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Weitere Windkraftanlagen in Borringhausen werden wahrscheinlicher

Der Planungsausschuss verabschiedet eine Potenzialflächenanalyse. Klar ist: In Damme soll nicht am 1000-Meter-Abstand gerüttelt werden.

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Hier könnten weitere Windkraftanlagen entstehen: der Windpark Borringhauser Moor. Archivfoto: Lammert

Hier könnten weitere Windkraftanlagen entstehen: der Windpark Borringhauser Moor. Archivfoto: Lammert

Es erscheint immer wahrscheinlicher, dass im Borringhauser Moor weitere Windkraftanlagen ihren Platz finden. Die Verwaltung erhielt von dem am Donnerstag tagenden Ausschuss für Planung, Umwelt, Klimaschutz und Nachhaltigkeit den Auftrag, in Gespräche zur Entwicklung eines Windparks im Borringhauser Moor einzutreten. Zuvor sprach sich der Ausschuss einstimmig für eine vorgelegte Potenzialflächenanalyse aus.

Hintergrund: Diese hatte die Stadt Damme in Auftrag gegeben, um nach weiteren Flächen für die Windenergie zu suchenDenn: Bis Ende 2032 muss der Landkreis Vechta 1,56 Prozent seiner Gesamtfläche für die Windenergie vorhalten. Bis Ende 2027 sollen 1,27 Prozent für Windkraftflächen ausgewiesen werden. 

Die Stadt Damme selbst erfüllt dieses Ziel bereits und das trotz der inzwischen vom Land Niedersachsen angewendeten sogenannten "Rotor-out-Methode". Bei dieser ragen die Rotorblätter der Anlagen bei den Umdrehungen auch in Flächen hinein, die nicht im ausgewiesenen Windparkareal liegen. Anders als bei "Rotor-in". Bei dieser Regelung bewegen sich selbst die Rotorblattspitzen immer innerhalb des jeweiligen Sondergebietes. Im Landkreis Vechta wurden die Windparkflächen bisher nach der "Rotor-in-Methode" berechnet. 

Damme hat besonders viel Flächenpotenzial

Nach der "Rotor-in-Relegung" hätte die Stadt Damme 2,47 Prozent ihrer Gesamtfläche für die Windenergie vorgehalten, nach der "Rotor-out-Relegung" sind es 1,73 Prozent. Allerdings ist auch klar, dass die Stadt Damme mehr Flächen ausweisen wird, als andere Kommunen. Die flächenmäßig größte Kommune im Kreis verfügt über wesentlich mehr potenzielle Flächen.

"Wir sind gewillt, der Windkraft mehr Raum zu geben und sollten uns der Verantwortung auch stellen, sodass der Landkreis das Flächenziel erreichen kann", sagte Bürgermeister Mike Otte. Andernfalls drohe eine Privilegierung der Windkraft im Außenbereich. Dadurch hätten die Kommunen nicht mehr die Planungshoheit inne.

In Borringhausen laufen bereits die Planungen

Johannes Ramsauer vom Oldenburger Planungsbüro NWP stellte die Potenzialflächenanlyse vor. Der Landschaftsplaner ging auf insgesamt sechs potenzielle Flächen im Stadtgebiet ein. Mögliche Flächen bestehen demnach im Haverbecker Moor, in Rüschendorf, in Sierhausen, bei Waldflächen in Ossenbeck und nahe des Mordkuhlenberges sowie in Borringhausen. Im Borringhauser Moor ist ein Windpark bereits in Betrieb.

Ramsauer sprach sich gegen die Realisierung eines Windparks an anderer Stelle aus, da in Borringhausen die besten Rahmenbedingungen herrschen würden. Die Gesellschaft Windpark Damme (WPD) plant bereits, in dem Gebiet sowie in Schwege weitere Windräder zu errichten. Bei den anderen potenziellen Flächen sprechen aus seiner Sicht diverse Gründe gegen eine entsprechende Ausweisung – etwa aus Natur- oder Artenschutzaspekten.

Bürgermeister Mike Otte (CDU) plädierte zudem dafür, die bisher praktizierte 1000-Meter-Abstandsregel in Damme aufrechtzuerhalten. Damit wäre die Stadt Damme die einzige Kommune im Kreis Vechta, die einen solchen Abstand zur Wohnbebauung garantieren könne. Auch sprach er sich wie Planer Ramsauer und die weiteren Ausschussmitglieder dafür aus, keine Waldgebiete für neue Windanlagen in Betracht zu ziehen.

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