privat bin ich rundum zufrieden.

Was tun Sie am liebsten?
In den Urlaub fahren, mit der Familie zusammen sein, Freunde treffen, am Hof arbeiten. Und die Jagd. Das ist mein Hobby. Wir haben hier eine Gemeinschaftsjagd, das ist richtig schön. Ich jage Niederwild, Wildschweine und Füchse etwa. Die muss man richtig überlisten. Hochwild habe ich noch nie geschossen.

Welche Eigenschaften mögen Sie an sich selbst? Und welche nicht?
Ich bin ziemlich hilfsbereit, das finde ich gut. Nicht so toll ist, dass ich manchmal sehr viel rede. Das hat mir zwar noch nie Probleme eingebracht, aber manchmal denke ich, dass ich auch mal die anderen mehr reden lassen sollte. Dann versuche ich, still zu sein.

Welche TV-Sendung mögen Sie am liebsten?
Sonntagabends schaue ich gerne Terra X, wenn ich die Zeit dazu habe. Da geht es sehr viel um Natur und um Gedanken zur Umwelt. Die zeigen, wie man die Umwelt schützen kann, was schon alles passiert ist, was man besser machen kann. Ich finde es, nur so als Beispiel, ganz furchtbar, wenn überall Müll und Plastik, und wenn es nur kleine Mengen sind, rumliegt. Bei mir ist es schon automatisch so, dass ich rumfliegenden Müll aufhebe und richtig entsorge. Da gehe ich auch mal quer übers Feld, wenn ich was liegen sehe.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal treffen?
Mit Mr. "Daran kann ich mich nicht erinnern", denn ich würde Olaf Scholz gerne mal fragen, was er mit seinem Verhalten eigentlich bezweckt. Man hört und sieht ihn einfach nicht. Und wie kann es sein, dass ein Mann, der so im Leben steht, sich an sowas wie die Gespräche rund um die Warburg-Bank nicht erinnert?

Was würden Sie gerne einmal wieder essen?
Wir essen sehr abwechslungsreich, das reicht mir. Ich bin da sehr leicht zufriedenzustellen und brauche nichts Besonderes. Leider habe ich meist nicht viel Zeit am Tisch, was auch nicht so gut ist.

Welches Thema bei OM-Online hat Sie am meisten beschäftigt?
Zuletzt natürlich die Bauernproteste, was da so los war und wie darüber berichtet wurde. Wirtschaftsthemen lese ich auch sehr gerne, und dann interessiere ich mich auch dafür, was die Vereine so alles machen.


Zur Person:

  • Der Landwirt Ulrich Knelangen wurde 1971 in Friesoythe geboren und übernahm im Jahr 1995 den elterlichen Hof.
  • Dort betreibt er eine Ferkelaufzucht sowie Mais-, Getreide- und Zuckerrübenanbau, unter anderem für die Biogasanlage.
  • Seine Ausbildung absolvierte er im elterlichen Betrieb, in Herzlake und an der Fachschule in Friesoythe.
  • Knelangen ist verheiratet und hat drei Kinder.

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