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DSDS-Brüder Gianni und Harry Laffontien singen jetzt im Finale

Erstmals haben es zwei Brüder bis zur großen Entscheidung bei "Deutschland sucht den Superstar" geschafft. Gianni und Harry Laffontien gehören zu einer Zirkus-Familie, die im Kreis Vechta überwintert.

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Gianni Laffontien versagte beim DSDS-Auftritt fast die Stimme, weil er emotional ergriffen war. Foto: RTL

Gianni Laffontien versagte beim DSDS-Auftritt fast die Stimme, weil er emotional ergriffen war. Foto: RTL

"Wir haben gezittert, als ihm fast die Stimme versagte. Er war emotional zu aufgewühlt. Aber die Zuschauer haben zu ihm gehalten, alle für ihn angerufen", berichtet Vater Harry Frank stolz, während er vor seinem Wohnwagen in Lohne sitzt. Spannend sei das gewesen. "Eigentlich zu spannend", sagt Mutter Kathrin Laffontien.

Der, um den die Eltern bangten, ist Gianni Laffontien. Der 17-Jährige steht zurzeit mit seinem Bruder Harry (21) immer samstags live vor den Kameras von RTL. Die beiden sind Teilnehmer des bekannten TV-Sänger-Wettbewerbs "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS). Und sie haben etwas geschafft, was es auch bei diesem Format noch nie gab – erstmals haben zwei Brüder das große Finale erreicht, das am kommenden Samstagabend live auf RTL übertragen wird. Denn Gianni und Harry gehören zu den 4 Finalisten der aktuellen Staffel.

Mutter Kathrin Laffontien hat T-Shirts fertigen lassen, mit denen die Familie ihre Söhne im Finale anfeuern will. Foto: M. NiehuesMutter Kathrin Laffontien hat T-Shirts fertigen lassen, mit denen die Familie ihre Söhne im Finale anfeuern will. Foto: M. Niehues

Die beiden Brüder sind eigentlich Artisten und gehören zu einer traditionellen Zirkus-Familie, die zwar aus dem Landkreis Herford stammt, aber seit Monaten ihr Winterquartier in Lohne bezogen hat. Während die Söhne zurzeit in Köln für das große Finale gesanglich trainiert werden, sitzen die Eltern mit der Schwester in Lohne in ihren Wohnwagen und bereiten sich auf das Live-Event vor. T-Shirts mit Fotos der beiden Jungs haben sie bereits angefertigt. Damit bekleidet werden sie zusammen mit weiteren 55 Familienangehörigen aus ganz Deutschland und Österreich am Samstag im Publikum sitzen und ihre Jungs als Fans unterstützen.

Harry Frank bei seinem stimmlich beeindruckenden Duett mit Mitstreiterin Melissa. Er konnte sich gegenüber der Sängerin durchsetzen. Foto: RTLHarry Frank bei seinem stimmlich beeindruckenden Duett mit Mitstreiterin Melissa. Er konnte sich gegenüber der Sängerin durchsetzen. Foto: RTL

Das haben sie auch bereits am vergangenen Samstag gemacht, als die Entscheidung anstand, welche Kandidaten das Finale erreichen. Aber weder die Familie noch Gianni waren darauf vorbereitet, dass der Sender unmittelbar vor dem Auftritt des 17-Jährigen mehrere Familienfotos einblenden würde, die ihn emotional aufwühlen würden.

Gezeigt wurden dabei auch Aufnahmen, die ihn mit seinem Opa Kalli Frank zeigen. Der reiste einst als absolute Zirkus-Attraktion mit einem gigantischen Elefantenbullen um die ganze Welt, hatte sogar Auftritte in Japan. "Mein Vater war das große Gesangstalent" berichtet Harry Frank. "Er hat es mir und ich meinen Söhnen vererbt." Und es war der Opa, der eine besondere Beziehung zu seinem Enkel hatte. "Er hat immer gesagt 'Hopp, Junge, sing!', wenn die beiden zusammen waren", kann sich der Vater erinnern. Immer wieder habe dann sein Sohn zur Freude des Opas klassische Lieder geträllert. So sei dessen Gesangstalent gefördert worden. "Und der Großvater war mächtig stolz", so Harry Frank.

Giannis Opa Kalli Frank feierte nach dem Krieg mit seinem Elefantenbullen weltweit Erfolge. Foto: Familie FrankLaffontienGiannis Opa Kalli Frank feierte nach dem Krieg mit seinem Elefantenbullen weltweit Erfolge. Foto: Familie Frank/Laffontien

Weil die unerwartet gezeigten Bilder Erinnerungen an den geliebten Opa aufkommen ließen, stand Gianni bei der letzten Sendung fast neben sich und brachte anfangs die Töne nicht so kräftig raus wie gewohnt. "Das war emotional zu viel für ihn", sagt Harry Frank rückblickend. "Ich konnte kaum hinsehen", berichtet Giannis Mutter Kathrin Laffontien. "Ich habe bemerkt, dass er geweint hat."

In der Familie Frank / Laffontien wurde immer musiziert und gesungen. Das gehörte zum Zirkus einfach dazu. Schon der Opa trat mit Trompete auf, dazu mit dem größten Elefanten, der jemals auf Reisen war. Und im eigenen Zirkus gab es immer Live-Musik. Die ganze Familie hatte daran ihren Anteil. Giannis Bruder Harry, der jetzt auch im Finale steht, soll nahezu alle Instrumente perfekt beherrschen.

Am vergangenen Samstag bewies er ebenfalls, dass er mit seinem Stimmvolumen zu Recht im großen Finale antritt. "Der Harry hat eine brutale Stimme", sagt auch sein gleichnamiger Vater. "Und der Kleine ist besonders stark im oberen Bereich."

Die stolzen Eltern der beiden Artisten, Kathrin Laffontien und Harry Frank, mit ihren Kamelen im Winterquartier in Lohne. Foto: M. NiehuesDie stolzen Eltern der beiden Artisten, Kathrin Laffontien und Harry Frank, mit ihren Kamelen im Winterquartier in Lohne. Foto: M. Niehues

Für die Eltern ist es "schon ein Traum", dass es beide Söhne ins große Finale geschafft haben. Mehr dürfe man eigentlich gar nicht erwarten, so der Vater. Letztlich könne zudem nur einer Superstar werden, obwohl es beide verdienen würden, sagt er. So seien leider die Spielregeln. Am liebsten würde er aber sehen, dass beide mit Gleichstand gewinnen. "Das wäre wie ein Lottogewinn", sagt er.

"Wir hoffen und beten. Wir wissen ja nicht, wie der liebe Gott entscheidet", so Harry Frank. "Und die Zuschauer", ergänzt er. "Die standen die ganze Zeit auf der Seite unserer Söhne und haben für sie angerufen – vom ersten Mal bis zum Finale", betont der Vater. "Dafür sind wir sehr dankbar. Bitte stimmt weiter für unsere Jungs", fordert er auch das Publikum aus dem Oldenburger Münsterland auf.

Harry (blaue Jacke) und Gianni Laffontien (oben) beim gemeinsamen Auftritt im elterlichen Zirkus. Foto: Familie FrankLaffontienHarry (blaue Jacke) und Gianni Laffontien (oben) beim gemeinsamen Auftritt im elterlichen Zirkus. Foto: Familie Frank/Laffontien

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