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Wie können Jugendliche sich an Kommunalpolitik beteiligen?

Die Visbeker FDP-Fraktion hatte ein Jugendparlament angeregt. Doch wollen junge Visbekerinnen und Visbeker das überhaupt? Um das herauszufinden, haben sich Studierende der Uni Vechta etwas überlegt.

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Jugendparlament in Visbek? Die jungen Visbekerinnen und Visbeker sollen selbst entscheiden, ob das die richtige Form für sie ist. Symbolfoto: dpa/Gentsch

Jugendparlament in Visbek? Die jungen Visbekerinnen und Visbeker sollen selbst entscheiden, ob das die richtige Form für sie ist. Symbolfoto: dpa/Gentsch

Wie können Kinder und Jugendliche an die Kommunalpolitik herangeführt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Gemeinde Visbek, seitdem die FDP-Fraktion im Februar die Einführung eines Jugendparlaments forderte. Allerdings gab es Diskussionen darüber, ob es das ist, was Kinder und Jugendliche wirklich wollen. Die Kommunalpolitikerinnen und -politiker einigten sich schließlich darauf, das ganze Projekt ergebnisoffen anzugehen. Dafür wurde die Unterstützung vonseiten der Universität Vechta in Anspruch genommen. Das in der Zwischenzeit von Studierenden unter der Leitung von Professor Dr. Karl Martin Born erarbeitete Konzept unter dem Motto "Jugend und Kommunalpolitik" für das weitere Vorgehen ist nun Vertreterinnen und Vertretern der Fraktionen vorgestellt worden.

Grundsätzlich ist geplant, ein Treffen mit Kindern und Jugendlichen zu initiieren, bei dem erarbeitet werden soll, welche Ideen diese für die Partizipation an Kommunalpolitik haben. Dafür haben die Vechtaer Studierenden fünf Handlungsfelder definiert, wie Maximilian Raker erklärte. Der erste Schritt stelle die Vorarbeit dar. Das Ziel sei die Mobilisierung möglichst vieler Jugendlichen zum Erscheinen der geplanten Auftaktveranstaltung, so Raker. Dafür sei insbesondere Öffentlichkeitsarbeit wichtig. Der Fokus werde dabei auf das sogenannte P2P (Peer-to-Peer)-Modell gelegt. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Kinder und Jugendlichen sich selbst gegenseitig über die Veranstaltung informieren. Um das in Gang zu setzen, sei geplant, bestimmte Multiplikatoren innerhalb Visbeks als Startpunkte für das Verteilen der digitalen Flyer festzumachen. Auf Nachfrage von Anja Muhle (FDP) erklärte Raker, dass Vereine wie auch Einzelpersonen als Multiplikatoren angedacht sind.

"Hackathon" und "Job-Shadowing" geplant

Jan Funke (CDU) schlug vor, die örtlichen Schulen bei der Werbung einzubinden. Er würde auch selbst dafür in die Klasse gehen und die Jugendlichen direkt ansprechen, ließ er wissen. Er glaubt, dass das Interesse sonst zu gering ausfalle. Das sei natürlich ein naheliegender Gedanke, in die Schulen zu gehen, entgegnete Maximilian Raker. Er erinnerte aber daran, dass Jugendliche auch ein Leben außerhalb der Schule haben und, dass die Gefahr besteht, dass das Ganze den Anstrich eines "Schulprojekts" bekommen könnte. Das sei schließlich nicht gewollt. Wie Bürgermeister Gerd Meyer noch einmal bekräftigte, sei das Ziel, die Jugendlichen langfristig zu gewinnen und keine Momentaufnahme zu generieren.

Bei der Auftaktveranstaltung sollen dann die Ideen der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen gesammelt werden. Beispielsweise, welche Veränderungen sie sich für Visbek wünschen oder auch, wie sich die Einbindung ihrer selbst in diese Prozesse vorstellen können. Beim darauffolgenden sogenannten "Hackathon" sollen diese Ideen schließlich visualisiert werden. Wie genau das aussehen soll, lassen die Studierenden bewusst offen. Das hänge von den Vorschlägen der Kinder und Jugendlichen ab, sagte Anna Surguchova. Sie sollen dabei eben auch schon selbst Politik machen, ergänzte ihr Kommilitone Maximilian Raker.

Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts ist das sogenannte "Job-Shadowing". Im Grunde geht es dabei darum, dass eine Jugendliche oder ein Jugendlicher ein Tandem mit einer Entscheidungsträgerin oder einem Entscheidungsträger bildet, erklärte Raker. Sie sollen ihrer Tandempartnerin oder ihrem -partner jeweils Einblicke in ihre Lebenswelten gewähren. Thomas Freese (CDU) schlug vor, dass die Jugendlichen beispielsweise eine Ratssitzung besuchen. Raker bekräftigte, dass es die Idee des "Job-Shadowing" sei, beispielsweise einen Einblick in die Ratsarbeit zu gewähren. Auf der anderen Seite begleitet die Ratsfrau oder der Ratsherr die Jugendliche oder den Jugendlichen beispielsweise zum Fußballtraining. Für die anschließende Ergebnispräsentation soll das "Job-Shadowing" per Video begleitet werden.

Das Projekt soll im kommenden Frühjahr starten und voraussichtlich zu den Sommerferien abgeschlossen sein.

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