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Rechterfelder Deern kocht in "Visbeker Deern"

Sarah Bokop will ihre Künste am Herd künftig auch in der Küche des Hotels an der Rechterfelder Straße zeigen. Angedacht sind zunächst Dinner-Veranstaltungen. Im Zentrum stehen regionale Produkte.

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Setzen auf regionale Produkte: Ulrich Osterloh, Maria Schickling (Mitte) und Sarah Bokop. Foto: Ferber

Setzen auf regionale Produkte: Ulrich Osterloh, Maria Schickling (Mitte) und Sarah Bokop. Foto: Ferber

Wer die geballte TV-Koch-Prominenz von Johann Lafer bis Cornelia Poletto mit seinen Künsten am Herd verzaubert, der sollte auch in der Heimat reüssieren. Und so will die aus Rechterfeld stammende ZDF-"Küchenschlacht"-Heldin Sarah Bokop (Om-online berichtete), die heute in Senden bei Münster lebt und gerade mit ihrem Mietkochservice "Dinner Daheim" Erfolg hat, in Zukunft mit dem am 1. März 2019 eröffneten Hotel "Visbeker Deern" zusammenarbeiten. Darüber, wie diese Kooperation aussehen könnte, haben Eigentümerin Maria Schickling und Sarah Bokop nun informiert.

Erste Veranstaltung für 20. September geplant

Die Idee sei entstanden, so Maria Schickling, "weil wir als ,Visbeker Deern' keine Gastronomie haben", aber Fragen von Gästen kämen, "kann man bei euch auch essen?". Dann sei Sarah Bokop mit ihrem "Küchenschlacht"-Auftritt und der ersten Instagram-Geschichte gekommen und sie habe sich entschlossen, "anzuklopfen". 

Für den 20. September ist nun eine erste Veranstaltung, bei der Sarah Bokop in der Hotelküche ein (noch geheimes) Essen zubereiten wird, ins Auge gefasst – ob für den guten Zweck, mit Anmeldungen oder Gästen -"erst mal aus unserem Bekanntenkreis, um damit warmzulaufen", darüber sei man sich noch nicht ganz schlüssig, erklärt Maria Schickling. Fest steht allerdings, dass bei den terminierten Dinner-Veranstaltungen für bis zu 30 Personen - denkbar sind hier auch Gutscheine (inklusive Übernachtung) als Geschenk - möglichst nur regionale Produkte verwendet werden. Dafür gebe es, so Maria Schickling, ein großes, regionales Netzwerk mit Hofläden. Der Warenkorb sei somit gut gefüllt.

Hat die Hotelküche erfolgreich ausprobiert: Sarah Bokop bei der Zubereitung einer falschen Lende vom Angus. Foto: NienaberHat die Hotelküche erfolgreich ausprobiert: Sarah Bokop bei der Zubereitung einer falschen Lende vom Angus. Foto: Nienaber

"Mein Konzept beinhaltet, dass wirklich alles von Grund auf frisch gemacht wird. Man sagt ja immer, ich vermisse das Essen von meiner Oma oder es soll mal wieder schmecken wie bei meiner Oma. Meiner Meinung nach beruht das Essen von der Oma ganz stark darauf, dass sie aus dem eigenen Garten Gemüse gezogen hat. Dass sie keine Fertigprodukte hatte und das Handwerk hat mit einfließen lassen", erklärt Sarah Bokop. Gutes Essen fange beim guten Produkt an - und werde dies "vor der eigenen Haustür" angebaut oder gezüchtet und kenne man die Erzeuger, habe man zu den Waren auch ein ganz anderes Vertrauen. Weiterhin, sagt Sarah Bokop, sei ihr das saisonale Kochen wichtig. "Im Winter wird es bei mir keine Desserts mit Erdbeeren geben. Erdbeeren gehören in den Sommer. Es gibt gute Sachen, die man im Winter nutzen kann."

Eine mögliche Zielgruppe für das neue Angebot, blickt Maria Schickling voraus, könnte auch der "Seniorenhof" liefern, der gerade in unmittelbarer Nähe der "Visbeker Deern" an der Rechterfelder Straße gebaut wird. Stichwort: runde Geburtstage. Die Möglichkeit, nebenan gemeinsam essen zu gehen, wo die Verwandten auch übernachten können, soll so manchen künftigen Bewohner anlocken. Sarah Bokop jedenfalls wäre auf alle Essensvorlieben vorbereitet. "Wenn jemand aus dem ,Seniorenhof' zum Beispiel Bezüge nach Schlesien hat, daher kommt, würde ich recherchieren und es möglich machen. Man kann mit individuellen Wünschen kommen. Bisher habe ich noch keine Grenze erfahren, was ich nicht gemacht hätte, ob deutsche Küche oder internationale."

Keine Probleme mit Topfguckern

Ein weiteres Angebot auf Anfrage für die Zukunft, skizziert Sarah Bokop, könnten Kochkurse unter ihrer (An-)Leitung sein - für Erwachsene, aber auch für Kinder. "Mit Kindern arbeite ich super gern und habe selbst als Kind an Kinderkochkursen teilgenommen. Das war mir zu wenig, ich war sehr wissbegierig." Heute, als Lehrerin, lieferten ihr der Bio- und Erdkunde-Unterricht Verknüpfungspunkte mit Themen wie Lebensmittel oder Essen, und das Interesse der Schüler daran, so ihre Erfahrungen, steige.

Dies gelte im Übrigen auch für andere Veranstaltungen, für die sie wegen ihrer Kochkünste gebucht wird. "Bei Kitchen Parties mit Weinbegleitung kenne ich es, dass man gerne mal mit dem Weinglas in die Küche geht und mit in die Töpfe guckt und nachfragt. Damit habe ich überhaupt keine Probleme. Ich erkläre immer gerne", erklärt Sarah Bokop.

  • Info: Die „Visbeker Deern“ ist erreichbar unter Telefon 04445/98691100, die Rechterfelder Deern Sarah Bokop unter 0177/3461276.

  • Bei der Zusammenarbeit von "Visbeker Deern" und Sarah Bokop soll auch Ulrich Osterloh vom Erdbeerhof Osterloh in Halter beteiligt werden. Er könnte für die regionalen Getränke bei den Dinnern sorgen. "Wir haben dieses Jahr angefangen mit dem Weinanbau. Wir haben auf zwei Hektar Wein angepflanzt, die Genehmigung haben wir vom Bundeslandwirtschaftsministerium bekommen", berichtet Osterloh. Gute Freunde aus der Weinszene hätten sie dazu ermutigt. Daraufhin seien Anbau und Verkauf des Weins intensiv geplant worden, auch gebe es Unterstützung von einem bekannten Weinpapst in Deutschland, „der uns beim Anbau und Vermarktung hilft“. Versucht werde, so Osterloh, 2021 die erste kleine Ernte einzufahren. In den Folgejahren solle selber Kelterwirtschaft betrieben und langfristig ein Weinkeller gebaut werden.
  • Angebaut wird, berichtet Neu-Winzer Ulrich Osterloh, auf circa 25 Prozent der Fläche ein blauer Spätburgunder. Dazu kommen Weißburgunder, Grauburgunder und Sauvignon Blanc sowie – als Versuch – eine Reihe Chardonnay.

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