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Molberger Rat verabschiedet 9 Mitglieder

"Wir werden wahnsinnig viel Wissen verlieren", bedauerte Bürgermeister Witali Bastian. 4 Mandatsträger wurden für ihr langjähriges Engagement geehrt.

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Das war's: Der Ratsvorsitzende Thomas Gardewin (links) und Bürgermeister Witali Bastian (rechts) verabschiedeten (ab Zweiter von links) Frank Westendorf, Christoph Carstens, Theo Bruns, Elisabeth Bunten, Hubert Werrelmann, Ansgar Thölking, Nadja Kurz und Bernhard Schürmann. Es fehlt Dr. Hermann Südhoff. Foto: Schrimper

Das war's: Der Ratsvorsitzende Thomas Gardewin (links) und Bürgermeister Witali Bastian (rechts) verabschiedeten (ab Zweiter von links) Frank Westendorf, Christoph Carstens, Theo Bruns, Elisabeth Bunten, Hubert Werrelmann, Ansgar Thölking, Nadja Kurz und Bernhard Schürmann. Es fehlt Dr. Hermann Südhoff. Foto: Schrimper

Für die einen kam das Ende freiwillig, den anderen fehlte es fürs Weitermachen an den nötigen Wählerstimmen. Fest steht: 9 Mitglieder des Molberger Gemeinderates werden sich in der kommenden Wahlperiode, die am 1. November beginnt, nicht mehr kommunalpolitisch für die Gemeinde engagieren. In der Ratssitzung am Mittwoch wurden die 2 Frauen und 7 Männer offiziell verabschiedet. Es sei eine "eingespielte Truppe", die nun auseinanderfalle, sagte der Ratsvorsitzende Thomas Gardewin (CDU).

"Wir werden wahnsinnig viel Wissen verlieren", bedauerte Bürgermeister Witali Bastian in seiner Ansprache. Immerhin seien künftig 45 Prozent des bisherigen Gremiums nicht mehr mit dabei. Der Verwaltungschef dankte allen, die sich mit ihren Fähigkeiten und Talenten "in diese anspruchsvolle Arbeit" eingebracht hätten. "Es wird oft vergessen, dass es sich um eine freiwillige Arbeit handelt, die überaus großen Einsatz erfordert." Zeitlich, mental und finanziell – etwa bei den Fahrkosten – müsse man sich einbringen. "Man benötigt ein dickes Fell und ein hohes Maß an Frustrationstoleranz", hob Bastian hervor. Letztlich könne man es aber nicht allen recht machen. Nichtsdestoweniger verdiene der Einsatz der ausscheidenden Ratsmitglieder Respekt. 

Rückblickend habe man im Rat viele Mehrheitsentscheidungen auf den Weg gebracht, so der Bürgermeister. Und auch wenn es Meinungsverschiedenheiten gegeben habe, habe man sich anschließend immer wieder in die Augen schauen können. Die Bilanz des Rates falle "positiv und zukunftsweisend" aus. Investitionen in Bildung, Betreuung, Kultur, Wohngebiete, die Feuerwehr und Infrastruktur seien beschlossen worden. 

100 Jahre Ratsmitgliedschaft

Verabschiedet wurden nach 5 Jahren Ratsmitgliedschaft: Dr. Hermann Südhoff (CDU), der urlaubsbedingt nicht an der Sitzung teilnahm, Ansgar Thölking (CDU), Hubert Werrelmann, Christoph Carstens, Frank Westendorf (alle CDU). Nach 10-jähriger Ratstätigkeit ist für Elisabeth Bunten und Bernhard Schürmann (beide CDU) Schluss. Besondere Ehrungen zum Abschied gab es für Nadja Kurz (Zentrum), die 25 Jahre dem Rat angehörte, und für Theo Bruns (SPD), der sogar 30 Jahre ununterbrochen dem Gremium angehörte. Beide bekamen einen Feuerkorb mit dem Wappen der Gemeinde geschenkt. Bruns, sonst um kein Wort verlegen, zeigte sich sichtlich gerührt. Zusammengerechnet kommen die ausscheidenden Politiker auf genau 100 Jahre Ratsmitgliedschaft. 

Die Vorsitzenden der Ratsfraktionen lobten das Wirken von Kurz und Bruns. Nadja Kurz, die bis zur nun ablaufenden Wahlperiode für die CDU im Rat saß, habe "immer wieder den Finger in die Wunde gelegt", lobte Dr. Sebastian Kurz (CDU). Durch ihr Engagement im Heimatverein der Deutschen aus Russland habe sie die Verwaltung maßgeblich entlastet. "Du warst unsere Speerspitze", sagte Sergei Meier (Zentrum). Die anderen Fraktionsmitglieder hätten als "junge Küken" viel von ihr gelernt. "Du warst das Zentrum im Zentrum." 

"Das hat was von Beharrlichkeit"

Theo Bruns, lange Zeit Einzelkämpfer im Rat, sei stets einer gewesen, der "authentisch blieb gegen alle Widerstände", sagte Job Westermann, der zusammen mit Bruns und Stephan Nordloh die Fraktion Bürgerbündnis/SPD gebildet hatte. Der Sozialdemokrat habe es schwer gehabt, seine eigenen Anträge im Rat durchzubringen. Er habe aber auch mitgeholfen, strittige Projekte zu verhindern. Westermann, der lange für die CDU im Rat saß, dankte Bruns, dass er ihm "politisch Asyl" gegeben habe. "Das werde ich dir nie vergessen."

30 Jahre in der Opposition – "das hat was von Beharrlichkeit", betonte Vaske in Richtung Bruns. "Man muss zäh sein". Sergei Meier sagte, dass er einiges von dem Sozialdemokraten gelernt habe, wie etwa zu seiner Meinung zu stehen.

Auszeichnung: Klaus-Dieter Ackmann (von links) ehrte im Namen des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebunds Hubert Thien, Nadja Kurz, Job Westermann und Theo Bruns für ihr langjähriges politisches Engagement. Rechts im Bild: Bürgermeister Witali Bastian. Foto: SchrimperAuszeichnung: Klaus-Dieter Ackmann (von links) ehrte im Namen des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebunds Hubert Thien, Nadja Kurz, Job Westermann und Theo Bruns für ihr langjähriges politisches Engagement. Rechts im Bild: Bürgermeister Witali Bastian. Foto: Schrimper

Klaus-Dieter Ackmann, stellvertretender Vorsitzender des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebunds (NSGB) im Landkreis Cloppenburg, zeichnete 4 Ratsmitglieder für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit aus. Hubert Thien (CDU) und Job Westermann (Bürgerbündnis/SPD, künftig UWG) bekamen für 20-jährige Mitgliedschaft im Rat die Ehrennadel und eine Urkunde des Städte- und Gemeindebunds. Nadja Kurz erhielt für 25 Jahre im Rat die Ehrennadel in Gold. Theo Bruns bekam für 30-jähriges politisches Engagement die Ehrennadel des NSGB. Er wünsche sich eine größere Wertschätzung fürs Ehrenamt, betonte Ackmann und verwies auf die Schwierigkeit, gerade junge Leute für die Kommunalpolitik zu begeistern. Wie Witali Bastian ankündigte, werde man sich in der Gemeinde bemühen, ein Jugendparlament einzurichten. 

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