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Nach Bedenken in Neuenkirchen: Wiebold ändert Planung für "Carré am Erlenweg"

Die Immobilien-Gesellschaft plant Großes auf dem Gelände am Bahndamm. Der Bauausschuss stimmt dafür, die überarbeiteten Unterlagen öffentlich auszulegen, um Stellungnahmen zu erhalten.

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Attraktiv ist anders: Die Gesellschaft Wiebold Immobilien plant auf dem Wiebold-Betriebsgelände am Bahndamm eine Bebauung mit mehreren Gebäuden. Foto: Schmutte

Attraktiv ist anders: Die Gesellschaft Wiebold Immobilien plant auf dem Wiebold-Betriebsgelände am Bahndamm eine Bebauung mit mehreren Gebäuden. Foto: Schmutte

2 Vierfamilienhäuser am Sattlerweg in Neuenkirchen sowie am Erlenweg 4 Gebäude mit jeweils 8 Wohneinheiten und dazu 2 Gebäude mit einer Tagespflege sowie 43 Seniorenwohnungen in 4  Wohngemeinschaften: Das plant die Gesellschaft Wiebold Immobilien als "Carré am Erlenweg" auf ihrer Fläche zwischen Bahndamm, Erlenweg und Sattlerweg.

Bedenken führen zur Überarbeitung der Planung

Der Gemeinderat hatte das Bauleitverfahren am 1. März eingeleitet. Am Dienstag befasste sich der Bauausschuss bei seiner Sitzung im Rathaus erneut mit der Planung, gegen die nach Angaben der Verwaltung sowohl aus Kreisen der Ratsmitglieder als auch in einem Anliegerschreiben "berechtigte Bedenken" vorgetragen worden waren. Die hatten zu einer Überarbeitung des Baukonzeptes seitens des Investors geführt.

Diese Änderungen stellten Planer Frank Oevermann und Investor Moritz Wiebold den Ausschussmitgliedern vor. Die Politiker empfahlen dem Rat letztlich bei einer Enthaltung zu beschließen, die 1. Änderung des Bebauungsplanes "Westlich der Holdorfer Straße" öffentlich auszulegen und die Träger der öffentlichen Belange um Stellungnahmen zu bitten.

Stichstraße vom Sattlerweg ins "Carré" ist entfallen

Nach dem neuen Entwurf sind für den Bereich der geplanten beiden Vierfamilienhäuser am Sattlerweg keine Änderungen zu den Festsetzungen im Bebauungsplan mehr vorgesehen. Die ursprünglich geplante Verbindung zum Erlenweg entfällt ebenso wie die Änderung der Maße der baulichen Nutzung für diese Grundstücke.

Der Bebauungsplan 63 "Westlich der Holdorfer Straße" sieht pro Gebäude maximal 4 Wohneinheiten und eine Firsthöhe von nicht mehr als 9,50 Metern vor. Für die 4 geplanten Wohnhäuser am Erlenweg beantragt Wiebold, die Zahl der zulässigen Wohnungen auf 8 und die maximale Firsthöhe auf 11 Meter zu erhöhen, wodurch die Errichtung eines Staffelgeschosses möglich wäre. Es sollen Wohnungen unterschiedlicher Größe entstehen, die Bewohner jeden Alters ansprechen sollen.

In dreigeschossigem Gebäude sollen Seniorenwohngemeinschaften entstehen

An der Bahnstrecke ist ein dreigeschossiges Gebäude vorgesehen, in dem 3 Seniorenwohngemeinschaften mit jeweils 12 Plätzen und entsprechenden Gemeinschaftsräumen ihren Platz finden sollen. Für dieses Gebäude mit 3 Vollgeschossen beantragt die Gesellschaft Wiebold eine zulässige Firsthöhe von 13,5 Metern.

Sie begründet die Ausnahme von den Festsetzungen des Bebauungsplans mit der Topografie des zu bebauenden Geländes. Das liegt 2,05 Meter tiefer als der Sattlerweg und bis zu 2,40 Meter tiefer als die Wohnbebauung am Gerberweg. Durch die vorhandene Baumreihe und den Höhenversprung zwischen den Gebäuden am Gerber- und Sattlerweg sowie dem Wiebold-Baugrundstück sei eine höhere Bebauung ohne Beeinträchtigung der Nachbarn möglich, argumentierte der Bauherr. Vielmehr würden die neuen Gebäude den Lärm von der Bahnstrecke abschirmen.

Tagespflege verfügt über 10 Plätze

Die Tagespflege soll über 10 Plätze verfügen. Zudem ist im Erdgeschoss des neuen Gebäudes eine Wäscherei vorgesehen. Im Außenbereich ist ein überdachter Terrassenbereich mit direktem Zugang zu einem Garten geplant.

Im Obergeschoss soll eine weitere Tagespflege einziehen, im Staffelgeschoss eine Seniorenwohngemeinschaft mit 7 Einzelzimmern. Alternativ dazu könnten dort Wohnungen entstehen. Ein Schwimmbad, Umkleidemöglichkeiten und ein Fitnessbereich sind im Keller vorgesehen.

Im "Carré" sollen etwa 20 Arbeitsplätze entstehen

Erschließen möchte Wiebold das Gelände von Süden aus über den Erlenweg mit einer Stichstraße, die in einen Wendehammer im Bereich der Wohnhäuser mündet.

Weiter führten Moritz Wiebold und Frank Oevermann aus, dass in den Einrichtungen in dem "Carré " etwa 20 Arbeitsplätze entstehen. Für die Autos der Bediensteten, Bewohner und Besucher seien ausreichend Parkplätze geplant. Die Energieversorgung solle über Fernwärme aus einem mit Holzschnitzeln betriebenen Kraftwerk erfolgen. Auf den Dächern der Gebäude sind Photovoltaikanlagen vorgesehen.

"Wenn da jetzt immer mehr Forderungen und Unterstellungen kommen, stampfen wir das Projekt ein."Moritz Wiebold

Ratsherr Kurt Grefenkamp (CDU) bemängelte die Präzision der vorgelegten Pläne im Hinblick auf die Traufenhöhe, Dachform und die Anzahl der Bäume sowie eine vorgeschriebene Begrünung der Flachdächer. Sven gr. Sextro (IGNV) und Rafael Zelechowski (CDU) stimmten ihm zu. Sie befürchteten, dass aus dem dreigeschossigen Gebäude ein dreieinhalbgeschossiges werden könne.

Moritz Wiebold verhehlte seinen Unmut wegen der detaillierten Forderungen nicht mit der Aussage: "Wenn da jetzt immer mehr Forderungen und Unterstellungen kommen, stampfen wir das Projekt ein." Günter Plohr (SPD) beschwichtigte mit dem Hinweis, der Investor sei auf alle Bedenken von den Bürgern und Politikern eingegangen.

Brockmann sieht Bedarf für Umsetzung des Projektes

Bürgermeister Ansgar Brockmann erklärte, die Debatte drehe sich um Kleinigkeiten. Der Bedarf für das Projekt sei da. Es sollte deshalb zügig auf den Weg gebracht werden. Der Ausschussvorsitzende Andreas Frankenberg (SPD) warb um Vertrauen für den Investor, der als örtlicher Unternehmer ein entsprechendes Eigeninteresse hätte.

Der in Neuenkirchen-Vörden beheimatete Ludger Meyer, Inhaber eines Kranken- und Altenpflegedienstes, möchte die Betreuung der Seniorenwohngemeinschaften und Tagespflege übernehmen. Er zeigte den dringenden Bedarf dieser Einrichtungen in der Gemeinde auf.

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