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Weiter Diskussionen um Dinklager Gewerbegebiet

Am Dinklager Ring will eine Firma bauen. Naturschützer befürchten, dass das dem Burgwald schaden könnte. Sie haben daher eine Online-Petition ins Leben gerufen.

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Der Wald bleibt, aber die Ackerfläche rechts davon soll einem Gewerbegebiet weichen. Archivfoto: Böckmann

Der Wald bleibt, aber die Ackerfläche rechts davon soll einem Gewerbegebiet weichen. Archivfoto: Böckmann

Die Diskussion um die Ansiedlung der Dinklager Firma Thees im geplanten Gewerbegebiet "Östlich Dinklager Ring" geht weiter. Die Änderung des Flächennutzungsplanes und der entsprechende Bebauungsplan waren bis Anfang des Monats ausgelegt worden. Bürger, Verbände und Träger öffentlicher Belange wie Wasser- oder Stromversorger konnten in den vergangenen Wochen ihre Position zu den Plänen beim Dinklager Rathaus abgeben.

Zwar waren die Pläne schon zuvor ausgelegt worden. Die Firma Thees hatte aber im Sinne der Rechtssicherheit auf einer erneuten Auslegung - und damit auf einer erneuten Beteiligung der Öffentlichkeit - bestanden.

So geht es jetzt weiter: Die Stadtverwaltung wird gemeinsam mit einem beauftragten Fachbüro die eingereichten Stellungnahmen untersuchen und bewerten, erklärte Bauamtsleiter Michael Busch auf Anfrage. Nach der Sommerpause gehen die auf dieser Grundlage angepassten Vorschläge der Verwaltung dann in die politische Bewertung und Beratung.

"Es fällt kein Baum."Bauamtsleiter Michael Busch

Bauamtsleiter Busch stellte jetzt erneut klar: "Es fällt kein Baum." Auf der von der Firma Thees gekauften Fläche steht nämlich teilweise Wald. Dieser soll von der Firmenansiedlung aber nicht berührt werden. Im entsprechenden Bebauungsplan ist das auch klar gekennzeichnet: Der Forst ist nicht Teil des Gewerbegebietes. Das ist ein Teilsieg für die Umweltverbände, die in der Vergangenheit für den Erhalt des Wäldchens gekämpft hatten.

Trotzdem stehen die Umweltverbände dem Plan weiterhin kritisch gegenüber. So hat der Kreisverband von Pro Natura eine inoffizielle Internetpetition auf dem Portal change.org initiiert. Mehr als 500 Personen hatten diese unverbindliche Aufforderung bis zum Freitagabend unterschrieben, hieß es auf der Homepage.

Auch Personen von weiter weg unterschreiben die Petition

Allerdings schwankte die Zahl der Unterzeichner bei wiederholten Seitenaufrufen. Ob alle Unterzeichner tatsächlich einen Bezug zu Dinklage und dem Burgwald haben, ist unklar. Mindestens eine Person stammt laut eigenen Internetangaben beispielsweise aus dem unterfränkischen Schweinfurt.

In der Resolution zeigt sich Pro Natura skeptisch gegenüber der Bebauung des Ackers. Befürchtet wird unter anderem, dass die Flächenversiegelung auch die Höhe des Grundwassers im einige hundert Meter entfernten Dinklager Burgwald beeinträchtigen könnte. Der Burgwald ist - anders als die jetzt beplante Fläche - ein Naturschutzgebiet. Dort steht demnächst ein hydrogeologisches Gutachten an. Pro Natura fordert, dass in diesem Gutachten auch die Fläche des künftigen Gewerbegebietes untersucht werden solle.

Die Gefahr der Austrocknung des nahe gelegenen Burgwaldes besorgt auch den Kreisverband Vechta des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu). In der offiziell eingereichten Stellungnahme des Verbandes, die dieser Redaktion vorliegt, werden noch weitere befürchtete negative Folgen des Gewerbegebietes dargestellt.

Wird das Gewerbegebiet später doch noch wachsen?

So trage die Ansiedlung der Firma Thees zu einer Isolierung von bedrohten Arten im Dinklager Burgwald bei, weil "Wanderwege" durch Autobahn, Siedlungen und Gewerbe blockiert würden. Zugleich betont der Nabu, dass andere, für den Naturschutz weniger wichtige Flächen für die Firmenansiedlung zur Verfügung stünden. Welche genau das sein könnten, schreibt der Nabu in seiner Stellungnahme aber nicht.

Die Naturschützer nehmen zwar zur Kenntnis, dass der Wald nördlich der Gewerbefläche nicht abgeholzt werden soll. Zugleich artikuliert der Nabu aber die Befürchtung, dass in der Zukunft das Gewerbegebiet im Bereich nördlich des Waldes ausgebaut werden könnte. Die Anlage der Erschließungsstraße in der Zeichnung des Bebauungsplanes ließe darauf schließen, heißt es.

Außerdem weist der Nabu darauf hin, dass einige Bäume am Bach, der das Gewerbegebiet im Südosten begrenzen würde, möglicherweise gefällt werden müssten.

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