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Wischiwaschi ist einfach nicht Verena Niehues' Ding

Die 27-Jährige ist neu in Neuenkirchen-Vördens Rat eingezogen. Dessen Mitglieder wählten sie einstimmig. Damit ist die Vördenerin auch die erste Frau in der Gemeinde in diesem Amt.

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Einstimmig gewählt: Verena Niehues ist seit der konstituierenden Ratssitzung am 2. November neue stellvertretende Bürgermeisterin Neuenkirchen-Vördens. Foto: Lammert

Einstimmig gewählt: Verena Niehues ist seit der konstituierenden Ratssitzung am 2. November neue stellvertretende Bürgermeisterin Neuenkirchen-Vördens. Foto: Lammert

Das hatten viele der CDU in Neuenkirchen-Vörden nicht zugetraut: Die Partei stellt nicht nur die erste stellvertretende Bürgermeisterin in der Geschichte der Gemeinde. Sie nominierte für dieses wichtige Amt mit Verena Nieues bei der konstituierenden Ratssitzung auch eine Kandidatin, die erstmals dem Rat angehört. Dessen Mitglieder zollten ihr einen großen Vertrauensvorschuss und wählten Verena Niehues einstimmig. 

Wenn jemals die Forderung nach dem Einbinden auch junger Bürger  in verantwortungsvolle Aufgaben in der Politik vollzogen wurde, dann mit Verena Niehues. Die neue stellvertretende Bürgermeisterin ist 27 Jahre alt und arbeitet seit dem Sommer 2019 als Erzieherin im katholischen Kindergarten St. Paulus in Vörden.

Verena Niehues lebt seit sieben Jahren in Vörden

Im Ort lebt die gebürtige Lohnerin bereits seit sieben Jahren, ist nicht nur als Erzieherin, sondern zum Beispiel als aktives Mitglied im Vördener Schützenverein – ihr Mann Tobias gehört zum Vorstand – längst in Vörden verwurzelt. Da weiß sie, wo den Menschen der Schuh drückt, wo und wie Politik für sie gemacht werden muss.

"Ich finde es ultraschade, wenn alle über Politik schimpfen, aber sich nicht engagieren", sagt Verena Niehues, die zusammen mit dem 20-jährigen Linus Wüllner, ebenfalls CDU, zu den jüngsten Ratsmitgliedern gehört. Und mit Blick auf die Politik vor Ort ergänzt sie: "Ich glaube, die Kommunalpolitik geht an niemandem vorbei, weil es bei ihr ganz konkret um das Leben in der Gemeinde geht."

Kommunalpolitik erfolgt nah an den Menschen

Sie und die übrigen Gemeinderatsmitglieder sieht sie auch deswegen in einer ganz besonderen Pflicht: Dadurch, dass sich in der Gemeinde noch viele Menschen kennen, erhielten die Politiker und Politikerinnen auf dieser Ebene wesentlich direkter die Resonanz auf das, was sie entscheiden. Denn sie erlebten die Folgen von Beschlüssen für die Menschen hautnah mit. 

Als stellvertretende Bürgermeisterin wird das für Verena Niehues, die bei der Gemeinderatswahl am 26. September 300 Stimmen erhielt, noch mehr gelten. Denn aufgrund ihrer repräsentativen Aufgaben wird sie mehr Kontakt zu Menschen haben als die meisten anderen Ratsmitglieder. 

„Ich hätte für den Posten nie ohne das Einverständnis Rainer Duffes kandidiert.“Verena Niehues

Einer, der das ganz genau weiß und von dem sie sich in Vorbereitung auf die neue Aufgabe viele wichtige Tipps geholt hat, ist ihr Amtsvorgänger Rainer Duffe, der in dieser Wahlperiode das Amt des Ratsvorsitzenden übernommen hat. Eines stellt Verena Niehues in dem Zusammenhang klar: "Ich hätte für den Posten nie ohne das Einverständnis Rainer Duffes kandidiert." Er habe von Beginn an hinter der Idee gestanden, seine Parteifreundin zur Wahl als stellvertretende Bürgermeisterin vorzuschlagen, ebenso wie der Vördener CDU-Vorsitzende und -Ratsherr Dr. Heinrich Brand. 

Rainer Duffe habe ihr die mit dem Amt verbundenen Aufgaben und auch den zeitlichen Aufwand genau erklärt, sagt Verena Niehues. Sie sprach im Vorfeld ihrer Kandidatur eben wegen dieses Aufwandes, der an manchen Tagen Vormittagstermine vorsieht, auch mit ihrem Arbeitgeber. Auch von diesen Seiten gab es grünes Licht.

Aufgaben werden gleichmäßig verteilt

Eines, betont Verena Niehues da, sei ihr wichtig: Die Aufteilung der Termine, die sie und ihre beiden Amtskollegen Martin Menke von der CDU und der Sozialdemokrat Hermann Schütte wahrnehmen sollen, werde gleichmäßig erfolgen.

Aber zur politischen Arbeit Verena Niehues', der Dr. Brand die Kandidatur für den Gemeinderat auf dem CDU-Ticket im Frühjahr angetragen hatte und die im Sommer CDU-Mitglied geworden ist, gehört mehr als die Pflichten der stellvertretenden Bürgermeisterin. Die 27-Jährige ist Kraft dieses Amtes als Beigeordnete Mitglied im einflussreichen Verwaltungsausschuss und stellvertretende Vorsitzende des Sozialausschusses. In ihm wollte sie mitarbeiten, "weil er mein Fachbereich ist und ich mein Fachwissen einfließen lassen möchte".  

Auf weitere Ausschussmitgliedschaften verzichtete sie. "Schließlich muss das alles zeitlich vereinbar sein mit der Arbeit."

Ein Augenmerk liegt auf Sorgen junger Bürger

Ein Augenmerk möchte Verena Niehues bei ihrer politischen Arbeit auf die Sorgen und Nöte der jungen Generation in Neuenkirchen-Vörden richten. Deswegen freut sie sich auch, dass einige jüngere Bürger in den Rat eingezogen sind. Mit ihnen setzt sie gerade bei diesem Thema auf eine gute Zusammenarbeit. 

Vielleicht, so hofft sie, lassen sich darüber auch weitere junge Menschen für die Kommunalpolitik begeistern. "Gerade für die CDU ist es wichtig, jüngere Leute zu gewinnen", befindet Niehues und fügt hinzu, sie fühle sich als Neumitglied im Vördener CDU-Gemeindeverband sehr gut aufgenommen.

Ganz offensichtlich hat der Gemeinderat mit der Vördenerin ein Mitglied, das richtig Lust auf die kommunalpolitische Arbeit hat und nicht nur reden, sondern aktiv mitgestalten will. "Wenn ich mich für etwas entscheide, dann mache ich das richtig. Wischiwaschi ist nicht mein Ding", betont Verena Niehues.

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