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Schewe-Immobilien plant „Wohnpark Neue Weberei“ in Dinklage

Im Stadtzentrum sollen 4 Gebäude mit rund 50 Wohneinheiten entstehen. Hauptzielgruppe sind die Senioren, aber auch Familien und Firmen könnten dort einziehen. Und es soll eine Eventfläche entstehen.

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Der Entwurf: So könnte der Wohnpark Neue Weberei einmal aussehen. Grafik: Schewe Immobilien/von der Heide (OM-Medien)

Der Entwurf: So könnte der Wohnpark Neue Weberei einmal aussehen. Grafik: Schewe Immobilien/von der Heide (OM-Medien)

Senioren wünschen sich kleinere Wohnungen in Innenstadtnähe. Das Gleiche gilt zukünftig möglicherweise auch vermehrt für Familien, die sich den Hausbau oder Kauf nicht mehr leisten können. Und die Berufswelt verändert sich ebenfalls mit Blick auf Begriffe wie Homeoffice und Co-Working. Das Wohnen, Leben und Arbeiten wird sich verändern, in den nächsten Jahren noch stärker als in der Vergangenheit – da sind sich Experten einig.

Die Lösung könnten neue Wohnformen sein. Die Firma Schewe Immobilien aus Dinklage ist überzeugt, dafür ein passendes Konzept zu haben. Sie plant rund um die alte Weberei Van der Wal – also zwischen dem Poco-Markt, der Sozialstation und dem Fahrradweg entlang der Dinkel –  ein Wohnquartier mit rund 50 Wohneinheiten. Dafür sollen die bisherigen, abgängigen und ungenutzten Alt-Gebäude abgerissen werden.

In dem Wohnquartier mit dem Namen "Neue Weberei" an der Lange Straße sollen dann vier neue Gebäude entstehen. Hauptzielgruppe der Wohnungen mit einer anvisierten Größe zwischen 45 bis 60 Quadratmetern sollen Senioren sein. Aber auch Familien, Azubis und Singles oder Firmen und Selbstständige sollen nach den Überlegungen der Investoren Platz in dem Wohnquartier finden können.

Guter Dinge: Georg und Jan Schewe (von links) wollen auf dem Gelände der ehemaligen Van-der-Wal-Weberei ein Wohnquartier errichten. Foto: BöckmannGuter Dinge: Georg und Jan Schewe (von links) wollen auf dem Gelände der ehemaligen Van-der-Wal-Weberei ein Wohnquartier errichten. Foto: Böckmann

Diese Pläne stellten die Geschäftsführer Georg Schewe und Jan Schewe jetzt den Mitgliedern des Dinklager Ausschusses für Bauen, Umwelt und Stadtentwicklung erstmals öffentlich vor. Die Politiker hatten zwar Anmerkungen und Nachfragen, Kritik an dem Vorhaben äußerten sie aber nicht. Deshalb empfahl der Ausschuss einstimmig den Startschuss für die Bauleitplanung. Und diese könnte sich hinziehen: Denn das Sondergebiet Möbel muss in ein urbanes Gebiet umgewandelt werden, was durchaus 1 Jahr dauern könnte.  Georg Schewe sagte: Realistisch sei es, dass das Quartier im Jahr 2025 bezugsfertig ist – vorbehaltlich der Zustimmung der Behörden.

Welche Vorhaben in dem Wohnquartier exakt erlaubt sind, und welche nicht realisierbar sein werden – das wird sich also erst noch zeigen. "Wir sind für jede Anregung von außen dankbar", sagt Georg Schewe. Doch für die grundsätzliche inhaltliche Ausgestaltung des Wohnquartiers, das zum Beispiel nur 500 Meter von der St.-Catharina-Kirche entfernt ist, haben Vater Georg und Sohn Jan Schewe schon konkrete Ideen. Jan Schewe betont: "Wir wollen, dass verschiedene Altersgruppen in dem Quartier zusammenleben, wir wollen es bunt haben."

Es soll Raum für kulturelle Veranstaltungen geben

Die Nachfrage von Senioren werde groß werden, das habe die Sozialstation schon angekündigt. Familien sollen ebenso Platz finden wie Alleinstehende. Auch eine kleinere Kita sei denkbar. Es sollen Büroflächen vermietet werden. Ein Kiosk, eine Eisdiele oder eine Fahrradwerkstatt könnten ebenso Platz finden, sagt Jan Schewe. Ob sich am Ende dann eher 40 oder vielleicht auch 70 Wohneinheiten ergeben, das würden dann die weiteren Planungen zeigen.

Das Leben im Wohnpark, der räumlich von den Poco-Hallen getrennt werden wird, soll sich nach dem Wunsch der Investoren dann besonders im Innenhof abspielen. Dieser soll ein Treffpunkt für alle Generationen und Nutzer des Wohnquartiers werden. Am besten mit einem kleinen Café, vielleicht auch mit einem Foodtruck-Parkplatz. Das alte Kesselhaus, so schwebt es Georg Schewe vor, soll neu interpretiert werden: nämlich als Mietraum mit einer überschaubaren Größe für kleine kulturelle Events, Musikgruppen und Vereine.

Im Innenhof soll der Charme der alten Fabrik erhalten bleiben.  "Wir wollen ein neues Quartier mit einer alten Seele schaffen", sagt Georg Schewe. Eingebettet werden soll nach Möglichkeit auch der Fahrradweg an der Dinkel in den Wohnpark. Grundsätzlich soll das Quartier viel Grün haben – und möglichst klimaneutral sein, sprich: sich selbst mit Energie versorgen. Jan Schewe betont außerdem: "Wir versiegeln keine neue Fläche."

Verkehrsplaner sieht viel Potenzial

Verkehrsplaner Heinz Mazur sah in dem Vorhaben "eine große Chance für Dinklage". Es könnte sich in der "Neuen Weberei" eine eigene kleine Innenstadt entwickeln.  Aus verkehrlicher Perspektive seien aber noch Fragen zu klären, daraus machten auch die Schewes keinen Hehl: zum Beispiel die Fragen nach der Zufahrt (neben dem griechischen Restaurant?) und der Ausfahrt (in Richtung Poco und neben der Sozialstation?) des Quartiers.

Stichwort Parken: Es soll in dem Wohnquartier eine Tiefgarage geben. Aber nicht zwingend für jede Wohneinheit, glaubt Georg Schewe auch nach Rücksprache mit der Sozialstation. Denn von den Bewohnern in den 24 Wohnungen im Wohnpark "Alte Weberei" haben aktuell nur vier überhaupt noch einen Pkw.

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